Nordkreis - Ausgebildetes Personal fehlt in Pflegeheimen

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Ausgebildetes Personal fehlt in Pflegeheimen

Von: Hanna Sturm
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Traumberuf gefunden: Die examinierte Altenpflegerin Christine Moonen geht „jeden Tag mit Freude zur Arbeit”. Am Anfang stand ein Praktikum. Foto: Hanna Sturm

Nordkreis. Drei examinierte Altenpflegerinnen kann Thomas Vieg, der Leiter des Seniorenwohnheims am Bockreiter, demnächst einstellen. Die jungen Frauen haben ihre Ausbildung in dem Herzogenrather Seniorenheim absolviert und gerade erfolgreich ihr Examen bestanden.

Thomas Vieg freut dieser Erfolg besonders, denn er braucht dringend gut ausgebildete Fachkräfte. „Fachpersonal mit entsprechenden Zusatzqualifikationen auf dem freien Arbeitsmarkt zu finden ist quasi unmöglich”, klagt auch Lothar Cecharowski, der Leiter des AWO-Seniorenzentrums Herzogenrath.

Denn: Während die Zahl der Pflegeplätze in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist und dieser Trend auch noch weiter zunehmen wird, haben sich die Ausbildungsplätze in den Pflegeberufen reduziert. Laut Sozialverband Deutschland ist die Zahl der Auszubildenden in den vergangenen 14 Jahren laut in Nordrhein-Westfalen von 13.000 auf 10.000 gesunken.

Das Resultat ist der jetzige Fachkräftemangel, der sich auch negativ auf die Qualität der Pflege auswirken droht. „Es gibt keinen gesunden Überschuss”, klagt Thomas Vieg, der wie alle Leiter von Pflegeeinrichtungen gesetzlich verpflichtet ist, eine bestimmte Quote an Fachkräften zu beschäftigen. „Manchmal müssen wir Fachkräfte einstellen, von deren Arbeitsqualität wir nicht überzeugt sind - einfach, weil es nicht mehrere Bewerber gibt, zwischen denen wir wählen können.”

Ausschlaggebende Differenz

Ein möglicher Grund für die sinkende Zahl der Ausbildungsplätze ist laut Vieg der zunehmende Konkurrenzkampf der Einrichtungen. Dadurch entstehe ein Kostendruck, der sich auch auf die Finanzierung der Ausbildungsplätze auswirke. „Wenn wir unsere elf Azubis nicht hätten, wäre unser Pflegetagessatz acht bis elf Euro niedriger”, rechnet Thomas Vieg vor. Eine Differenz, die bei vielen Angehörigen ausschlaggebend bei der Wahl der Pflegeeinrichtung ist.

„Manche Einrichtungen bilden nicht aus, um Kosten zu sparen. Das ist mit Sicherheit ein Teil der Ursache für den Notstand in der Altenpflege”, meint Joachim Classen, Geschäftsführer des Würselener Senioren- und Pflegezentrums St. Antonius. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat sich die Arbeitsgemeinschaft der Heimleiter im Kreis Aachen, in der immerhin 29 von 34 Pflegeeinrichtungen vertreten sind, selber verpflichtet, jedes Jahr mindestens einen Auszubildenden einzustellen.

Thomas Vieg und seine Kollegen Lothar Cecharowski und Joachim Classen setzen dagegen fast ausschließlich auf die Ausbildung im eigenen Haus. Vor der Ausbildung absolvieren die meisten zukünftigen Altenpfleger ein freiwilliges soziales Jahr in der jeweiligen Einrichtung. „So können die jungen Menschen feststellen, ob der Beruf überhaupt das richtige für sie ist. Und wir können sehen, ob der Umgang mit den Pflegebedürftigen und die Arbeitsauffassung stimmen”, erklärt Lothar Cecharowski. Die meisten Auszubildenden werden nach dem Examen übernommen, die Fluktuation solcher gut ausgebildeten Pflegekräfte sei sehr gering, bekräftigten alle drei Einrichtungsleiter.
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