Nordkreis - Bei Infotagen fordern „Wahlchecker“ die Politiker heraus

Bei Infotagen fordern „Wahlchecker“ die Politiker heraus

Von: bea/hob/ssc
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Gestatten, wir sind „Checker“! Als „Wahlchecker“ sind auch die Schülervertreter der Realschule in Setterich mit ihrem SV-Lehrer René Langohr (Mitte) aktiv. Foto: Stefan Schaum
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Rege Diskussion im Jugendbeirat in Herzogenrath: (v.r.) Larissa Tevlin, Mike Grefen, Shaquille Zupanc, Adrian Erkens, Christoph Pelzer und Tobias Regus. Zum Gremium gehören auch Julia Vilvoyé, Dominik Zierden, Lukas Beitz, Melanie Lückhoff und Roxanna Shad. Foto: sm

Nordkreis. „Es betrifft ja auch mich, deshalb sollte ich auch mit entscheiden, was da abgeht.“ Für Lukas Beitz, 20 Jahre alt und Schüler der Gesamtschule Merkstein, ist klar: Wählen gehen ist angesagt am 25. Mai. Ob sich dadurch etwas ändert? Die Gruppe um in herum ist indifferent. Man einigt sich schließlich auf ein „mal sehen ...“.

Doch bevor man sein Kreuzchen hinter einer Partei macht, muss man wissen, wofür diese steht. Das will der Herzogenrather Jugendbeirat ergründen und zwar anhand von Themen, die die Mitglieder besonders interessieren. Deshalb beteiligen sie sich am Projekt „Das geht!“, um zusammen mit Steffen Mingenbach vom Bildungsbüro der Städteregion den „Dialog zwischen Jugend und Politik“ zu fördern.

In fünf Städten der Städteregion, im Nordkreis sind es neben Herzogenrath auch Alsdorf und Baesweiler, wird es Informations- und Motivationsveranstaltungen zur Kommunal- und Europawahl geben, zu denen sich die Schüler schon jetzt anmelden können.

Viele Workshops

Die Jugendbeirats-Mitglieder in Roda haben schon eine längere Vorbereitungsphase hinter sich, nun stehen die Themen für „Das geht!“, die Infoveranstaltung, die am Dienstag, 20. Mai, von 8.30 bis 15 Uhr im Klösterchen an der Dahlemer Straße über die Bühne geht.

An diesem Tag wird es Workshops geben: Ein Improvisations-Theater erarbeitet ein Stück unter dem Titel „Entschuldigung, ich hätte noch was zu sagen“; eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit Datenschutz bei Smartphone, Computer und Social Media, eine andere entwickelt einen politischen Rap. Ein Planspiel „Was habe ich als Jugendlicher vor Ort für Möglichkeiten, mich einzubringen?“ ist im Angebot.

Und ein Video-Wahlwerbespot „Warum muss man wählen?“ wird gedreht, von Jugendlichen für Jugendliche. Zudem wird ein Markt der Möglichkeiten präsentiert. Um 13 Uhr öffnet die „Arena“: Hier werden die Workshop-Ergebnisse präsentiert. Dann heißt es „Feuer frei!“, aufmerksame Zuhörer sind die Vertreter der Parteien, die zu den Kommunalwahlen antreten und sich den Fragen der Schüler stellen.

Ab dem 5. Mai online ist zudem der „Wahlchecker“, ein Projekt in Kooperation mit der Aachener Stiftung Kathy Beys, den die Jugendlichen in Zusammenarbeit mit den Lokalredaktionen der Tageszeitungen erstellt haben.

Mitunter auch knallhart

Provokante Thesen, aber auch knallharte Forderungen an die Politiker haben die Jugendlichen darin formuliert. Die Politiker vor Ort bewerten diese Vorstellungen mit „Ich stimme zu“, „Ist mir egal“ oder „Ich lehne ab“. Online haben danach alle Interessenten die Möglichkeit, sich ein Bild von den einzelnen Parteien zu machen.

„Der städtische Bauhof soll die Jugendlichen beim Bau der Mountainbike-Strecke im Grube-Adolf-Park unterstützen“ und „Alle Schüler bekommen Laptops und die Schulen freies WLAN“ sind nur zwei Forderungen aus Herzogenrath.

In Alsdorf haben Schülervertreter der weiterführenden Schulen die Thesen formuliert, die zur Abstimmung im Internet stehen. Hier einige Kostproben: „Alsdorf braucht eine Großraumdisco“, „Vandalismus an öffentlichen Plätzen soll durch Videoüberwachung eingedämmt werden“ oder „Alsdorf braucht (wieder) ein Musikfestival am Weiher“.

Zustimmung oder Ablehnung durch die Politiker soll den jungen Leuten bei ihrer Entscheidungsfindung helfen. Welche Partei kommt den Vorstellungen und Wünschen der Jugendlichen am nächsten, wer fällt durchs Raster? Durch diesen Prozess soll vor allem den Erstwählern die Wahl schmackhaft gemacht werden.

Solche Erstwähler finden sich auch in der Schülervertretung der Realschule in Setterich, die die Thesen für Baesweiler formuliert hat. Vor allem das Thema Sport („Baesweilers Fußballplätze sollen für jedermann zugänglich sein“), Wilder Müll („Baesweiler braucht ein Sauberkeitskonzept“) oder Shopping („Baesweilers Einkaufszentren sollen attraktive Geschäfte bekommen“) hatten die Teenager im Blick.

Die Forderung nach dem Bau von Turnhallen oder Fast-Food-Restaurants warfen die Schüler nach längerer Diskussion wieder über Bord. 15 Thesen blieben am Ende übrig, die online zu sehen sein sollen.

Dann wollen Samed Ataman, Serkan Cevik, Lara Jansen, Enrico Faes, Koray Ergamalioglu, Amra Omeragic und Lukas Wamper es wissen: Wie denken die Politiker über unsere Ideen?

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