Radarfallen Blitzen Freisteller

Baustelle Medizinisches Zentrum: Empörte Anwohner fordern Kontrollen

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
mm
mm

Würselen. Gegen die mit der Erweiterung des Medizinischen Zentrums (MZ) Marienhöhe verbundenen, schon mehrere Monat andauernden Belästigungen regt sich massiver Widerstand.

Ihrem Ärger Luft machten die Anlieger vor allem der Dobacher Straße und der Salmanusstraße bei einer Informationsveranstaltung, zu der Helmut W. Herzog, Hans Willi Knauf, Heinz Schilde und Heinz Willi Müller, ebenfalls betroffene Anlieger, in den Salmanushof eingeladen hatten. An die 50 Anwohner entrüsteten sich vor allem darüber, wie der Schwerlastverkehr seit Wochen schon über die beiden besagten Straßen abgewickelt wird.

Ihre größte Sorge ist, dass ihre Kanal-Hausanschlüsse unter der Last der 30- beziehungsweise 40-Tonner Schaden nehmen könnten. Und sie bei deren Reparatur zur Kasse gebeten würden. Wenn auch gegen den Erweiterungsbau selbst nichts einzuwenden sei, so dürften die Anwohner doch erwarten, dass sich die Belästigungen in Grenzen hielten.

Wie Helmut W. Herzog berichtete, sind schon Gespräche mit dem Technischen Beigeordneten der Stadt, Till von Hoegen, geführt worden. Die Stadt habe den Ist-Zustand des Hauptkanals bereits dokumentiert. Dazu Ralf Hartmann vom Tiefbauamt in der Versammlung: „Er ist bis auf den normalen Verschleiß in Ordnung.” Auch sei - so Herzog - der Zustand der beiden Straßen vor Baubeginn, wie in einem Schreiben vom 24. November 2011 mitgeteilt, dokumentiert worden. Dass den Anwohnern in diese Dokumentation noch keine Einsicht gewährt worden sei, monierte er. Was die Kanal-Hausanschlüsse anbetreffe, seien die Anwohner in der Beweispflicht. Deshalb riet Herzog ihnen, den Ist-Zustand von einer Kamera auf die Platte bannen zu lassen. „Doch was ist mit den Schäden, die bisher schon verursacht worden sind?”, fragte Hans Willi Knauf nach. Darauf gab es in der Versammlung als Antwort nur ein allgemeines Schulterzucken.

Dass die beiden Straßen für den Schwerlastverkehr nicht geeignet seien, dem widersprach die Leiterin des Tiefbauamtes der Stadt, Annette Hunscheidt. Ein Anlieger begründete diese Behauptung damit, dass die alten Straßen zwar in jüngster Vergangenheit eine neue Oberschicht erhalten hätten, am Unterbau aber nichts getan worden sei. Herzog behauptete, es gebe andere Möglichkeiten als über die Salmanusstraße die Baustelle anzufahren. Er schlug als eine Möglichkeit den Wirtschaftsweg vor. Dazu Annette Hunscheidt: „Er hat nicht den erforderlichen Unterbau.”

Außerdem sei er bei seinem Ausbau öffentlich mit 25 Jahren Bindung gefördert worden. Ergänzend dazu kam aus der Versammlung, dass am Ende dieses Weges derzeit ein anderes großes Gebäude errichtet werde, mit dem das „Krankenhaus” nichts zu tun habe. Dem MZ wurde vorgehalten, „sich seine Straße nicht kaputt fahren zu lassen.” Regelrecht empört waren die Anlieger darüber, dass weder von der Polizei noch vom Ordnungsamt Kontrollen durchgeführt worden seien, wenn die Schwerlaster über die Bürgersteige und durch die Straßen „bretterten”.

Sie schlossen nicht aus, dass durch Erschütterungen Schäden an den meist alten Häusern auftreten könnten. Eine Antwort erwarten die Betroffenen auch auf die Frage, was aus der Zufahrt zum Krankenhaus über die Salmanusstraße werde, wenn der Erweiterungsbau stehe. Ihr Befürchtung ist, dass dann die Hauptzufahrt von dort erfolgen könnte. Für sie lag der Verdacht nahe, da derzeit ein privates Labor schon von dieser Krankenhausseite angefahren werde. Dass dies der Firma von der Stadt schriftlich untersagt worden sei, betonte Annette Hunscheidt.

Es gab viele Fragen, die in der Versammlung nicht geklärt werden konnten. Sie mitnehmen zu wollen, versicherten die beiden Mitarbeiter der Verwaltung. Weiter das Gespräch mit dem Technischen Beigeordneten Till von Hoegen suchen zu wollen, versicherte Herzog. Zunächst ging es den Anwohnern darum, dass zur Minimierung der Belästigungen vermehrt Kontrollen durchgeführt werden.

Guter Rat ist teuer

Den Anwohnern riet Herzog, umgehend ihren Kanal-Hausanschluss dokumentieren zu lassen. Wie dabei vorgegangen werden könnte, erläuterte Ralf Jansen von der Firma Arei (Abwassertechnik). Nach einer Vorabprüfung liege es beim Anlieger, ob er eine Kamerabefahrung durchführen lassen wolle oder nicht. Dass schnell gehandelt werden müsse, darin waren sich alle anwesenden Anwohner einig. Wenn jedoch Schäden am Anschluss festgestellt würden, dann müssten diese möglichst bald behoben werden. Da war für eine Reihe von Anwohnern trotz der informellen Beratung an diesem Abend guter Rat teuer.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert