Baesweiler - Baesweiler Hauptschule weiterhin auf der Kippe

Baesweiler Hauptschule weiterhin auf der Kippe

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:

Baesweiler. Das Aus für die Hauptschule in Baesweiler scheint bloß eine Frage der Zeit zu sein. „Es ist nicht davon auszugehen, dass uns der Erhalt der Goetheschule auf Dauer noch gelingt“, sagte Bürgermeister Dr. Willi Linkens im jüngsten Schulausschuss.

Angesichts von nur 19 Schülern, die für das kommende Schuljahr dort angemeldet worden sind, bestehe „ganz sicher Handlungsbedarf“.

„Das liegt uns auf dem Magen“

Zumindest darin zeigten auch die Fraktionen sich einig. „Uns liegen diese Zahlen schwer auf dem Magen“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Mathias Puhl. „Die Hauptschule leistet inhaltlich tolle Arbeit. Es ist schade, dass so eine gut funktionierende Schulform von immer weniger Eltern gewollt wird.“

Gleichwohl sei es nicht an der Zeit, jetzt eilig eine Sekundar- oder Gesamtschule zu fordern, schickte er in Richtung SPD und Grüne. Denn eine solche würde auch die Realschule als eigenständige Schulform ablösen. „Und unsere Realschule läuft super. Das ist ganz klar die Schulform, die von den Eltern gewollt wird. Da will keiner, dass wir die einfach plattmachen.“

Plattmachen? Davon könne nicht die Rede sein, befand Rolf Beckers seitens der Grünen. „Wenn wir die Realschule Klasse für Klasse in eine Sekundarschule überführen, ist das eine echte Perspektive, um aus dem Dilemma herauszukommen.“ Dem pflichtete Gabriele Bockmühl für die SPD bei: „Solch eine Schulform bietet nicht zuletzt auch eine bessere Ausstattung mit Lehrerstellen, das ist ein Gewinn.“

Doch ob sie umsetzbar ist, scheint fraglich. Zumindest, was die Einrichtung einer Gesamtschule betrifft, scheinen der Stadt die Hände gebunden zu sein. Linkens: „Wir haben jüngst erneut Gespräche mit der Bezirksregierung geführt.“ Die habe „weiterhin größte Bedenken gezeigt“ und werde eine Gesamtschule in Baesweiler mit „Blick auf die Nachbarkommunen ablehnen“.

Denn wenn Baesweiler eine eigene Gesamtschule bekommt und keine Schüler mehr von dort zur Gesamtschule Richtung Übach-Palenberg auspendeln – 28 Baesweiler Kinder werden dort in der kommenden Eingangsklasse lernen –, wird die Schule in der Nachbarstadt womöglich zu klein. „Das ist für die Bezirksregierung reine Mathematik“, sagte Linkens.

Für die Stadt könnte es allerdings ein Problem sein. Dessen Lösung – sofern es sie überhaupt gibt – wird wohl erst nach der Kommunalwahl gefunden. Zwar forderte die SPD wiederholt eine Abfrage des Elternwillens, doch wurde bei Enthaltung der Sozialdemokraten und Grünen beschlossen, die aktuellen Schulanmeldezahlen vorerst nur zur Kenntnis zu nehmen.

Gespräche mit den Nachbarn

In wenigen Wochen wolle er Gespräche mit dem Bürgermeistern der Nachbarkommunen in Alsdorf und Übach-Palenberg suchen, in denen es Gesamtschulen gibt, sagte Linkens. „Wir müssen sorgfältig austarieren, welche Positionen es da gibt.“ Auch weitere Gespräche mit der Bezirksregierung sollen folgen.

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