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Baustellen in Rodas Sportlandschaft im Blick

Von: mabie
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Was wird, wenn die sanierungsbedürftige Schwimmhalle Kohlscheid geschlossen werden muss? Dass ein kommunal getragener Ersatz her muss, darüber waren sich alle einig. Mit Blick auf eine Interimslösung für die betroffenen Vereine – Kohlscheider Schwimmclub, Versehrtensportgemeinschaft (VSG) Kohlscheid, DLRG sowie die Triathleten der DJK Elmar, ist zumindest der Druck auf die Politik erhöht worden. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Eines war am Ende des Forums „Rodasport 2020 plus“ in der Aula des Schulzentrums klar: Es ist ein sehr weites Feld, das Politik, Sportvereine und die Verwaltung da bestellen müssen. Zwar wollte sich niemand aus der Stadtverwaltung den Fragen und Anliegen der Sportler stellen. Dafür war das vom Stadtsportverband Herzogenrath in Kooperation mit unserer Zeitung veranstaltete Podium mit Vertretern aller in Roda lokalpolitisch aktiven Parteien gut besetzt.

Meist aus dem Vereinssport stammten die aufmerksamen Zuhörer. Zum Einstieg mussten die Politiker auf Frage unserer Redakteurin Beatrix Oprée, die an diesem Abend die Diskussionsleitung innehatte, in Sachen eigener sportlicher Aktivität Farbe bekennen.

Vom Halbmarathonläufer Bruno Barth (SPD), Spaziergänger Reimund Billmann (CDU) über Radlerin und Gymnastik-Fan Anne Fink, die für den erkrankten Fraktionssprecher Folker Morschel eingesprungen war, über den bald wieder aktiven Tänzer Stefan Kuklik (Piraten) und den derzeit eher durch fußläufigen Wahlkampf aktiven Björn Bock (FDP) bis zum begeisterten Radfahrer Toni Ameis (Die Linke) reichte die Palette.

So zeichneten die Parteienvertreter implizit ein Bild des breit gefächerten sportlichen Bedarfs in Roda. „Wie sie wissen, sind wir eine Stadt mit drei Zentren, und in jedem wird immer alles vorgehalten“, sagte Billmann. Das gelte nicht nur für Sporthallen – mit dem Freibad Merkstein und den Hallenbädern in Mitte und Kohlscheid treffe dies auch auf den Schwimmsektor zu.

Steuererhöhungen unvermeidlich

Vor allem das Hallenbad Kohlscheid mit seinem Sanierungsbedarf, der aktuell auf rund 4,5 Millionen Euro geschätzt wird, war ein Kernpunkt der Diskussion. Für die Lokalpolitiker stellte sich nicht die Frage, ob es erhalten werden solle, sondern wie. „Wir müssen hier ein Bad in städtischer Trägerschaft erhalten, kein privates Spaßbad“, machte Bruno Barth deutlich.

Björn Bock sah im Sinne des Erhalts des Bades in städtischer Trägerschaft angesichts der Auflagen durch das Haushaltssicherungskonzept eine zwingend notwendige Mehrbelastung der Bürger kommen: „Wenn wir das Bad sanieren, werden wir um eine Steuererhöhung nicht herumkommen.“ Stefan Kuklik und Anne Fink waren sich mit Bruno Barth einig, dass über ein gezieltes Gebäudemanagement künftig ähnliche Fälle des Sanierungsstaus bei öffentlichen Einrichtungen vermeidbar seien.

Der demografische Wandel, ein weiterer Themenblock, ist auch eine Herausforderung für die Vereine, da waren sich die Politiker einig. „Es sollte auch ein Angebot für ältere Menschen geben“, sagte Anne Fink, die an die Sportvereine appellierte, diese Aufgabe umzusetzen. „Die Vereine tragen große Verantwortung, ältere Menschen an den Sport heranzuführen“, ergänzte Toni Ameis, der aber auch die Politik gefordert sah, als Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung. „Das Schöne am Sport ist, dass er generationsübergreifend ist“, sagte Stefan Kuklik, der sich von der Verwaltung wünschte, entsprechende Sportangebote in der Stadt zu sammeln und zu publizieren.

„Verwaltung“ war auch ein Stichwort, als es um die Verteilung des Geldes aus der Sportpauschale ging. 130.000 Euro gibt es jährlich, 65.000 Euro davon durfte der Stadtsportverband – unter Billigung des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur – an die 51 Mitgliedsvereine verteilen. Im Haushaltssicherungskonzept ist diese Summe auf 13.500 Euro gekürzt worden. „Ist dies das schleichende Ende des 2007 geschlossenen Pakts für den Sport?“, fragte Moderatorin Beatrix Oprée. „Nein, der Pakt des Sports ist nach wie vor gültig“, versicherte Bruno Barth.

Nur die Verteilung habe sich geändert, das Geld fließe ja nach wie vor in den Sport. Manfred Borgs, Geschäftsführer des Stadtsportverbands, bejahte dies zwar, machte aber deutlich, dass Fördermaßnahmen zugunsten der kommunalen Anlagen weggefallen seien: „Vereinseigene Sportheime können so nicht mehr unterstützt werden!“ Was Barth eingestehen musste.

Verwaltung im Fokus

Zwei weitere „Baustellen“ – ein Ersatz für den in Bauland umgewandelten Tennenplatz Ruifer Straße des SuS Herzogenrath sowie der Trainingsplatz „Am Langenpfahl“, dem gewünschten Bau der Osttangente in Kohlscheid im Wege – standen ebenfalls zur Diskussion. Für die Politiker war klar, hier ist dringender Handlungsbedarf. Die in Kohlscheid betroffenen Vereine, der Ballspielclub (KBC) und die DJK Elmar, haben, wie sich herausstellte, schon einen gemeinsamen Plan entwickelt.

Wie dringend nötig eine Ersatzlösung ist, verdeutlichte KBC-Vorsitzender Wilfried Bücken: „Wir haben 300 Jugendliche.“ Schon jetzt sei die Frage nach dem Wo des Trainings ein Problem. „Wir haben eine Bambini-Mannschaft, die noch nie draußen trainieren konnte, weil uns der Platz fehlt!“

Auf der Suche nach Adressaten für organisatorische Probleme meldete sich am Ende auch Dr. Luise Rütters, Chefin der VSG Kohlscheid, zu Wort: „Wir brauchen dringend Hallenzeiten“, denkt sie bereits an die Zeit nach der notwendigen Schließung des Kohlscheider Bads. Eine Reihe von Mängeln an den Sportstätten habe sie überdies immer wieder der Verwaltung gemeldet, nichts sei geschehen. Karl-Heinz Tinnemann, DJK Elmar Kohlscheid, berichtete von Aschebahnen, die durch falsche Pflege betonartig würden.

An diesem Punkt der Diskussion versuchte die Politik, den Spielball zur nicht anwesenden Verwaltung zu werfen: „Wir Politiker können das nur in die Verwaltung transportieren“, zuckte Bruno Barth als Vorsitzender des Sportausschusses mit den Schultern. Das Bestellen des Feldes – von der Platzpflege bis zur Gebäudeunterhaltung – müsse die Verwaltung erledigen, da war sich das Podium auch nach Nachhaken der Moderatorin einig: „Wir können ja nicht sehen, wie es unter dem Schwimmbecken aussieht.“ Die Gäste im Saal überzeugte das nicht unbedingt.

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