bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

B258n: Kosten für umstrittene Straße explodieren

Von: Sebastian Dreher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Da sind die Kosten extrem nach unten gerechnet worden”, sagt Ulrich Pathe von der Bürgerinitiative „B258nein”. „Wie sonst sollte sich so eine Explosion der Kosten erklären lassen?” Um den verantwortlichen Stellen keinen Dilettantismus vorzuwerfen, dränge sich diese Begründung geradezu auf.

Den neuesten Aussagen des Landesbetriebs Straßenbau NRW zufolge sind die Gesamtkosten der geplanten Bundesstraße zwischen Richterich und Kerkrade von bislang 6,6 auf nunmehr 33,1 Millionen Euro gestiegen. Von diesem Betrag fielen 20 Millionen in den deutschen Zuständigkeitsbereich. Diese Tatsache stößt umso mehr auf, weil zumindest in Aachen niemand diese Straße haben will.

„Der Stadtrat hat in einem Beschluss, mit breiter Mehrheit ausgedrückt, dass die Straße nicht gewollt ist”, weiß Pathe. „Die einzigen, die die Trasse haben wollen, sind die Herzogenrather.” CDU, SPD und FDP in Roda erhoffen sich dadurch bekanntlich eine Entlastung der überfüllten Roermonder Straße von mindestens 25 Prozent des heutigen Verkehrs.

Nach Überzeugung der Bürgerinitiative ist jedoch keineswegs klar, dass große Teile der Ausfallstraße überhaupt einen nennenswerten Nutzen davontragen würden. „Die Roermonder Straße würde bestenfalls in Teilen einen niedrigeres Verkehrsaufkommen haben”, sagt Pathe.

„Unglaubwürdig”

Darüber hinaus verhalte sich die Herzogenrather Stadtverwaltung unglaubwürdig, wenn sie sage, sie wolle die Durchfahrt durch ihre Gemeinden entzerren - auf der anderen Seite aber neue Gewerbeflächen ausweisen, die wiederum mehr Verkehr anzögen.

Während auf holländischer Seite die Planungsphase bereits abgeschlossen ist, quälen sich in Aachen die Verantwortlichen noch mit der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) herum. „Neueren Verkehrszählungen zufolge fußen die dem Bedarfsplan zugrunde liegenden Schätzungen auf falschen Zahlen”, sagt Pathe.

„Das tatsächliche Kraftfahrzeugaufkommen auf der Roermonder Straße ist rückläufig, bestenfalls gleich bleibend.” Eine neue UVS sei in Arbeit, vor nächstem Jahr jedoch nicht zu erwarten.

Die aktuelle Kostenexplosion erklärt der Landesbetrieb damit, dass viele Brücken gespannt werden müssen. „Das wissen die Planer doch nicht erst seit gestern”, sagt Architekt Ulrich Pathe. „Da wurden die Ausgaben für die Kosten-Nutzen-Rechnung schön klein gehalten, um in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen zu werden.”

Das ist 2003 bereits geschehen. „Um den Bau aus diesem Plan wieder heraus zu nehmen”, so Pathe, „müsste schon ein Wunder geschehen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert