Begegnung mit dem Papst und ein Ausblick aufs neue Jahr

Von: Markus Roß
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Sieht die Pfarrei St. Sebastian vor neuen Herausforderungen. Pfarrer Rainer Gattys. Foto: Roß

Würselen. Auch für Pfarrer Rainer Gattys, dem Leiter der Pfarrei St. Sebastian, geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Einen Rück- und einen Ausblick macht er im Interview mit unserem Mitarbeiter Markus Roß.

Herr Pfarrer Gattys, das Jahr 2013 geht langsam zu Ende. Welche Begegnung hat Sie in diesem Jahr am meisten berührt?

Gattys: Es waren zwei Ereignisse, Begegnungen: Es war die Feier des Gründonnerstags in der Pfarrkirche mit den Christen aus allen Kirchen der Pfarrei mit den Kindern, die in diesem Jahr zur Kommunion gingen und deren Eltern. Es war eine Erfahrung der Zusammenkunft in Eintracht um den einen Herrn, der alle an seinen Tisch lädt. Die zweite Begegnung war die persönliche Begegnung mit Papst Franziskus am 11. Oktober im Vatikan im Apostolischen Palast. Es war seine Bitte bei der Überreichung des Rosenkranzes: Beten Sie für mich.

Papst Franziskus wirbt in seinem „Apostolischen Schreiben“ für eine grundlegende Reform der katholischen Kirche. Wie laufen die Diskussionen in der katholischen Kirche in Würselen?

Gattys: Es handelt sich um ein 190 Seiten starkes Dokument mit sehr vielen einzelnen Bereichen und auch Zielprojektionen/Wünschen. Wichtig für die Seelsorge in St. Sebastian ist die Ermutigung und die Aufforderung, das Vertraute zu verlassen, um zu den Menschen zu gehen, die hier in unserer Stadt leben ungeachtet ihrer Lebensgeschichten. Der Ansatz einer aufsuchenden Seelsorge wird damit nochmals bestärkt und bestätigt, was mich sehr freut, da wir diesen Weg schon seit Jahren eingeschlagen haben. Inwieweit seine Träume einer Dezentralisierung der Kirche auch auf das Verhältnis Bistum – Pfarrei zu übertragen sind und in unserem Bistum durchgeführt werden, kann ich nicht beurteilen. Alles in allem zeigt das Dokument eine erfrischende an der realen Welt orientierte Offenheit ohne Berührungsängste. Und das ist sicher mehr als diskussionswürdig.

Welche Herausforderungen stehen für die Pfarrei St. Sebastian in 2014 an?

Gattys: Nach den ersten vier Jahren der Bestandsaufnahme, der Abarbeitung alter Lasten, der Konsolidierung steht die Pfarrei vor neuen Herausforderungen, wie können wir in den verschiedenen Ortsteilen Orte für kirchliches Leben erhalten und gleichzeitig die Vorgabe des Bistums erfüllen, ein Drittel der pastoral genutzten Gebäudekubatur aus der Förderung durch das Bistum zu nehmen. Die größte pastorale Herausforderung stellt für mich das riesige Neubaugebiet Kapellenfeldchen dar. Wie erreichen wir als Pfarrei die Menschen dort? Dies ist sicher eine Aufgabe, die den Intentionen von Papst Franziskus entspricht.

Bleibt für Sie persönlich an Weihnachten etwas Zeit und Muße zum innehalten?

Gattys: Wenn ich bis zum 24. alle Gottesdienste, Predigten, Briefe und Karten geschrieben und vorbereitet habe, dann kann ich die Gottesdienste intensiv mitfeiern bei aller Konzentration, die sie abverlangen, das ist ein Innehalten in der Aktion. Nach der letzten Christmette so gegen 1 Uhr werde ich dann zu Hause noch ein wenig den Messias von Händel hören und Weihnachtspost öffnen und lesen. Am Weihnachtstag darf ich mit der Familie eines befreundeten Mitbruders zu Mittag essen und den Tag bis zum Abend verbringen. Am Stephanustag werde ich liebe Freunde in Düren besuchen. Ich muss in diesen Tagen immer besonders an die denken, die nicht wie ich freiwillig alleine sind, sondern an diesen Tagen ihr Alleinsein und auch ihre Einsamkeit bitter spüren und erfahren, weil ihre Beziehung zerbrochen ist, ein lieber Mensch gestorben ist oder sie aus welchen Gründen auch immer keinen haben, mit dem sie diese Tage teilen und verbringen können. Und ich denke an diejenigen, die für andere ihren Dienst tun: in den Altenheimen, Krankenhäusern, bei der Polizei oder bei der Feuerwehr und vielen anderen Diensten.

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