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Austauschprogramm des Medizinischen Zentrums: Besuch aus Irland

Von: Nina Krüsmann
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Erfahrungsaustausch: Alan Moran (l.), Krankenhausmanager aus Irland, und MZ-Geschäftsführer Falko Rapp. Foto: Nina Krüsmann

Würselen. Im Rahmen des „Hope”-Austauschprogramms hatte das Medizinische Zentrum (MZ) Kreis Aachen Besuch von einem Krankenhausmanager aus Irland. Ziel des Austauschs: ein Blick über den eigenen Tellerrand, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu erkennen.

„Wie in anderen Bereichen denken wir auch in der Medizin im europäischen Maßstab, obwohl wir die Arbeitsweise unserer Kollegen gar nicht richtig kennen”, beschreibt MZ-Geschäftsführer Falko Rapp, warum das Hope-Austauschprogramms aus der Sicht des MZ so sinnvoll ist.

Über Konferenzen und Vorträge hinaus könnten die Krankenhausmitarbeiter sich so über Erfahrungen, Probleme und Ideen austauschen. Rund 200 Teilnehmer aus 27 europäischen Ländern nehmen in diesem Jahr an „Hope” teil.

Zu Gast in Würselen war Alan Moran, Hospital Network Manager der North Western Hospitals Group in Irland. Insgesamt managt er in seiner Heimat sieben kleinere Krankenhäuser. Am MZ hatte er die Möglichkeit, die verschiedenen Abteilungen nach seinen Interessen zu durchlaufen und zu beurteilen.

Bei einem abschließenden Treffen mit der Krankenhausleitung berichtete Moran über Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie Herausforderungen der Gesundheitssysteme in Deutschland und Irland.

Irische Krankenhäuser seien meist sehr klein und oft nicht wohnortnah. Nicht immer ist ein Krankenhausbett sofort verfügbar. „Da bei uns die Wege zum Krankenhaus weiter sind, ist es im Notfall oft viel problematischer als in Deutschland”, erklärte Moran ein heikles Thema.

„In Deutschland dauert die Fahrt normalerweise höchstens eine halbe Stunde, das ist bei uns nicht selbstverständlich.” Trotz weiter Wege würden aber die wenigsten Babys auf der Straße geboren. „Unser Ziel ist, dass jedem Patienten innerhalb von sechs Stunden ein Bett zugeteilt wird - das schaffen wir nicht immer”, sagt Moran.



Im Vergleich seien die meisten irischen Krankenhäuser vom Staat getragen, in Deutschland hingegen eigenständig - wie in Würselen. „Das kann bei Entscheidungen von Vorteil sein”, findet Moran.

Um das irische Gesundheitssystem zu verbessern wurden die Investitionen in den vergangenen Jahren verdreifacht. „Wir haben leider nicht genügend ausgebildete Fachärzte. Deshalb wollen wir zukünftig mehr Studienplätze anbieten und rechnen in zirca acht Jahren mit ersten Erfolgen”, so der Krankenhausmanager. Während es in Deutschland viele niedergelassene Ärzte gebe, besuche man in Irland hauptsächlich das Krankenhaus für Diagnose und Behandlung.

Themen wie Qualitätssicherung und Arbeitszeitgesetzgebung würden ebenso wie in Deutschland eine große Rolle spielen. „Deutschland hat ein gutes System. Wir sind noch nicht ganz so weit, wollen zukünftig einiges verbessern.”

„Obwohl sich unsere Gesundheitssysteme in vielen Punkten unterscheiden, ähneln sich die Probleme stark. Das liegt an den gemeinsamen Bedürfnissen der Patienten und der demographischen Entwicklung”, resümierte Rapp. Dies sei einerseits beruhigend und erweitere andererseits den Horizont durch neue Lösungsansätze. „Wir können nur voneinander lernen”, betonte der MZ-Geschäftsführer.
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