Aus dem Schulleiter wird nun ein Kapitän

Von: Stefan Schaum
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Der Kapitän geht von Bord: Hauptschulleiter Axel Ehl hat in Alsdorf-Ost „ausgedient”. Künftig will er in Ostfriesland auf der Nordsee schippern. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Die Segel sind gesetzt, es geht nach Norden. Dort, in Ostfriesland, hat Axel Ehl eine ganz neue leitende Position im Blick. Nicht mehr Leiter einer Hauptschule wird der 61-Jährige nach seinem Umzug sein, sondern Kapitän eines eigenen Bootes.

Den Abschied von der Gerhart-Hauptmann-Hauptschule haben ihm seine Kollegen und Schüler allerdings nicht leicht gemacht. Den künftigen Wohnort hatten sie zum Anlass genommen, die Turnhalle zur Feierstunde maritim zu dekorieren. Papierschiffchen an den Wänden, Kerzenleuchttürme auf den Tischen - die Crew stand parat, um ihren Chef festlich von Bord gehen zu lassen. Sein bisheriges Deck hatte Ehl eine lange Zeit im Blick.

Seit 1981 war er Konrektor dieser Hauptschule, seit 1989 deren Leiter. Zuvor war er Lehrer an der Hauptschule in Übach-Palenberg. „Sie waren auch für Schüler auf schwierigen Wegen stets ein verlässlicher Halt”, lobte Bürgermeister Alfred Sonders das Engagement Ehls. „Dabei hatten Sie stets die Frage im Blick: Was wird aus den Kindern? Die Berufsvorbereitung lag Ihnen sehr am Herzen.”

Kreative Arbeit

Kreative Arbeit kann Axel Ehl in Sachen Schulentwicklung vorweisen. So wurde die Schule im vergangen Jahr mit dem Walter-Reuß-Preis bedacht für ihr integratives Konzept, behinderte und nicht-behinderte Schüler in einem Klassenraum zu unterrichten. „Mit seinem Weggang geht eine Ära zu Ende - für uns und für die Schule”, diese Worte gaben die Kollegen dem Scheidenden mit auf den Weg. Die Tage der Schule gelten ohnehin als gezählt. Beschlossen ist, die Hauptschule in Ost im vergangenen Jahr als Standort aufzulösen und die Schüler in der Europahauptschule in Blumenrath zu unterrichten. Bis dahin wird Heike Bartsch die Gerhart-Hauptmann-Hauptschule kommissarisch leiten.

Auch die Schließung war freilich ein Thema beim Abschied, doch war die Melancholie im Raum eher dem Weggang des Mannes geschuldet, „der auch für uns immer ein offenes Ohr hatte”, wie die Klassensprecher der Schule in ihrer Abschiedsrede betonten. Melancholie - die verbindet auch Ehl selbst mit seinem selbst gewählten Abschied. In die so genannte Freistellungsphase der Altersteilzeit verabschiedet er sich zunächst. „Das wird mir schwerfallen”, sagt er, sieht aber auch das Positive: „Ich freue mich schon sehr darauf, nicht mehr ständig in der Verantwortung zu sein.”

Neben der Leidenschaft für die Fotografie und die Musik will er sich an der Nordsee ein neues Hobby zulegen. „Ich mache meinen Führerschein und kann dann ganz gemütlich über die Nordsee schippern”, sagt der verheiratete Vater eines Sohnes. Das Lob, das bei der Abschiedsfeier geäußert wurde, wollte er relativiert wissen. „So toll kann einer alleine doch gar nicht sein”, sagte er. Doch alleine sei er ja nie gewesen. „Wir haben uns an dieser Schule eine ganz eigene Identität geschaffen, ein Wir-Gefühl.” Wir in Alsdorf-Ost - so habe man stets zueinander gestanden. Ob die Zusammenlegung beider Hauptschulen das bedroht? Er hofft es nicht. „Die Zusammenlegung ist ein schwieriger Prozess.” Die Segel sind gesetzt. Nun muss der Kahn Fahrt aufnehmen.
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