Herzogenrath - Beim Zwölf-Stunden-Schwimmen gehen nur Gewinner an den Start

Beim Zwölf-Stunden-Schwimmen gehen nur Gewinner an den Start

Von: Elisa Zander
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Ganz kräftig strampeln für d
Ganz kräftig strampeln für den guten Zweck: Dafür werfen sich Florian Kurt, Anke Thiele, Benjamin Borgwaldt, Norbert Schmahl und Tim Grunewald (v.l.) mit großer Ausdauer in die „Fluten”. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Der typische Chlorgeruch bleibt aus, als man die Schwimmhalle an der Bergerstraße betritt. Kein Gekreische schlägt einem entgegen, die Menschen im Wasser ziehen ruhig ihre Bahnen. Herbert Grönemeyer läuft im Hintergrund, er singt vom Mensch, der Mensch heißt, „weil er kämpft”.

Norbert Schmahl kennt der deutsche Sänger wohl nicht, aber er ist so einer, der kämpft. Er ringt um jede Bahn, denn die bringt Geld, und das Geld ist für einen guten Zweck. 6,6 Kilometer hat er bislang schon geschafft, wenn es nach ihm geht, sollen es noch viele mehr werden.

Seit fünf Stunden läuft das Zwölf-Stunden-Schwimmen des Herzogenrather Schwimmvereins 1923. 65 Schwimmer sind am Sonntag bislang in das Becken gesprungen, am Ende werden es über 100 sein. Ziel ist einerseits, das Wasser ständig in Bewegung zu halten, was bedeutet, dass zu jeder Zeit mindestens ein Schwimmer im Becken sein muss.

„Zur Not springen dann auch mal welche rein, die eigentlich gar nicht schwimmen wollten, nur damit es zu keinem Engpass kommt”, erzählt Elke Alt, 2. Vereinsvorsitzende. Und andererseits wollen die Schwimmer und der Verein möglichst viele Sponsorengelder zusammenbekommen. Jeder geschwommene Kilometer wird von Sponsoren, die sich die Schwimmer selber gesucht haben, mit einem vorher abgestimmten Betrag belohnt. Der Schwimmverein legt dann noch einmal 25 Cent pro Kilometer drauf.

Das Geld ist gut angelegt: Jedes Jahr wird eine Institution in Herzogenrath - meist Jugendeinrichtungen - unterstützt. In diesem Jahr ist es der Streiffelder Hof, der damit einen neuen Kicker und, sollte das Geld reichen, eine neue Decke für den Billardtisch finanziert. Damit das auch klappt, schwimmen Norbert Schmahl und Tim Grunewald selber mit - eine Ehrensache für die beiden.

Für die Schwimmmuffel gibt es eine Alternative: Bei einem einstündigen Rundlauf um den Weiher können Läufer mit möglichst vielen Runden - eine entspricht einem Kilometer - zusätzliche Sponsorengelder einfordern.

Der Lauf kam vor einigen Jahren, angeregt durch einen Lauftreff, zu dem Zwölf-Stunden-Schwimmen hinzu. Der Lauftreff wurde vor über 15 Jahre von zwei Trainern des Schwimmervereins ins Leben gerufen.

Jung und Alt - zwischen sieben und 87 Jahre sind die Teilnehmer - engagieren sich, sehen die Aktion teilweise als Klatsch- und Tratsch-Treff mit Freunden, als Möglichkeit für bürgerschaftliches Engagement oder Trainingseinheit, etwa für einen anstehenden Triathlon. „Dieser Zusammenhalt ist auch was, was unser Vereinsleben ausmacht”, bekräftigt Elke Alt. Und so gibt es keine Pause. Herbert Grönemeyer singt, Norbert Schmahl schwimmt - immer weiter dem Ziel entgegen.
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