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Bauteilbörse: Wohlsortiert für Selbermacher und Sparfüchse

Von: jk
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Viel Arbeit: In der Bauteilbö
Viel Arbeit: In der Bauteilbörse an der Jüderstraße 1 wird fleißig gewerkelt. In dem Beschäftigungsprojekt werden gebrauchte und neue Hausbauteile gesichtet und bis zum Verkauf gelagert. Foto: Jule Klieser

Herzogenrath. Bauteile für den kleinen Geldbeutel bietet die Recyclingbörse jetzt in der neu eingerichteten Halle an der Jüder-straße 1 an. Fliesen, Waschbecken, Fenster, Türen, Parkett, Dämmmaterial, Heizkörper und manches mehr warten übersichtlich sortiert auf ihre Wieder- oder Weiterverwendung.

„Ökologisch sinnvoll” nennt das Wilfried Hammers, Vorsitzender des Vereins Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen, der die Recyclingbörse als Beschäftigungsprojekt organisiert. Gesammelt werden Restposten oder Überzähliges aus Gewerbebetrieben, aber auch Gebrauchtes, gut Erhaltenes von Privatleuten. Wer zum Beispiel ein paar Kisten Fliesen im Keller hat und nicht mehr braucht, ist mit seiner Gabe willkommen. Schon seit zwölf Jahren werden bei der Recyclingbörse Bauteile in kleinem Umfang gesammelt und es gab eine kleine Ecke in der Börse Schmiedstraße dafür. Hammers führte Gespräche mit Handwerksbetrieben, ob sie die Sache unterstützen. Immer wieder gebe es junge Familien, die anfangen ein Haus zu bauen. Dann explodieren die Kosten oder die Bank zieht den Kredit zurück. Doch das Haus muss so oder so fertig werden. „Solche Menschen kommen oft zu uns. Aber nicht alle bauen alles selbst ein.”

Auch Handwerker gefragt

Deshalb sucht Hammers Handwerksunternehmen, die Aufträge mit dem schon vorhandenen Material annehmen. Oder die Mitarbeitern des Beschäftigungsprojektes Praktika anbieten. „So könnten unsere Leute auf dem ersten Arbeitsmarkt Erfahrungen sammeln und ihre Chancen verbessern.”

Architekten, die im Bestand bauen sowie Abbruchunternehmen sind für Hammers ebenfalls gern gesehene Partner, denn er sieht die Börse als Platz für regen Austausch mit Wiederverwertbarem. Mit der neu gestalteten Halle sind die räumlichen und logistischen Voraussetzungen geschaffen. Schon jetzt ist ein emsiges Hin und Her zu beobachten, denn insgesamt zwölf Mitarbeiter packen an, holen Sachen, laden aus, richten her.

Inspiriert wurden die Organisatoren von einem Modell in der Schweiz. Dort gibt es eine gut funktionierende, flächendeckende Bauteilbörse. Anders als dort ist die Herzogenrather Börse gemeinnützig und eng mit dem Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt verbunden. Sie will sich nicht als Konkurrent gewerblicher Baustoffhandel sehen. In der Halle, die vorher als Möbel- und Hausratlager diente, wird zusätzlich eine Fahrradwerkstatt eingerichtet. Rund 60 gebrauchte Drahtesel warten schon auf Abnehmer, Nachschub gesucht. Die Waren bei der Börse sind preisgünstig, doch „verramschen wollen wir auch nichts”, sagt Hans Michael Peinkofer, 2. Vorsitzender des Trägervereins.

Schließlich sei es auch Ziel, mit der Projektfinanzierung „auf die geplante Null” zu kommen, das heißt, kostendeckend zu arbeiten. Im Bauteilnetz Deutschland ist der Verein Mitglied. Dort kann, wer immer etwas sucht oder loswerden will, per Internet mit Anbietern und Interessenten in Kontakt treten. Doch die Recyclingbörse sieht sich als regionale Einrichtung. „Die meisten wollen Bauteile vorher sehen und anfassen.” Geöffnet sind Recyclingbörse und Fahrradrecycling montags, mittwochs und freitags, 14 bis 18 Uhr, samstags, 10 bis 13 Uhr, Telefonnummer 02406/6657893.
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