Bergbau-Gedenktafel entwendet

Von: fs
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Gestohlen und gesucht: die IGBCE-Gedenkplatte. Foto: Sevenich

Herzogenrath. Die IGBCE-Ortsgruppe Herzogenrath-Würselen beklagt den Diebstahl der Gedenktafel am ersten Gewerkschaftshaus des Bezirkes Aachen an der Leonhardstraße 22. Das Stück misst 30 mal 50 Zentimeter und aus Messing. Es wurde gewaltsam von der Wand gebrochen, nach den Angaben eines Mieters bereits vor einigen Wochen.

Für die IGBCE, Ortsgruppe Herzogenrath-Würselen, geht damit nach eigenen Angaben ein Teil ihrer Geschichte verloren.

Denn schon im Mai 1912 diente das Eckhaus als Verwaltungsstelle des Gewerkvereins Christlicher Bergleute. Nach 1945 war dort der Bezirk Aachen der erste von sieben Gewerkschaftsbezirken in der britischen Besatzungszone beheimatet. Angebracht wurde die Tafel zum Anlass des 100-jährigen Bestehens der Bergarbeitergewerkschaft im August 1989.

Mehr als nur eine Erinnerung

Franz-Josef Küppers, Sprecher des IGBCE-Regionalforums Euregio: „Für uns war die Tafel mehr als nur eine Erinnerung an die Entstehungstage der gewerkschaftlichen Organisation. Sie war Mahnmal für die Liquidierung der Gewerkschaften in der Zeit von 1933 bis 1945, in der zahlreiche Gewerkschaftler verfolgt, verhaftet und zu Tode gekommen sind.”

Die Tafel habe gleichfalls als Symbol dafür gedient, dass ohne Gewerkschaften und demokratische Parteien kein menschliches und friedliches Miteinander in der Gesellschaft möglich ist. „Wir bitten die Herzogenrather Bevölkerung und die Anwohner der Leonhardstraße um Hilfe”, betont Küppers. „Für Hinweise, die zur Wiederbeschaffung der Gedenktafel führen, sind wir sehr dankbar.”

Die Geschichte des Hauses ist sehr bewegt: Im Mai 1912 wurde es von Peter Harsch, dem ersten Bezirksleiter der christlichen Gewerkschaft, bezogen. 1924 wurde sein Nachfolger Johann Ernst - bis 1933. Dann wurde das Haus in der Leonhardstraße 12 durch die deutsche Arbeitsfront übernommen. Einige Jahre später wurde es verkauft, die dort wohnende Familie wurde 1945 evakuiert.

Nach dem Krieg bezog Johann Ernst in Übereinstimmung mit den zuständigen Behörden sowie der Militärregierung die alte Bezirksleitung wieder. 1958 wurde das Gebäude aufgegeben und die Bezirksleitung zog nach Alsdorf.
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