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Beratungen zu Bebauungsplan Debetz auf April vertagt

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
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Wie geht es weiter? Diese Frage stellen sich auch die an der Kleikstraße ansässigen Kaufleute. Foto: E. Zander
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„Als Einzelhändler nicht locker lassen“: Jörg Meyers, Gewerbevereinsvorsitzender, macht sich weiter für Roda stark.

Herzogenrath. Das hatten sich die Einzelhändler von Herzogenrath anders vorgestellt. Etwa 20 von ihnen waren am Donnerstag zur Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses erschienen. Sie wollten hören, wie die Ausschussmitglieder über die Änderung des Bebauungsplans „Debetz“ beraten und beschließen. Doch so weit kam es nicht.

Dr. Manfred Fleckenstein (SPD) beantragte, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, da das Protokoll der Bürgerversammlung vom 22. Januar noch nicht vorliege. Im April finde die nächste ordentliche Sitzung des Ausschusses statt. Bis dahin habe man die Unterlagen beisammen und könne beraten. Bereits die Verwaltungsvorlage wies auf das Fehlen des Protokolls hin: Wegen „der umfangreichen Vorbereitungsarbeiten ... konnte die Niederschrift der Bürgerversammlung noch nicht abgeschlossen und somit dieser Sitzungsvorlage nicht beigefügt werden“.

Bei der Bürgerversammlung war der Bebauungsplan für das Debetz-Areal an der Voccartstraße vorgestellt worden, aus dem hervorging, dass eine Freigabe der Flächen für Einzelhandel in Betracht gezogen wird. In den vergangenen Jahren ist die Verkaufsfläche des Möbelhauses bereits reduziert worden. Hintergrund ist der hohe Wettbewerbsdruck durch große Anbieter in der Region wie „Pallen“, „Porta“ und „Ikea“, dem Debetz nicht in dieser Form standhalten konnte, wie es in der Versammlung im Januar hieß.

„Zumindest eine Teilberatung“, regte Stefan Becker (CDU) in der Ausschusssitzung am Donnerstag an. Das „Warten führt dazu, dass Einzelhändler mehr Probleme bekommen“, es zur Stagnation komme. Durch die Verschiebung gerate die Thematik außerdem in den neuen Rat hinein, der im Mai gewählt wird. Walter Breuer, Vorsitzender des Stadtmarketings, unterstrich: „Die Einzelhändler erwarten zumindest eine Zwischenbilanz. Es sind so viele heute hier“, verwies er auf den Zuschauerraum.

Den Tagesordnungspunkt doch zu beraten, beantragte Björn Bock (FDP), um die Einzelhändler nicht in der Schwebe zu lassen. Schließlich seien Vertreter aller Fraktionen bei der Bürgerversammlung gewesen, die Argumente sollten somit bekannt sein. Dennoch wurde der Beratungspunkt mit zehn zu neun Stimmen der Gestaltungsmehrheit von SPD, Grüne und Linke von der Tagesordnung genommen. Unruhig wurde es im Ratssaal, als Einzelhändler und Immobilienbesitzer ihn verließen. „Wenn man sich bemüht hätte, hätte man das schon besprechen können“, sagte Jörg Meyers, Vorsitzender des Gewerbevereins, auf Anfrage unserer Zeitung.

„Ich habe erwartet, dass die Parteien klar Stellung beziehen und deutlich machen: Wir stärken dem Herzogenrather Handel den Rücken.“ Die Befürchtung, dass die Thematik im Sande verlaufen könnte, wie ein Eigentümer es nach der Versammlung formulierte, teilt er indes nicht. „Ich denke, wir sind als Einzelhändler so stark an dem Thema interessiert, dass wir nicht locker lassen.“

Es gelte, den Blick auf die positiven Dinge zu richten, denn die gebe es schließlich auch in Herzogenrath, sagte Meyers, und zählte beispielsweise Aktionen rund um die Burg und Stadtfeste auf, die stets viele Besucher anziehen. Gleiches gelte für den Wochenmarkt auf dem Ferdinand-Schmetz-Platz. Käme es jedoch zum Kundenrückgang, wie er von den Einzelhändlern befürchtet wird, falls in Straß weiterer Einzelhandel etabliert werde, wäre es fraglich, ob der Wochenmarkt weiter donnerstags in Herzogenrath-Mitte aufschlägt.

Dass es endlich an der Zeit sei, die Bürger ins Boot zu holen, sagte Björn Bock im Gespräch mit unserer Zeitung – um die Entwicklung der Stadt voran zu treiben.

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