Baesweiler/Juba - Baesweiler Monteure leisten Beitrag zur Unabhängigkeit des Süd-Sudan

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Baesweiler Monteure leisten Beitrag zur Unabhängigkeit des Süd-Sudan

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
Ganz schön verschwitzt aber a
Ganz schön verschwitzt aber auch ganz schön glücklich: Marcel Jardner ( Lüftungsmonteur), Uwe Hruby (Obermonteur Lüftung) und Daniel Schäfer (Kälteanlagenbauermeister)

Baesweiler/Juba. Als vor knapp einem Monat der Süd-Sudan geboren wurde, haben nicht nur Einheimische und hochrangige Politiker diesen neuen Staat in Afrika gefeiert. Auch fünf Gäste aus Baesweiler haben die Gründung hautnah miterlebt. Sie haben dabei sogar für richtig frischen Wind gesorgt.

Die riesigen Zelte, in denen die Unabhängigkeitsfeier unter sengender Sonne stattfand, wurden nämlich von der Firma „HSV Lüftungstechnik” auf gut erträgliche Temperaturen gebracht. Für die Monteure war die „Mission Kühlung” allerdings ein ziemlich heißer Ritt.

Der begann völlig unerwartet. „Ein Gerätehersteller hatte uns wohl den Planern der Gründungsfeier empfohlen und die wollten uns haben”, sagt Geschäftsführer René Lentzen. Eine keineswegs alltägliche Anfrage für die Firma, die ihre Geschäfte sonst in der Region macht. „Wir haben uns erstmal hingesetzt und überlegt, ob wir so etwas überhaupt packen können.” Doch solch eine Herausforderung ablehnen? Das kam nicht in Frage! Mit viel Eifer und ganz wenig Zeit gingen die Klimatechniker ans Werk.

Bloß knapp vier Wochen blieben, um Pläne zu entwerfen und die benötigten Teile zu beschaffen. Die wurden teils aus Italien per Express zunächst nach Baesweiler geliefert, dort zusammengebaut und wieder in Teile zerlegt, die dann in Holzkisten gepackt wurden. Mit einer Frachtmaschine hoben die Komponenten in Lüttich ab, während die Anreise der Monteure sich abenteuerlich gestaltete. „Wir sind mit einem Taxi nach Paris gefahren, von dort aus nach Äthiopien geflogen und dann mit einer uralten Propellermaschine nach Juba”, erinnert sich der angehende Kälteanlagenbaumeister Daniel Schäfer.

Ein mulmiges Gefühl

Schon da hatten die Männer ein mulmiges Gefühl. Das sollte sie nicht so bald verlassen, denn von den Lastwagen mit den Holzkisten war drei Tage lang nichts zu sehen. Die wurden aufgehalten. Vom Zoll, von Rebellen, von Pannen. Erst zwei Tage vor der Gründungsfeier kamen sie an. Früher hätte man sie ohnehin nicht gebrauchen können, denn die Zeltbauten waren zu der Zeit auch gerade erst fertiggestellt.

„Wir hatten also Zeit, uns ein wenig in der Gegend umzuschauen”, sagt Daniel Schäfer. Wobei es so viel nicht zu sehen gab, zumal bewaffnete Soldaten stets als Bewacher mit von der Partie waren. Immerhin: Ihren Job haben die Männer am Ende erledigen können. „Wir haben richtig rangeklotzt und dabei viel Hilfe von anderen deutschen Handwerkern bekommen.” Die Macher im Süd-Sudan schienen deutsches Know-how überhaupt sehr zu schätzen. Schäfer: „Köche, Elektriker, Monteure - die haben gut 40 deutsche Helfer für die Feier eingeflogen.”

An dieser Gründungsfeier in feinem Ambiente durften die Baesweiler als Dank für den Einsatz teilnehmen. Und dass sie während des Essens nicht ins Schwitzen kamen, dürfen sie vor allem sich selbst verdanken.
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