Aufregung über markierte Bäume im Paulinenwäldchen

Von: bea
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„Äußerlich gesund“: Bruno Barth glaubt nicht daran, dass diese Bäume geschädigt seien.

Herzogenrath/Aachen. Besorgt ist der SPD-Stadtverordnete Bruno Barth über eine Reihe gekennzeichneter Bäume im Paulinenwäldchen. Er und Marika Jungblut von den Naturfreunden Herzogenrath-Merkstein hatten sich, nachdem sie von Spaziergängern „alarmiert“ worden waren, ein Bild vor Ort gemacht und anschließend entsprechende Fragen an die zuständigen Stellen gerichtet.

Rund 50 Bäume seien betroffen. Auf die „Verkehrssicherungspflicht“ und einen „Pflegeeingriff“ hatte Herzogenraths Technischer Beigeordneter Ragnar Migenda im jüngsten Stadtrat hingewiesen.

Auf ergänzende Nachfrage unserer Zeitung legt auch Dr. Gerd Krämer, Leiter des zuständigen Forstamts Aachen, die Gründe dar: Beim Paulinenwäldchen handele es sich um Privatwald, der sich zu rund 80 Prozent auf Aachener Gebiet befinde und seit geraumer Zeit naturnah und nachhaltig bewirtschaftet werde. Eine Reihe von Fällungen seien aus Verkehrssicherungsgründen erforderlich: „Sowohl entlang der öffentlichen Straße als auch entlang des Weißen Wegs stehen zahlreiche Risikobäume, die nicht mehr standsicher sind und entfernt werden müssen.“

Zudem habe es im Paulinenwäldchen seit geraumer Zeit keine Pflegeeingriffe mehr gegeben, die aber „zur Förderung der Naturnähe und zur Vitalisierung der standortheimischen Bäume“ dringend nötig seien: „Die Eingriffe fallen gemessen an den großen Pflegerückständen sicherlich moderat aus. Wir beabsichtigen, die Maßnahmen zu Verkehrssicherung und Waldpflege zusammenzufassen.“

Der Zeitpunkt sei noch nicht klar und hänge mitunter von der Witterung ab. Krämer erklärt zudem: „Dass der Weg, der schon immer als Maschinenweg genutzt wurde, auch nach dem Ausbau als solcher nutzbar bleiben muss, war Bedingung für dessen Ausbau. Dies wurde vor dem Bau des ,Weißen Weges‘ anerkannt, auch mit der Konsequenz, dass im Anschluss an die Maschinennutzung Wiederherstellungsmaßnahmen nötig sind. Wie gesagt, wir befinden uns hier im entschädigungspflichtigen Privatwald.“

„Moralisch verpflichtet“

Hinzu komme, dass durch Ausweisung des Weißen Wegs die Verkehrssicherungsmaßnahmen zu Gunsten der Erholungssuchenden ausgeweitet würden: „Auch wenn dies nach der Lesart des BGH-Urteils vom 2. Oktober 2012 nicht unbedingt erforderlich wäre, so fühlen wir uns dennoch dazu moralisch verpflichtet.“

Bruno Barth indes sieht in der angeführten Verkehrssicherungspflicht allenfalls einen „Vorwand für die beabsichtigte Fällung“. Eine Schädigung der Bäume, so sagt er, sei äußerlich nicht zu erkennen, zudem stehe ein Teil der Bäume abseits der Straße und des Wegs in Richtung Friedhof: „Wo soll da die Gefährdung sein?“

Dass die „Verschotterung und Verbreiterung“ zum Ausbau des Weißen Wegs im Zuge der Euregionale eine mögliche Ursache für ein langsames Absterben der Baumwurzeln sein könne, so ergänzt Barth, „schlägt dem Fass den Boden aus.

Etwa wieder so ein Leuchtturmprojekt, bei dem zum Teil Folgen nicht bedacht wurden?“ Bruno Barth ergänzt: „Es ist mehr als ärgerlich, dass der Forst immer als einzige Fachkompetenz für alle Belange des Walds dargestellt und Naturschutzverbände, Spaziergänger und Nutzer als ahnungslos abqualifiziert werden! Wald ist mehr als nur Forstwirtschaft.“

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