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Auspendlerzahlen bereiten große Sorgen

Von: mas
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Baesweiler. Kommt das Thema „Entwicklung der Schülerzahlen“ im Fachausschuss auf die Tagesordnung, geraten Baesweilers Sozialdemokraten derzeit in Wallung. So hielt SPD-Sprecherin Gabi Bockmühl nun der Stadtverwaltung vor, „die Aussagen in der Sitzungsvorlage passen vorne und hinten nicht“.

Zahlen zur Entwicklung der weiterführenden Schulen im Stadtgebiet hatte die SPD mit Anträgen vom 9. Mai und 6. Juni gefordert. Dies vor dem Hintergrund, „die dringende Notwendigkeit zu sehen, anhand der Anmeldezahlen und der Entwicklungen in den umliegenden Kommunen im Fachausschuss über das weitere Vorgehen in Sachen Entwicklung an Baesweilers Schulen zu diskutieren“.

Gabi Bockmühl warf der Stadtverwaltung vor: „Die Vorgehensweise wird unnötig und unverantwortlich gegenüber den betroffenen Kindern und Eltern verzögert.“ Tatsache sei, dass durch die Abwanderung von Baesweiler Kindern an die Gesamtschulen in Alsdorf und Übach-Palenberg „eine Masse an Schülern flöten geht“.

Es sei geradezu „haarsträubend“, wie die Stadt an ihrer Form der Elternbefragung – die für die SPD nicht repräsentativ sei – festhalte. Die SPD hatte unter anderem eine anonyme Elternbefragung favorisiert, was die Stadt aber nicht als notwendig erachtet. Bockmühl: „Sie verweigern uns das Recht auf Dokumentation des Elternwillens.“ Der CDU-Mehrheitsfraktion hielt Bockmühl vor: „Sie sind verantwortlich, wenn bei uns Schulen baden gehen.“

Baesweilers Hauptschule (Goetheschule) hat für das kommende Schuljahr 29 Anmeldungen vorliegen. Im Jahr 2009 prognostizierte man noch 68 Anmeldungen. Dagegen bestätigten sich die Prognosen in Richtung Realschule fast. Mit 104 neuen Schülern wurde gerechnet, 108 werden es voraussichtlich sein. Rückläufig (gegenüber der Prognose) ist die Zahl am Gymnasium: 130 sollten es sein, 102 werden es wohl.

Sehr unglücklich, das betonte Bürgermeister Dr. Willi Linkens, sei die Stadt angesichts der Auspendler. 68 verlassen Baesweilers Schulen in Richtung anderer Städte, davon allein 34, die sich der Gesamtschule Übach-Palenberg anschließen und 21, die sich in Richtung Alsdorf orientieren. Im Gegenzug verzeichnet Baesweiler 35 Einpendler.

Die Aussagen von SPD-Chefin Bockmühl zur schulpolitischen Lage kritisierte Linkens als „thea-tralisch. Ob wir wollen oder nicht, das Thema Gesamtschule stellt sich uns nicht“. Darauf deuteten auch entsprechende Signale von der Bezirksregierung hin. Baesweiler habe vielmehr die Wahl, „ob wir es beim System Real- und Hauptschule lassen oder aus beiden eine Sekundarschule schaffen“.

Eine solche Sekundarschule, das hätten die Befragungen ergeben, sei in Baesweiler „nicht erwünscht. Wir respektieren den Elternwillen.“ Linkens unterstrich: „Die Fortexistenz der Realschule ist für uns sehr wichtig.“ Beistand bekam er dabei von CDU-Sprecher Mathias Puhl, der auf den Elternwillen verwies. Zudem: „Viele Eltern melden ihre Kinder an der Gesamtschule an, um sie nicht zur Hauptschule schicken zu müssen.“

Unterstützung fanden die Sozialdemokraten indes bei Grünen-Sprecher Wolfgang Backhaus: „Die Eltern akzeptieren in der Mehrheit die Hauptschule nicht mehr.“ Für ihn sei es nur noch eine Frage der Zeit, wann die Zweizügigkeit der Hauptschule wegfalle und die Stadt nicht mehr alle Abschlüsse anbieten könne.

Der SPD-Antrag für eine umfassende Elternbefragung, gestützt von den Grünen, wurde im Schulausschuss mehrheitlich abgelehnt. Die Vorlage der Stadtverwaltung, weiterhin die Entwicklung und das Wahlverhalten der Eltern zu beobachten und von einer Befragung abzusehen, wurde mehrheitlich beschlossen.

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