Ballwechsel im Rekordtempo beim 6. Eurode Cup

Von: bj
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Jagd nach dem Federball: Beim Badminton ist voller Einsatz gefragt. Foto: Benjamin Jansen

Herzogenrath. Die letzten Sonnenstrahlen blitzen durch das Hallenfenster, als das erste Viertelfinalspiel des 6. Eurode Cups in die Verlängerung geht.

David Noya wischt sich den Schweiß von der Stirn, doch auch nach 40 hart umkämpften Ballwechseln darf sich der Badminton-Trickser aus Gulpen nicht ausruhen. Im Gegenteil: Er und sein niederländischer Doppel-Partner Tom Brouns müssen jetzt hellwach sein. Denn jeder Punkt kann über Sieg und Niederlage entscheiden.

Noch knapper

Die Rallypoint-Zählweise, die sich im Volleyball und Tischtennis etablierte, hat auch der Rückschlagsportart Badminton ihren Stempel aufgedrückt. „Die Ergebnisse fallen knapper aus, die Spiele sind noch spannender”, hat Ulrich Schaaf, Präsident des Badmintonlandesverbandes NRW, beobachtet. Das merkt man auch beim Eurode Cup, der Jahr für Jahr zahlreiche Teilnehmer aus dem Dreiländereck anlockt. Besonders hoch im Kurs der Zuschauer stehen die risikofreudigen Akteure, die das Spiel noch schneller und noch spektakulärer machen.

Noya ist einer dieser Spieler, die das Risiko lieben. Beim Stand von 29:28 täuscht er einen kurzen Ball an, doch er entscheidet sich für einen „Lop”. Ein Fehler: Der Aachener Ramzi Abdul Rahim schmettert, Noyas Abwehr landet im Netz. Ein Raunen geht durch die Halle am Schulzentrum Herzogenrath. Matchball Nummer 7 ist Geschichte. 29:29 - der Nervenkrimi geht in die letzte Runde. So steht es in den Regeln.

Am 6. Mai 2006 stellte der Badminton-Weltverband die Zählweise um: Zwei Gewinnsätze bis 21 werden seitdem gespielt, am Satzende muss ein Vorsprung von mindestens zwei Zählern gegeben sein. Sonst geht es in die Verlängerung. Der endgültige K.o. folgt dann beim 30. Punkt.

Raus mit Applaus

Die Regeländerung vereinfacht Badmintonanfängern, die Herz und Kreislauf auf Touren bringen wollen, den Einstieg. Denn das Zählen stellt nun keine Barriere mehr da. Sie können munter drauf losspielen, Kraft, Schnelligkeit, Koordination, Ausdauer und das Reaktionsvermögen werden parallel trainiert.

Schnell reagieren müssen jetzt auch Noya und Brouns. Die Aufschlagannahme gelingt. Der kleine, weiße Federball saust mit Rekordtempo über das Netz. Nach einem kurzen Ballwechsel liegen sich die beiden Niederländer in den Armen. Punkt, Satz und Sieg! Für die Aachener Abdul Rahim und Einzelsieger Artur Mühlbeier heißt es dagegen raus mit Applaus. „Goed gespeeld, jongens”, lobt der sichtlich erschöpfte Brouns seine Kontrahenten.

Zeit zum Verschnaufen bleibt allerdings nicht, das Halbfinale wartet bereits. Dort haben die beiden Niederländer weniger Mühe, im Finale ist jedoch Endstation: Simon Höges und Felix Oberste-Dommes revanchieren sich im Auftrag ihrer Vereinskollegen und gewinnen im dritten Satz. Zwar ohne Verlängerung, aber nicht weniger spektakulär.
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