Beatrix Hinrichs ist neue Leiterin der Settericher St.-Andreas-Schule

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
6300060.jpg
Eine Schulleiterin mit zwei Arbeitszimmern: Frühmorgens ist Beatrix Hinrichs in der Lovericher Grundschule vor Ort (Bild). Gegen 9.30 Uhr fährt sie dann an den Settericher Standort an der Bahnhofstraße. Foto: S. Schaum

Baesweiler. Es ist keine leichte Aufgabe, die Beatrix Hinrichs seit wenigen Wochen vor der Brust hat: Aus zwei ehemals eigenständigen Grundschulen will sie eine Einheit formen, ohne dass eine der beiden ihr bisheriges Profil verliert. Sicher werden sich ein paar Dinge im gewohnten Schulbetrieb verändern müssen – aber möglichst so, dass Schüler und Eltern davon ganz wenig spüren. Das ist knifflig.

Und so leistet die 59-Jährige seit Schuljahresbeginn als Leiterin der Verbundschule St. Andreas – mit Standorten in Setterich und in Loverich – viel Abstimmungsarbeit.

Die Dorfschule sollte bleiben

Nötig geworden war die Fusion der Schulen, weil die Schülerzahlen in Loverich nur noch knapp bei 92 liegen. Diese Marke gibt die Düsseldorfer Landesregierung als Mindestzahl vor, um eine Grundschule eigenständig führen zu dürfen.

Aktuell besuchen zwar 94 Schüler die Schule – doch nicht alle kommen aus dem Einzugsgebiet Loverich, Floverich und Puffendorf. Weil man aber nicht darauf vertrauen könne, dass auch künftig zusätzliche Schüler aus Setterich und Baesweiler in Loverich angemeldet werden, hatte die Stadt als Schulträger die Weichen gestellt, um die Dorfschule wohnortnah als so genannten „Teilstandort“ erhalten zu können.

Den nötigen Fahrplan erstellt das Lehrerkollegium. 20 Pädagogen sind im Team, zwölf in Setterich, acht in Loverich. „Wir sind noch in der Findungsphase“, sagt Hinrichs, die pro Woche einen „Präsenztag“ vorgibt, an dem alle Lehrer auch nachmittags in einer der Schulen bleiben, um einander kennenzulernen und sich in beiden Gebäuden zurechtzufinden.

Konferenzen, Gesprächsrunden – das alles wird künftig gemeinsam stattfinden, und bei personellen Engpässen sollen die Lehrer sich „standortübergreifend“ vertreten können, wie Hinrichs sagt.

In die Region kam die verheiratete Mutter zweier erwachsener Söhne 1996, damals als Lehrerin an die Grundschule Herzogenrath-Kämpchen, deren Konrektorin sie 2002 wurde. 2011 wechselte sie als Leiterin an die Katholische Grundschule Heinsberg-Straeten.

„Die ist vom Aufbau fast identisch mit der Lovericher Schule“, sagt Hinrichs. Und sie teilt das gleiche „Schicksal“: Bald soll sie mit einer größeren Grundschule fusioniert werden, dann wird der zweite Schulleiterposten gestrichen.

Beatrix Hinrichs begrüßt es, mit dem Blick einer bislang „Außenstehenden“ antreten zu können. „Wäre die Leitung aus einem der bestehenden Kollegien gekommen, hätte sich die andere Schule womöglich benachteiligt gefühlt.“

Zur Ausgewogenheit gehöre es auch, dass der Schulträger weiterhin jedem Standort einen eigenen Etat zur Verfügung stelle. So kann nicht ein Gebäude auf Kosten des anderen „aufgehübscht“ werden.

Beatrix Hinrichs legt großen Wert darauf, dass Traditionen Traditionen bleiben. Der Schulchor in Loverich und die dortigen großen Nikolaus- und Karnevalsfeiern – die soll es weiterhin geben. Ebenso die viele AG-Stunden im kulturellen Bereich in Setterich.

Langfristig soll sich aber ein gemeinsames Schulprofil herauskristallisieren, sie spricht dabei von einem Drei-Jahres-Plan. „Mir schwebt eine Kulturschule vor – und viele passende Inhalte gibt es ja bereits.“ In Straeten hatte sie ein Musical mit Schülern auf die Beine gestellt, „und dabei sind viele Kinder richtig aufgeblüht, die in den Leistungsfächern Schwierigkeiten hatten“.

Kunst als Lernmotivation, als Erfolgserlebnis – das will sie fördern und dabei Dinge aus den AGs in den regulären Unterricht einfließen lassen. Alles Schritt für Schritt. „Wir werden niemanden überfordern, vom Lehrer bis zu den Schülern.“

Unterstützt wird Hinrichs von Konrektor Michael Roosen, der auch bislang zur Settericher St.-Andreas-Schule gehörte und dort vor Ort bleibt. Die Leiterin muss hingegen pendeln, denn sie hat ja zwei Arbeitszimmer, eines pro Standort. Morgens ist sie zunächst in Loverich, zur großen Pause fährt sie nach Setterich.

So viel ist sicher: Den Überblick im Schlüsselbund wird sie nicht verlieren. „Die Lovericher Schule ist zum Glück so klein, dass man mit einem Schlüssel alle Türen im Gebäude öffnen kann!“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert