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Beim Thema Drogen ist vor allem Klartext gefragt

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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Ein Tütchen Marihuana. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

Baesweiler. Cannabis und Klartext – darum ging es beim Präventionstag in der Settericher Realschule. Um den heißen Brei hat dort niemand herumgeredet. „Man muss realistisch sein: Eine weiterführende Schule ohne Cannabis-Konsumenten gibt es nicht mehr“, sagte Schulsozialarbeiter Hans-Peter Zillekens.

Umso wichtiger sei es daher, die damit verbundenen Gefahren zu benennen. „Information als Prävention“ – unter diesem Motto stand der erste Aktionstag seiner Art, an dem die vier zehnten Klassen der Realschule teilnahmen. Als Kooperationspartner waren Suchtberater der Alsdorfer Beratungsstelle des Diakonischen Werkes und die Polizei mit an Bord. Auch Lehrer der Schule suchten an einer der insgesamt vier Stationen das Gespräch mit den Schülern. Je eine Schulstunde verbrachten die 110 Schüler pro Etappe. Einen erhobenen Zeigefinder sahen sie an keiner davon. Hans-Peter Zillekens: „Durch bloßes Drohen erreicht man bei diesem Thema garantiert nichts!“ Stattdessen gab es Filme und Fallbeispiele, die die Polizei schildern konnte. Offen über das Thema zu sprechen, sei der richtige Weg. Zillekens: „Ich weiß von vielen Schulen, die das Thema immer noch komplett verschweigen, weil sie fürchten, in einen schlechten Ruf zu geraten.“

Der offensivere Weg der offenen Aussprache schien den teilnehmenden Schülern am Donnerstag gut zu gefallen. In Gesprächsrunden sprach so mancher über eigene Erfahrungen mit Cannabis oder Dinge, die er im Freundeskreis beobachtet hat. Durchaus unterschiedlich waren die Einschätzungen, was mögliche Auswirkungen betrifft. „Wer kifft, verändert sich total, der driftet richtig ab“, befand einer der Jugendlichen. „Ach, wer das in geringen Mengen tut und das kontrollieren kann, für den ist es schon Ok“, entgegnete ein anderer. An Diskussionsstoff mangelte es bei den Teenagern nicht, so dass ihnen die erwachsenen Begleiter gar nicht so häufig die Bälle zuspielen mussten.

Willkommene Fluchtmöglichkeit

Das Thema ein für alle Mal auf die Tagesordnung gesetzt zu haben, ist womöglich das wichtigste Resultat der  Aktion am Donnerstag, die es erneut an der Schule geben könnte, dann eventuell auch für jüngere Schüler. Doch zunächst sind die Eltern an der Reihe, die in der kommenden Woche einen Infoabend besuchen können. Die bisherige Zahl der Anmeldungen hat den Schulsozialarbeiter verblüfft. „Bei kaum einem anderen Thema war die Resonanz so groß.“ Ob gestiegene Anforderungen im Schulalltag ein Grund dafür sind, dass Cannabis „heute wieder sehr gefragt ist bei den Schülern“, wie Zillekens sagt? Darüber kann man spekulieren. „Es ist deutlich zu spüren, dass Fluchtmöglichkeiten Schüler sehr willkommen sind. Und dazu dienen ihnen häufig die Drogen.“

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