Bald geht im Energeticon die Sonne auf

Von: Beatrix Oprée
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Symbolischer Sonnenaufgang bei trübem Sommerregenwetter: Ralf Ochsenfort hebt die Sonnenscheibe über das Dach der Alten Schmiede hinweg. Foto: Beatrix Oprée

Alsdorf. Eine größere Symbolik kann es kaum geben: Ausgerechnet vor völlig verregneter und wolkenverhangener Kulisse suchte sich am Freitagmorgen ein Schwertransporter seinen Weg über das Annagelände. Seine wertvolle Fracht: die Sonne.

Besser gesagt eine im Durchmesser 4,50 Meter große gewölbte Scheibe, eine Kalotte, auch Kugelhaube genannt, gefertigt aus glasfaserverstärktem Kunststoff in weißlackiertem Stahlrahmen. Die Sonne ist zentrales Element des Energeticon – Ausstellungsort, Diskussionsforum und Bildungsstätte –, das am 8. September eröffnet wird, unter anderem mit einem Tag der offenen Tür ab 14 Uhr.

Dann wird der Besucher als erstes vom „Sonnenraum“ aufgenommen, den er vom taghellen Foyer aus durch eine Lichtschleuse betritt, wie Geschäftsführer Harald Richter erläutert. Basaltschotter soll den Eindruck einer unbelebten Erde vermitteln, die sich mit Betreten des Raumes in ein orange-rot glühendes Szenario verwandelt.

„Beim Hochschauen präsentiert sich eine virtuelle Sonnenkugel, die den ganzen Raum einnimmt“, umschreibt Andrew Holmes vom Stuttgarter Büro Light Design Engineering (LDE) sein spannendes Konzept, das Magnetfelder, Protuberanzen und Sonnenfelder veranschaulichen soll. Sechs Minuten dauert die Inszenierung von der glühenden Sonnenkugel mit lavaartiger Oberfläche über Sonnenblitz-Situationen bis zu einem gleißendem Weiß, das sich allmählich wieder abdunkelt und die Besucher aus orange-rot glühender Atmosphäre in den nächsten Ausstellungsraum, die „Schatzkammer“ entlässt, die fossilen und regenerativen Energien gewidmet ist.

Punktgenau abgesetzt

Ein Schwerlastkran und viel Know-how, unter anderem von Kranführer Ralf Ochsenfort, waren nötig, um die Sonnenscheibe über die Alte Schmiede hinweg zu hieven und punktgenau vor dem rückwärtigen Tor abzusetzen. Alle Hände voll zu tun hatte dabei auch Michael Shilad, mit seiner Metall- und Ladenbaufirma „Konstruktiv“ verantwortlich für die Installation der aufwendigen, rund 100.000 Euro teuren Anlage, für die eigens zwei schwere Träger unter der Decke eingezogen worden sind. Ein Spektakel, das sich Dr. Switbert Greiner, Geschäftsführer der Stuttgarter ArtEngineering GmbH nicht entgehen lassen wollte, der dafür eine mehrere Hundert Kilometer lange Regenfahrt auf sich genommen hatte. Von ihm stammen die Pläne zur technischen Umsetzung des Konzepts. Hunderte LED, in einem Tragering unter der Decke installiert, werden die unregelmäßige Kunststoffstruktur durchdringen, in einem darunter befestigten Trichter mit aufkaschierter Spiegelfolie reflektieren und die Kalotte so optisch zur Vollkugel, Durchmesser 15 Meter, ergänzen.

Komplettiert wird die Sonnen-Show durch einen im Kölner Büro 235Media entwickelten Soundtrack auf Basis von Sonnenstrahlen und -frequenzen.

Zwei Tage wird die Installation der Sonnenanlage in Anspruch nehmen, dann folgt die Justierung der Lichttechnik. Auf den Probelauf der virtuellen Sonne, Symbol für die Spenderin allen Lebens, sind alle Beteiligten gespannt. Energeticon-Chef Harald Richter veranschaulicht in diesem Kontext nur zu gerne: „Von der gesamten Energie, die die Sonne abstrahlt, kommt gerade einmal ein Milliardstel auf der Erde an. Und das ist immer noch das 7000-fache des Weltenergiebedarfs.“

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