Herzogenrath - AWO-Kita „Farbenfroh“: Kinder dürfen mitbestimmen

AWO-Kita „Farbenfroh“: Kinder dürfen mitbestimmen

Von: Stefan Schaum
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Kinder
Die Kinder entscheiden: Auch mit Hilfe von fröhlichen oder traurigen Gesichtern können die Kleinen Zustimmung oder Ablehnung bei bestimmten Themen signalisieren. Foto: Stefan Schaum

Herzogenrath. Unterm Strich geht es darum, dass die Kinder schon in der Kita ihre eigenen Wege finden können. Die Kleinen sollen sagen dürfen, was sie wollen, wann sie es wollen, wie sie es wollen. Und das soll dann bitteschön auch ernst genommen werden von den Erwachsenen.

Partizipation – also Mitbestimmung – haben sich die AWO-Kindergärten in Herzogenrath ganz dick auf die Fahnen geschrieben. Dazu gibt es in der Kohlscheider Kita „Farbenfroh“ jetzt einen eigenen Thementag am Samstag, 27. September.

Das Angebot dieses Tages wird gemeinsam mit der AWO-Kita Helene Simon, Forensberger Straße, vorbereitet. Der Partizipationsgedanke spielt auch in der jüngsten Revision des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) eine größere Rolle. Birgit Blankenheim soll das nur Recht sein. „Bei uns ist die Mitbestimmung nämlich schon seit langem im Blick“, sagt die Leiterin der Kita „Farbenfroh“. Beim Erstellen der Essenspläne sind die Kinder gefragt, bei der Gestaltung der Räume, bei der Projektarbeit.

„Wir wollen die Inhalte an den Dingen orientieren, die die Kinder sich wünschen.“ Soll heißen: Wenn die Knirpse zur Osterzeit keine Eier bemalen möchten, sondern lieber andere Dinge entdecken wollen – dann ist das eben so. Und wenn eine Erzieherin gern über den Igel sprechen möchte, die Kinder aber gerade im Garten eine Schnecke entdeckt haben, dann können sie entscheiden, dass sie statt Igelkunde lieber flott ein Terrarium für die Schnecke bauen.

Keine Anarchie

Anarchie sei das ganz sicher nicht, versichert Blankenheim, aber es erfordere schon ein Umdenken. „Die Kolleginnen müssen bereit sein, ein Stück Macht abzugeben.“ Und vielleicht auch mal ein Auge zudrücken, wenn die Kinder entscheiden, dass am Mittagstisch mit den Fingern statt mit Besteck gegessen wird. Vieles werde sich von selbst regeln, sagt die Fachberaterin der AWO-Kitas, Pia Rohn. Nein, sie erwarte nicht, dass die Kinder im tiefsten Winter entscheiden werden, dass sie alle mit kurzer Hose in den Schnee rausstürmen möchten. „Es muss auch nicht jeder Wunsch der Kinder umgesetzt werden – aber es ist wichtig, sie zu ermutigen, ihre Wünsche zu äußern.“

Dass es Kinderkonferenzen schon lange in der Kita gibt und sogar Beschwerdeformulare für die Kinder, gehört zum Konzept. Sogar das Ziel ihrer Abschlussfahrt dürfen die Kinder selbst auswählen, da spricht ihnen niemand rein. Wenn man so will, ist das ja auch eine Grundlage für das Demokratiebewusstsein.

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