Herzogenrath - Bergarbeitersiedlung in Merkstein feiert 60. Jahrestag ihrer Einweihung

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Bergarbeitersiedlung in Merkstein feiert 60. Jahrestag ihrer Einweihung

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Ein Bild aus den Anfangstagen: Nachbarschaftshilfe war von Beginn an Trumpf in der neuen Siedlung.
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Die Wohnstruktur hat sich geändert: Heute ist „Auf der Haag“ ein durchmischtes Wohngebiet.

Herzogenrath. 60 Jahre ist die Siedlung „Auf der Haag“ alt. Die Bewohner Gertrud und Heinz Tiemann gewähren einen Blick in die Historie des abseits gelegenen Wohnviertels: Zu Fronleichnam 1953 wurden die in Erbbaupacht in zwei Bauabschnitten auf Kirchenland gebauten zwölf Doppelhäuser und zwei freistehenden Häuser eingeweiht.

In Zusammenarbeit mit der Aachener Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH Köln und der Katholischen Familienheimbewegung waren sie entstanden. Die Siedler waren hauptsächlich Bergleute und bei den Glaswerken Beschäftigte. Viel Eigeninitiative war nötig: So wurden die Gräben für die Fundamente und die Kanalanschlüsse mit vereinten Kräften ausgehoben.

Die 800 bis 900 Quadratmeter großen Grundstücke waren schon als Nutzgärten angelegt, bevor die Häuser standen. Jeder musste sich verpflichten, in seinem Haus eine Wohnung an eine Bergmannsfamilie oder an Flüchtlinge zu vermieten. Das war für mindestens zehn Jahre verbindlich. Die Nachbarschaft wurde gepflegt, man wuchs zusammen. Anfangs hielten viele Familien Tiere. Paul Grimser züchtete Bienen, Franz Everhardt, Ludwig Kahlen und Karl Palmen Brieftauben. Hermann-Josef Hübben zog Ziertauben, Enten und Hühner. August Fürpeil hatte Schwarzloh-Kaninchen. Viele Familien hielten Kaninchen und Hühner zur Selbstversorgung. Einige Familien betrieben einen Getränkeverkauf. Und bei Familie Daumen konnten sich die Kinder mit Eis versorgen.

Junge Familien sind zugezogen

1975 veräußerte die Pfarrgemeinde St. Willibrord die Grundstücke zu günstigen Konditionen an die Bewohner. Heute wohnen „Auf der Haag“ 113 Menschen. 2012 starb Käthe Fürpeil im Alter von 91 Jahren als letzte Vertreterin der ersten Generation. Mittlerweile sind auf den großen Grundstücken zwischen den ursprünglichen Doppelhäusern elf weitere Häuser gebaut worden und junge Familien zugezogen. So leben auf der Haag heute wieder Kinder jeden Alters.

Auf dem Platz am Eingang der Siedlung, allgemeiner Treffpunkt der Bewohner, steht neben dem Sandkasten und Spielgeräten ein Mariendenkmal. Familie Bender versieht den Altar mit Kerzen, früher wurde auch regelmäßig die dortige Glocke geläutet. Horst Grimser hat schon mehrfach das Marienbild restauriert, ein Scrafitto von Heribert Reul. Rosalinde Laumen sorgt für die Bepflanzung der Anlage. Außerdem besucht sie im Namen der Bewohner Jubilare und gratuliert zu höheren Geburtstagen.

Heute ist die Siedlung „Auf der Haag“ eine grüne Oase am Ortsrand von Alt-Merkstein. Die großen Nutzgärten gibt es nicht mehr, dafür schön angelegte Ziergärten.

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