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Bahnhöfe: Ein weiter Weg bis zur Barrierefreiheit

Von: Yannick Longerich
Letzte Aktualisierung:
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Ab 2020 soll in Herzogenrath der neue Rhein-Ruhr-Express halten: Dafür wird die Bahn die Bahnsteige verlängern. Die angestrebte Barrierefreiheit sowohl am Bahnhof als auch im Zentrum der Stadt stellt die Verantwortlichen vor Probleme. Foto: Yannick Longerich
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Barrierefreiheit ist das Ziel: Auch rund um den Herzogenrather Bahnhof sind etliche Schwachstellen zu beseitigen. Foto: Yannick Longerich

Herzogenrath. An der Bahnhofstraße brennt es auf den Planungsskizzen der Stadtverwaltung lichterloh – zumindest, wenn die Frage nach dem aktuellen Stand der Barrierefreiheit im Zentrum gestellt wird. Vor dem Behindertenforum stellte Volker Wirtz vom städtischen Fachbereich 4, Bau und Betrieb, den aktuellen Sachstand des „Integrierten Handlungskonzeptes Herzogenrath-Mitte“ in Bezug auf Barrierefreiheit im öffentlichen Raum vor.

Im „Mantelantrag“ an das Land zur Erlangung von Fördergeldern hat die Barrierefreiheit einen hohen Stellenwert. Der Rahmen der notwendigen Baumaßnahmen ist geplant, eine detaillierte Ausarbeitung der einzelnen Schwerpunkte wird folgen. Die Stadtverwaltung strebt mit dem gesamten Konzept eine „Steigerung der Attraktivität des Zentrums sowie die Stärkung des Einzelhandels-, Arbeits- und Wohnstandortes“ an.

Im relevanten Gebiet habe sich bei der Analyse laut Wirtz „kaum ein Bereich finden lassen, welcher aktuell als barrierefrei anzusehen wäre“. Besonders hoch frequentiert sind die Problemzonen am Bahnhof. Hier konnten einige wenige Stellen als teilbarrierefrei eingestuft werden, der Großteil der öffentlichen Wege müsse jedoch dringend angepasst werden.

Besonders der Zugang zu den Bahnsteigen stellt Behinderte vor große Probleme. Fehlende Leitstreifen für Sehbehinderte auf den Bürgersteigen und eine für Rollstuhlfahrer unzumutbare Enge sind die auffälligsten Punkte. Schlechte Verhältnisse herrschen laut Wirtz ebenfalls am Ferdinand-Schmetz-Platz, wo die Zugangstreppen Menschen mit Behinderungen vor schier unlösbare Aufgaben stellen. „Momentan ist nahezu jede Querung im beschriebenen Gebiet betroffen. Umfassende Umbaumaßnahmen werden in jedem Falle unumgänglich werden“, bilanzierte Wirtz.

Die Betroffenen merkten in diesem Zusammenhang auch die häufigen Ausfälle der Bahnhofsaufzüge an. Da jedoch die Deutsche Bahn hierbei verantwortlich zeichnet, kann die Stadt lediglich als Kontaktstelle beistehen. Eine Verbesserung der Situation liege ausschließlich in den Händen der Deutschen Bahn.

Allein am Bahnhofsbereich, welcher auch den Zugang zum Kaufland-Gebäude mit einschließt, hat die Verwaltung 20 Kanten und insgesamt 400 Meter linienhafte Elemente ausfindig gemacht, die barrierefrei umgestaltet werden müssen. Der Geldgeber für das Handlungskonzept fordert eine Stellungnahme des Forums, das aktuell angefertigt wird. Die Teilnehmer des Behindertenforums zeigten sich zufrieden mit den Vorschlägen der Planer.

Unerwartet erhielt Wirtz in den vergangenen Tagen Post von der Deutschen Bahn. Im Zuge der geplanten Einführung des „Rhein-Ruhr-Express“ (RRX), der im Vorlauf- und Testbetrieb auf der Strecke des jetzigen RE4 auch Herzogenrath und Kohlscheid voraussichtlich ab 2020 anfahren wird, werden Umbauten an beiden Bahnhöfen unumgänglich. Durch die Länge des RRX würden in Herzogenrath beide Bahnsteige verlängert werden müssen. Das Forum schlug in diesem Zusammenhang einen zweiten Aufzug in der Mitte beider Bahnsteige vor.

Um eine entsprechende Verlängerung am Bahnhof Kohlscheid zu verwirklichen, strebt die Bahn einen kompletten Neubau beider Bahnsteige an. Die vorgeschriebenen 76 Zentimeter an Breite sind durch einen Umbau nicht zu erreichen. Für den Baubeginn taxiert die Bahn das Jahr 2018 an.

Das Behindertenforum wurde um schnellstmögliche Stellungnahme gebeten.

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