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Aufräumarbeiten auf Friedhöfen in vollem Gange

Von: Holger Bubel
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Auch bei -12 Grad muss das Pfl
Auch bei -12 Grad muss das Pflegeteam ran: Im März beginnt die Vogelbrutzeit, dann muss der rückschnitt der Bäume abgeschlossen sein. Doch es wartet noch viel mehr Arbeit auf den Friedhöfen. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Allzu laut wurden zuletzt die Protestrufe über Zustand und Pflege der Alsdorfer Friedhöfe. So laut, dass die Verantwortlichen im Rathaus den mit eben diesen Aufgaben betreuten Firmen nicht mehr zutraute, die Missstände zu beheben.

Seit dem 1. Januar sind daher acht von neun Friedhöfen - Ausnahme ist der Friedhof in Hoengen, dort läuft der Vertrag mit einem privaten Landschaftspfleger noch bis Ende 2012 - in die städtische Verantwortung zurück geholt worden.

Die rekommunalisierten Friedhöfe werden nun von der Grund- und Stadtentwicklungs GmbH auf Vordermann gebracht und bleiben auch in Zukunft im Bestand der Gesellschaft. Ein Versprechen, das Bürgermeister Alfred Sonders den Alsdorfern zuletzt beim Neujahrsempfang machte, soll eingehalten werden: „Da wird nun vieles besser werden.”

Schlagkräftige Truppe

Um dies wahr zu machen, musste Günther Jansen, Geschäftsführer der Grund- und Stadtentwicklungs GmbH, ein gut aufgestelltes und bestens ausgerüstetes Team zusammentrommeln. Schließlich galt und gilt es in kürzester Zeit, eine schlagkräftige Truppe aufzustellen, um die insgesamt rund 240.000 Quadratmeter Friedhofsfläche so herzurichten, dass die kritischen Rufe verstummen: „Wir haben jetzt eine komplett neue Mannschaft aus zehn ehemaligen IGA- und GSG-Mitarbeitern sowie vier weiteren 400-Euro-Kräften”, berichtet Günther Jansen.

An deren Spitze stehen der Handwerksmeister Norbert Dahlmanns als Sachbearbeiter Friedhofswesen und der vom Eigenbetrieb Technische Dienste abgestellte Friedhofsgärtner Max Hennes. Deren Aufgabe ist es, in einem ersten Schritt die angeprangerten Unterhaltungsrückstände der Vorgänger zu beseitigen, also gleich an der Optik der Ruhestätten zu arbeiten: „Das kann diese Mannschaft aber nicht alleine leisten”, erklärt Jansen den Umstand, dass zusätzlich private Alsdorfer Landschafts- beziehungsweise Gärtnerbetriebe zur Unterstützung beauftragt wurden.

Regenfälle und Kälteeinbruch

Auch in die Logistik musste kräftig investiert werden. So wurden für die drei Teams, die ausschließlich auf den Friedhöfen eingesetzt werden, auch drei Lkw, Schmalspurschlepper mit Anhänger und Winterausrüstung sowie mit Mähwerkzeug ausgestattet, angeschafft. Außerdem musste für drei Kleinbagger zur Gräberaushebung und für drei Firmenfahrzeuge sowie kleineres Werkzeug in die Gesellschaftskasse gegriffen werden. „Investitionen, die aber nicht über eine Anhebung der Friedhofsgebühren wieder hereingeholt werden sollen”, erklärt Günther Jansen.

Bereits in den ersten vier Wochen wurde trotz des schlechten Wetters - starke Regenfälle und der massive Kälteeinbruch - schon einiges geschafft. Zumindest in Sachen Sauberkeit und Gangbarkeit. „Es hat schon einige positive Ansprachen seitens der Friedhofsbesucher gegeben”, kann Norbert Dahlmann berichten. Oftmals sind es aber Dinge, die nur dann auffallen, wenn sie eben nicht gemacht werden. Etwa bei Beerdigungen, die auch in den Aufgabenbereich der Männer um Dahlmanns und Hennes fallen. „Besonders bei dem nassen Wetter bemühen wir uns, die Fläche vor dem Grab so herzurichten, dass die Trauernden trockenen Fußes Abschied nehmen können”, erläutert Dahlmanns einen Umstand, der vorher nicht selbstverständlich war.

Laubentsorgung, Heckenschnitt und das Aufasten der Bäume waren ebenfalls dringend erforderliche Arbeiten. „Besonders auf dem Nordfriedhof war das nötig. Manche Besucher trauten sich schon nicht mehr wegen der Unübersichtlichkeit durch zu hohe Hecken auf den Friedhof”, hat Dahlmanns erfahren müssen. Zudem sitzt die Zeit im Nacken, wie Norbert Dahlmanns anmerkt: „Der Rückschnitt der Bäume muss bis zur Vogelbrutzeit im März über die Bühne gegangen sein. Der Frost und eine zu Beginn des Jahres ungewöhnlich große Anzahl an Beerdigungen machen das aber nicht leichter.”

Auch wenn das Bild, das sich den Besuchern auf der überwiegenden Zahl der Friedhöfe bereits jetzt bietet, sich deutlich verbessert hat, gibt es doch noch einige „Baustellen”, die zu beheben es gilt. So werden die Wege „Schritt für Schritt” ausgebessert. Doch besonders auf den Friedhöfen Kellersberg und Mariadorf sei noch einiges im Argen, muss Günther Jansen konstatieren. Dort stehen Teile der Friedhöfe besonders bei starkem Regenaufkommen unter Wasser. „Das wird sich wohl auch so schnell nicht ändern. Die Finanzmittel zur nachhaltigen Behebung der Schäden müssen erst von der Stadt freigegeben werden.”

Und noch einen weiteren Punkt gilt es neben diesen aufwendigen und finanziell nicht unerheblichen Herausforderungen zu lösen: „Die Friedhofssatzung sieht den morgendlichen Aufschluss und den abendlichen Abschluss der Friedhofstore vor. Abends muss zudem ein Kontrollgang gemacht werden, um sicher zu stellen, dass keine Besucher mehr da sind. Das bekommt man bei acht Friedhöfen, die teils weit auseinander liegen, wohl kaum in jeweils einer Stunde hin. Zumal alles zeitgleich geschehen soll”, weiß Jansen.

Ob da nicht doch die Friedhofsatzung geändert werden muss, bleibt aber offen - ebenso wie der Sinn der nächtlichen Verschlüsse, denn einem Metalldieb dürfte es nur recht sein, nicht von Besuchern bei ihrem strafbaren Tun gestört zu werden.
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