Baesweiler - Ausstellung: Was soll Inklusion eigentlich heißen?

Ausstellung: Was soll Inklusion eigentlich heißen?

Von: Stefan Schaum
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Bunt und stapelbar: Die Würfel der Ausstellung zum Thema Inklusion im Haus Setterich sind schön weich – und sollen zum Nachdenken anregen. Darauf hofft Maria Poquett (r.) vom Verein VKM. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Dass die Würfel schön weich sind und man richtig gut darauf sitzen kann, ist gar nicht so wichtig. Denn allzu bequem sollen diese Quader nicht sein. Sie sollen vielmehr dazu anregen, sich Gedanken zu machen über ein womöglich unbequemes Thema, das aktuell zwar in vieler Munde ist, aber dennoch nicht in allen Köpfen angekommen: die Inklusion.

Die Stoffwürfel gehören zu einer Ausstellung, die der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen (VKM) derzeit im Haus Setterich präsentiert.

Erstmals im Nordkreis

Nach drei Stationen in Aachen ist die Wanderausstellung erstmals im Nordkreis zu sehen. Im Mittelpunkt stehen gut 20 Würfel, deren Seiten mit Wörtern bedruckt sind, die zunächst nicht wirklich viel zum Thema Inklusion zu sagen scheinen. „Kombizange“ ist so ein Wort, oder „Filzpantoffel“. Genau das ist aber der Clou: „Die Menschen sollen sich den Begriff Inklusion auf Umwegen erschließen und sehen, was er für sie bedeutet“, sagt Maria Poquett, Vorstandsvorsitzende des VKM.

Zumal das Wort Inklusion eines sei, „das noch längst nicht jeder versteht“. Der Begriff bedeutet die Fortführung der Integration, wenn man so will. Die selbstverständliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen. „Das wird derzeit in allen Bereichen bis hin zur Schule gefordert“, sagt Poquett. Einerseits gut, findet sie. Andererseits „wird da zu viel Tempo gemacht und aufgedrückt. So geht das Thema vielleicht an vielen Menschen vorbei.“

Da setzt die Ausstellung an. Beim „Filzpantoffel“, der zum Beispiel symbolhaft dafür stehen könne, dass mancher zu bequem ist, sich wirklich mit dem Inklusionsgedanken auseinander zu setzen. Oder dass ein Filzpantoffel aus vielen Schichten besteht – genau wie die Gesellschaft. Öfter mal um die Ecke denken – genau das sollen die Besucher der Ausstellung, zu der auch Gedichte des Aacheners Harald Kappel gehören, die es für Blinde auch in Brailleschrift gibt und die so niedrig an den Stelen hängen, dass auch Rollstuhlfahrer sie sehen können.

Passender geht es nicht

Bis Anfang Juni soll die Ausstellung im DRK-Stadtteilbüro an der Emil-Mayrisch-Straße zu sehen sein. Eröffnet wurde sie im Rahmen eines dort regelmäßig stattfindenden Kaffeetreffs. Nachdem Maria Poquett gut zehn Minuten lang in die Präsentation eingeführt hatte, hob ein älterer Herr die Hand und stellte eine Frage, die passender kaum hätte sein können: „Sie erzählen hier immer von Inklusion. Jetzt sagen Sie doch mal: Was heißt das eigentlich?“

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