Ausstellung bietet Einblicke in eine dunkelheitere Welt

Von: Nina Krüsmann
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Vielfältiges, teils wunderliches Werk: Franz-Josef Kochs und Andrea Zang beim Aufbau in der Galerie Bücken.

Herzogenrath. Auf ein spannendes Experiment haben sich die beiden überregional bekannten und erfolgreichen Künstler Andrea Zang und Franz-Josef Kochs eingelassen. Gemeinsam stellen sie in der Kohlscheider Galerie Bücken aus.

Kennengelernt haben sich der Alsdorfer und die Herzogenratherin jedoch erst beim gemeinsamen Aufbau ihrer Werke. Der Titel der Ausstellung „Dunkel – Heiter“ steht für den feinen, hintersinnigen Humor, der typisch für die Arbeiten beider Künstler ist und sich oft erst beim genauen Hinschauen offenbart, wie Galeristin Dagmar Bücken erklärt. Sie hat die beiden kreativen Köpfe eingeladen und in ihrem Hause vereint.

Schaf im Wolfspelz

Andrea Zang transformiert mit ihrer Malerei Themen der zwischenmenschlichen Beziehung und des öffentlichen Lebens in eine von ihr erschaffene surreale Welt. Bei ihr trägt zum Beispiel das Schaf einen Wolfspelz. Das Wechselspiel von feinen Farbnuancen und Licht erinnert an das Handwerk alter Meister. Wie Kopfkino muten Zangs Werke an. Der Mensch wird zum Beispiel durch Tiere ersetzt, was alternative Zugänge zu den verarbeiteten Themen ermöglicht. Die unorthodoxen, von Allegorien durchzogenen Motive erzeugen eine Spannung, die den Betrachter zur Auseinandersetzung herausfordert. Es geht um Pflanzen- und Fleischfresser, vertauschte Rollen. Der Wolf mästet unter anderem liebevoll sein Futter. 1960 in Bergisch-Gladbach geboren, lebt und arbeitet Zang in Herzogenrath, sie ist Gründungsmitglied der deutsch-belgischen Künstlervereinigung Atelier Kunstdialog.

Engel und Teufel sind zwar ein Gegensatz, aber für Franz-Josef Kochs stecken beide in jedem drin. Bilder, Pappen und Kritzeleien zeigen seine humorvoll-ironischen Betrachtungen zu Himmel und Hölle. Der Alsdorfer, der zum Grundschullehrer ausgebildet wurde und Grafik-Design mit Schwerpunkt Illustration studierte, malt ausschließlich mit Wachsmal- und Buntstiften. Jede Arbeit bietet viel zu entdecken und zu schmunzeln. Geboren 1951 nimmt Kochs seit 1983 an Ausstellungen teil, wurde 2009 mit dem renommierten Kaiser-Lothar-Preis der Stadt Prüm ausgezeichnet. Kochs lebt und arbeitet in Alsdorf. Sein bevorzugtes Arbeitsmaterial ist Pappkarton, gerne gebrauchter aus dem Supermarkt.

„Ich bin viel unterwegs, vornehmlich zwischen Maas, Rur, Rhein und Mosel, um Feste und Bräuche mit Kamera und Zeichenstift zu beobachten und zu begleiten“, erzählt er über seine Inspirationsquellen. „Mit der größten Selbstverständlichkeit durchwandern Weihnachtsmänner, Nikoläuse und menschliche Könige seine Zeichnungen“, würdigte einmal ein Kunstkenner sein Werk. All diese „Herrschaften“ laden den Betrachter zum genauen Hinschauen – und Schmunzeln ein.

Galeristin Dagmar Bücken ist begeistert: Sie ist stets bemüht, den regionalen Künstlern eine Öffentlichkeit zu bieten und freut sich über diese interessante neue Symbiose. Die Ausstellung ist bis 17. Mai montags bis samstags, 10 bis 13 und 15 bis 18.30 Uhr (außer Mittwoch- und Samstagnachmittag) an der Südstraße 182 in Kohlscheid zu sehen.

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