Autofahrer müssen mit veränderter Verkehrsführung klarkommen

Von: Holger Bubel
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Nicht jeder Ortsunkundige erkennt sofort das Durchfahrtsbverbot: Ab der Kreuzung Carl-Zeiss-/Max-Planck-/Hoengener Straße müssen Kraftfahrer einen deutlichen Umweg über die Schaufenberger Straße in Kauf nehmen. Die Umleitung gilt auch, wenn die Baufirma nicht im Einsatz ist, betont das Ordnungsamt. Foto: Bubel

Alsdorf. An so wenig Verkehr auf der Luisenstraße erinnern sich wohl nur noch die älteren Alsdorfer: Als nämlich in Folge der weltweiten Ölkrise in den 1970er Jahren eine Zeit lang die autofreien Sonntage eingeführt wurden und die ansonsten viel genutzten Fahrbahnen ausschließlich von Rad-, Rollschuh- und Kettcarfahrern in Beschlag genommen wurden.

Zwar ist die Luisenstraße zwischen Einmündung Kurt-Koblitz-Ring (B 57) und Max-Planck-/Carl-Zeiss-Straße in Schaufenberg nicht gänzlich frei von Pkw und Lkw, jedoch fließt der Verkehr derzeit nur in eine Richtung. Und zwar mit der Verbindung Hoengener Straße (L 47) in Richtung Autobahnzubringer. Der Grund: Derzeit werden öffentliche Kanalleitungen unter der Straße in so genannter „geschlossener Bauweise” saniert. Der Verdacht eines Passanten, die weißen Fahrzeuge der damit beauftragten Fach-Firma „stehen nur so rum”, ist also falsch. Es wird tatsächlich dort gearbeitet.

Kommt man noch ungestört die Straße als Flaneur hinauf und hinab, hat der bewegte Straßenverkehr deutlich größere Probleme. Ortsunkundige oder Navigationsgesteuerte ohne Permanentaktualisierung irren derzeit in nicht geringer Zahl auf kleinen dicht beparkten Nebenstraßen wie Maurerstraße, Paul-Dorn-Straße, Engelstraße oder Florianstraße motorisiert umher, unwissend von der tatsächlichen Länge der Einbahnstraße hoch Richtung Alsdorf - und werden an den Einmündungen zurück auf die Luisenstraße jedes Mal wieder in die Herkunftsrichtung zurück geschickt.

Fünf mögliche Versuche

Ganz Hartnäckige könnten fünfmal dieses Ergebnis verbuchen, beim Versuch auf die Luisenstraße in die Wunschrichtung Alsdorf-City zu gelangen: von der Otto-Hahn-Straße, vom Voßpfädchen, von der Hauptstraße, von Am Feuerwehrhaus und zuletzt vom Mühlenweg aus. Die einzige erfolgsbringende Alternative wäre jedoch die als Umleitungsstrecke ausgewiesene Schaufenberger Straße zu nutzen, die ebenfalls derzeit in nur einer Richtung als Einbahnstraße zu befahren, zu den Stoßzeiten „proppenvoll” ist und der abfließende Verkehr von dort auf den Kurt-Koblitz-Ring nicht richtig in Gang kommt.

Richtig „blöd” wird es für den Autofahrer, wenn er - irritiert durch Umleitungs- beziehungsweise Einfahrtsverbotsschild - versehentlich in die Max-Planck-Straße statt in die Carl-Zeiss-Straße einbiegt, etwa wenn er zur Polizeiwache an der Hauptstraße möchte. Es nutzt jedoch nichts: Nur an dieser Stelle ist eine Umleitung sinnvoll, wie es aus der Verwaltung heißt. Denn: Würde man etwa die Verkehrsleitungsmaßnahme mit Durchfahrtsverbot erst an der Ecke Hauptstraße ausweisen, könnte es zu erheblichen Verkehrsstörungen, ja sogar Gefährdungen kommen; stelle man sich etwa vor, ein Schwerlaster kämpfe sich durch Haupt-, Paul-Dorn-, Bruckner- und dann Engelstraße - das Chaos und der Verkehrskollaps wären abgemachte Sache.


„Ich bin selbst auch schon Opfer der jetzigen Verkehrsführung geworden”, erklärt Stephan Spaltner, der vertretungsweise im Alsdorfer Rathaus für den Bereich Technische Eigenbetriebe zuständig ist. „Aber die Verkehrsführung ist mit dem Ordnungsamt so abgestimmt.” Die Rohrsanierungsmaßnahmen habe man mit Bedacht in die Herbstferien gelegt, weil dann das Verkehrsaufkommen geringer sei, erklärt Spaltner. Mit dem Ende der „Kartoffelferien” sollen auch die Arbeiten abgeschlossen sein und der Verkehr über die Luisenstraße wieder in beiden Richtungen fließen.

Etwa zwei Wochen länger sollen nach Auskunft des Landesbetriebes Straßen NRW die Arbeiten auf dem Kurt-Koblitz-Ring auf einer Strecke von etwa Höhe der Kreuzung Heidweg und Würselener Straße bis zur Gustav-Heinemann-Gesamtschule dauern. Hier werden in insgesamt vier Wochen die alten Mittelstreifen-Schutzeinrichtungen durch neue und massivere ausgetauscht, erklärt auf Anfrage Karl-Josef Reinartz, Sachgebietsleiter für Betrieb und Verkehr der Regionalniederlassung von NRW.Straßen Ville-Eifel. „Gleichzeitig wird auf Wunsch der Alsdorfer Verwaltung die Mittelstreifenoberfläche durch einen Magerrasen ausgetauscht”, sagt Reinartz. Dieser sei pflegearm und und mache die Entsorgung von wildem Müll leichter.

Nichts zu tun haben die Arbeiten nach Auskunft des Sachgebietsleiters mit einer vorgesehenen Entschärfung der Verkehrssituation an der Kreuzung Kurt-Koblitz-Ring/Luisenstraße: „Das ist ein langjähriger Unfallhäufungspunkt, der durch zusätzliche Spuren für den Rechts- und Geradeausverkehr abgeschwächt werden könnte. Hier läuft die planerische Arbeit noch.” Allerdings, so sagt Reinartz auch, müsse hier noch die Politik in Bund und Land entscheiden, die die Maßnahme zu finanzieren hätte.

Was halten Sie von der Verkehrsreglung und der Ausschilderung der Umleitungswege? Was könnte besser laufen? Sagen Sie uns Ihre Meinung oder unterbreiten Verbesserungsvorschläge unter www.leser-meinung.de/alsdorf-city/.


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