Würselen - Bahnreise zieht Zuschauer in den Bann

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Bahnreise zieht Zuschauer in den Bann

Von: ehg
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Umwerfend komisch: Der Theater
Umwerfend komisch: Der Theaterverein Bardenberg spielte die Komödie „Stress im Champus-Express”. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Es war nicht der Cattanooga, Sonderzug nach Pankow, der mit fünf Minuten Verspätung - versteht sich - in Berlin über Bardenberg nach Aachen komödiantisch in der Mehrzweckhalle An Wilhelmstein Fahrt aufnahm.

Vielmehr war es der Champus-Express, der nur einmal im Jahr mit gut situierten Gästen auf Reisen geht. Auf die Schiene gesetzt wurde die Komödie in drei Akten aus der Feder von Bernd Spehling mit großem Aufwand vom Theaterverein Bardenberg in der Regie von Dagmar Thorand.

Die Zuschauer erlebten eine Bahnreise der besonderen Art, ganz ohne Bahncard 25, aber dafür mit offenen Sinnen für das, was sich mehr als zwei Stunden lang im Bistro des Champus-Expresses abspielte. Von den 13 Akteuren auf der Bühne wurde leichte Unterhaltung mit vielen Facetten geboten, die sich die Zuschauer genüsslich auf der Zunge zergehen lassen konnten.

Tollpatschiges Versteckspiel

Es waren die unterschiedlichsten Typen, die sich im Bistro über den Weg liefen, angefangen beim Schaffner (Robert Grabo), der kontrolliert, was das Zeug hält, dabei aber Unwillen bei den Fahrgästen hervorruft. Weiche Knie bekommt er, als die reizende Räuberin Kati (Stefanie Thomas) ihm schöne Augen macht, um von dem tollpatschigen Versteckspiel ihres Mannes (Dirk Kuntz) abzulenken. Ohne Taschenrechner geht beim ihm nichts, als er dem Versicherungsmakler (Harald Landes) 148,50 Euro Nachschlag aus der Tasche ziehen will, der seinerseits der auf guten Service bedachten Zugchefin (Simone Emmerich) eine Versicherung andrehen will.

Dazwischen funkt, immer ein kesses Wort auf den Lippen, die Bistrokellnerin (Angelika Kuntz), eine bei der Privatisierung der Bahn übernommene Bedienung, die mit Gastfreundlichkeit wenig am Hut hat. Sie erledigt nur ihren elenden Job! Sie schmeißt den Radfahrer (Wolfgang Krupp), der mit seinem fahrbaren Untersatz im falschen Zug gelandet ist und nun nicht so recht weiß, wohin er soll, kurzerhand raus, als dieser den Schaffner aufs Gemeinste beschimpft hat. Total abgehoben sind die Pathologin Professor Dr. Petra Piepenbrink (Hedwig Klinkenberg) und die aufgetakelte, mit Schmuck behangene Lieselotte (Birgit Delpy), die sich im Wichtigtun nur so überschlägt.

Kurz bevor der Champus-Express Bardenberg erreicht, tritt das Gangsterduo in Aktion. Kati verkeilt die Eingangstüren, während der männliche Teil wenig männlich der Bedienung die Pistole vorhält und ihr vorstottert: „Hände hoch, Überfall!” Für den restlichen Text muss er einen Spickzettel bemühen. Eine Schießbodenfigur! Völlig unberührt rückt die Serviererin die pralle Kasse heraus, während sich das „verrückte” Duo in der Hoffnung, den Zug beim Zwischenstopp in Bardenberg verlassen zu können, aus dem Staub macht. Holland ist aber in Not, als die Durchsage „Dieser Zug hält nicht in Bardenberg” über die Lautsprecher geht. Unterdessen preist der Schaffner „Luxusreisen zu kleinen Preisen” an. Und es erscheint der renitente Neffe von Lieselotte (Wolfgang Krupp) auf der Bildfläche, der in der siebten Klasse sitzt und da auch bleibt.

Das Gangsterduo kommt in immer größere Bredouille, das erbeutete Geld im Bistro zu verstecken. Köstlich, wie Räuber Rudolf eine Box mit Erfrischungstüchern den Bistro-Besuchern als Kunstwerk „verkauft”. Schließlich landet das Geld im Kühlschrank.

Der schönste Lohn

Da wittert die Bedienung ihre Chance. Sie befördert ihn kurzerhand in einer Kühlbox mit der Reinigungskraft (Myriam Rommerskirchen), die immer wieder die Szene aufgemischt und dabei einen Kollaps erlitten hat, ins Krankenhaus. Und zieht damit den Geldbeutel aus dem Verkehr.

Das Verwirrspiel erreicht seinen Höhepunkt, als die Polizei auf der Bildfläche erscheint. Auf der Suche nach den richtigen Worten stellt Axel Zöllner (Heiner Delpy) seine Kollegin Anne Kleinfeld (Heike Bongard-Landes) immer wieder auf die Probe. Dabei hätte sie durchaus ihren Job alleine machen können. Sie machen die beiden Räuber schließlich dingfest, während die Bistrokellnerin und die Reinigungskraft mit „ihrer” Beute auf Weltreise gehen. Der Überfall auf den Champus-Express ist für sie kein Thema mehr...

Für alle Akteure auf und hinter der Bühne war der Applaus, den sie am Ende der Premierenvorstellung ernten durften, der schönste Lohn, ganz ohne Beute!

Zwei Aufführungen in Europaschule Herzogenrath

Weitere Aufführungen< gibt es am Samstag, 22. September, und Sonntag, 23. September, um 19.30 Uhr beziehungsweise 16 Uhr im Kulturzentrum Frankental Stolberg sowie am Samstag, 29. September, und Samstag, 6. Oktober, um 19.30 Uhr in der Europaschule Herzogenrath.

Karten gibt es im Vorverkauf bei Schreibwaren Pfennings, Dorfstraße 2a und Kaiserstraße 25-27, bei der Buchhandlung Leufgens, Rathausstraße 66 in Stolberg, im Salon Thomas, Rosenallee 15 in Eschweiler, in der Buchhandlung Katterbach, Ferdinand-Schmetz-Platz 1-3 in Herzogenrath, sowie im Foyer des Herzogenrather Rathauses, Rathausplatz 1.

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