Aachen/Alsdorf - Axt-Angreifer vor Gericht

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Axt-Angreifer vor Gericht

Von: wos
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Aachen/Alsdorf. Ein trauriges Bild hat sich den Beteiligten beim Schwurgerichtsverfahren am Aachener Landgericht gegen einen 28-jährigen Beschuldigten aus Alsdorf geboten.

Der groß gewachsene junge Mann war aus dem psychiatrischen Krankenhaus in Essen vorgeführt worden und stand sichtbar unter Medikamenteneinwirkung.

Ihm wird vorgeworfen, am 21. Januar zunächst seinen Zwillingsbruder und dann seine Mutter (59) mit einer schweren Axt angegriffen zu haben.

Juristisch angeklagt ist ein heimtückischer versuchter Mord. Die Staatsanwaltschaft geht aber nach den vorliegenden Gutachten bereits jetzt davon aus, dass die Tat des drogenabhängigen Mannes im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit begangen worden.

Bei der Tat morgens gegen 6 Uhr wartete der Täter, bis sein Zwillingsbruder wach war. Als er ihn hörte, so die Anklage, stürzte er sich mit der erhobenen Axt auf ihn. Der Bruder konnte den heftigen Schlag parieren und in die Küche flüchten.

Inzwischen sei die Mutter, so hieß es weiter, von dem Getöse wach geworden und stand am Treppenabsatz. Der Mutter schlug der Sohn die Axt gegen die Stirn. Sie erlitt einen Schädelbruch und stürzte zudem die Treppe hinab. Sie überlebte den Angriff, trug aber zusätzlich noch schwere Prellungen davon.

Mit Mühe berichtete der Beschuldigte über die Motive seiner Tat. Er sei seit langem drogenabhängig und leide unter einer Psychose. An Tag der Tat habe er der ganzen Sache im Haus der Eltern, in dem beide Brüder noch die obere Etage bewohnten, ein Ende bereiten wollen.

Nachts holte er aus dem Gartenschuppen einen Vorschlaghammer und eine Mistgabel, die Axt lag in der Garage. „Ich habe vielleicht meine Familie töten wollen”, murmelte er in sich gekehrt bei der Befragung durch den Kammervorsitzenden Richter Gerd Nohl. Der Bruder und die Eltern saßen derweil draußen auf dem Flur und warteten auf die Zeugenvernehmung.

Der 28-Jährige hatte Ende 2010 eigenmächtig seine Medikamente abgesetzt. Danach sei es richtig begrab gegangen mit ihm, hieß es. Vor Gericht sagte er, dass er damals glaube, die Schuld an solchen Ereignissen wie dem 11. September, dem letzten Tsunami oder anderen Katastrophen zu tragen. „Das machen die Bilder, die ich male”, versuchte er eine Erklärung, Stimmen höre er jedoch nicht. Der Prozess geht am 1. August weiter.
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