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Baesweiler Senioren-Werkstatt braucht neue Geräte

Von: Stefan Schaum
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Drei Männer, drei gestandene Handwerker: Senioren-Werkstatt Vorsitzender Erich Heinzer, Kassierer Josef Derichs und „Nesthäkchen“ Johannes Rehrs (v.l.) hoffen, dass es auch künftig nicht an geeigneten Maschinen im Keller der Friedensschule mangelt. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Dass Johannes Rehrs mit 68 Jahren zum Nesthäkchen wird, war eigentlich nicht zu erwarten. Doch seit der ehemalige Schreinermeister in der Baesweiler Seniorenwerkstatt mitmischt, ist er der Jüngste in der Runde.

Die Gemeinschaft der rüstigen Rentner werkelt immerhin schon seit 14 Jahren im Keller der Friedensschule. Eine fleißige Truppe – doch so langsam kommt die Werkstatt in die Jahre. Nicht mal, was die Mitglieder betrifft – obwohl der älteste Senior in ein paar Wochen 90 wird. Es sind eher die Maschinen, denen das Alter zu schaffen macht. Und das ist ein Problem.

Gleich zwei größere Neuanschaffungen haben die 23 aktiven Mitglieder vor der Brust. Zum einen brauchen sie eine neue Kreissäge, zum anderen einen großen Abricht-Dickenhobel für die Holzbearbeitung. „Allein der kostet locker 3000 Euro, wenn man ihn neu besorgt“, sagt Rehrs. Viel Geld für die Senioren, die ja eigentlich auch deshalb Vogelhäuser, Spielzeug und vieles mehr bauen, um den Verkaufserlös spenden zu können.

Konnten die Rentner im Jahr 2012 noch 7865 Euro an Kitas und Vereine verteilen, war die Summe im vergangenen Jahr nach Material- und Werkzeugneukauf „deutlich kleiner“, wie Erich Heinzer sagt. Das tut den Machern weh. Aber anders geht es nicht, denn vieles in ihrem Maschinenpark stammt aus den Anfangstagen der Werkstatt und war schon damals nicht wirklich neu.

„Wir sind froh, dass wir einiges aus Nachlässen bekommen haben“, sagt Kassierer Josef Derichs mit Blick auf die Vereinskasse. „Aber mittlerweile ist die Haltbarkeitsgrenze bei einigen Maschinen deutlich überschritten.“ Jüngst gab es zum Glück eine Finanzspritze: Die Kulturstiftung der Sparkasse Aachen will die anstehenden Anschaffungen mit bis zu 3000 Euro unterstützen. Doch neben der Arbeit im Keller wird künftig mehr und mehr die Suche nach weiteren Sponsoren zum Engagement der Senioren gehören.

Vielleicht sorgt es ja für Schwung, dass mit Johannes Rehrs frischer Wind ins Team gekommen ist. Nicht bloß, weil der Mann verhältnismäßig jung ist. Sondern, weil er der erste echte Schreiner ist, der jemals mit angepackt hat. Das ist schon kurios, schließlich ist Holz der bevorzugte Werkstoff in der Gruppe. „So einen Fachmann hatten wir noch nicht in der Runde“, sagt Heinzer.

Geselligkeit ist wichtig

Auch Rehrs hat eine Weile gezögert, bevor er zum ersten Mal reingeschaut hat. „Ich hatte Angst, dass die mich ablehnen“, sagt er. „Vielleicht hat ja mancher befürchtet, dass ich ihm beim Arbeiten zu genau auf die Finger schaue.“ Eine unbegründete Sorge, über die er heute nur noch schmunzeln kann. Denn um millimetergenaues Arbeiten geht es in der Seniorenwerkstatt höchstens in zweiter Linie.

Viel wichtiger ist die Gemeinschaft. Nach der Arbeit sitzen sie alle noch lange am Tisch und machen es sich bei Kaffee und Kuchen gemütlich. „Das hält uns jung“, sagt Vorsitzender Heinzer und verweist auf ein ungeschriebenes Gesetz: „Sobald einer von einer Krankheit spricht, sagt sofort ein anderer: ‚Bist Du wohl still!‘“ Fit bleiben, gesund bleiben – so halten sie es seit 14 Jahren, die emsigen Senioren. Und einige ihrer Maschinen haben sie dabei ganz locker überlebt. . .

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