Alsdorf - Aufklärung über K.O.-Tropfen im Fokus

Aufklärung über K.O.-Tropfen im Fokus

Von: Elisa Zander
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Gemeinsam für die gute Sache:
Gemeinsam für die gute Sache: (v.l.) Stefan Hanrath, Ellen Madau, Nina Körner, Julia Hauer, Mong Tran, Agnes Zilligen, Lillien Kochs und Sebastian Stürtz packen das Benefizprojekt gemeinsam an. Foto: Elisa Zander

Alsdorf. Dass etwas mit dem Sekt, den Anna gerade getrunken hat, nicht stimmt, merkt sie. Doch was genau, kann sie nicht sagen. Ihre Freundinnen werden aufmerksam. Normalerweise ist die 20-Jährige nach einem Glas nicht betrunken. Das hier ist anders.

Anna wird nach Hause gebracht und kann sich am nächsten Tag an kaum etwas erinnern. Ihr sind K.O.-Tropfen verabreicht worden. Von wem, weiß sie nicht.

Es ist eine fiktive Situation, doch in dieser und ähnlicher Art geschieht Ähnliches ständig. Die Tropfen sind farb- und geschmacklos, wenn sie in Getränke gemischt werden. Der leichte Eigengeschmack wird meist vom jeweiligen Getränk überlagert und wird aus diesem Grund bei der Einnahme nicht bemerkt.

„K.O. im Ring, aber nicht im Glas” heißt die Kampagne, die der Frauennotruf Aachen seit 2006 führt. Gerne würden Agnes Zilligen und Nina Körner den Präventionsbereich weiter ausbauen. „Aber das muss oft hinten anstehen, weil die Begleitung und Unterstützung von betroffenen Mädchen und Frauen oberste Priorität hat”, erklärt Agnes Zilligen vom Frauennotruf. Damit dennoch weiter an der Prävention gearbeitet werden kann, engagiert sich seit vergangenem Jahr der Ladies Circle (LC) 58 Aachen kontinuierlich. „Es ist ein Projekt, bei dem wir alle dahinter stehen”, unterstreicht LC 58-Präsidentin Julia Hauer.

Eine offizielle Statistik zu Opfern von K.O.-Tropfen gibt es nicht, „die Dunkelziffer ist erschreckend”, sagt Ellen Madau, Schatzmeisterin vom LC Deutschland. Der Frauennotruf Aachen hat bislang 98 Fälle dokumentiert. Etwa ein Drittel dieser Frauen wurde nach der Verabreichung vergewaltigt, bei 14 weiteren besteht ein hoher Vergewaltigungsverdacht.

Vergewaltigung und Raub

Da Sensibilisierung und Aufklärung wichtige Faktoren sind, um Übergriffe dieser Art zu vermeiden, gehen auch die Frauen des LC 58 in Schulen und leisten Aufklärungsarbeit. Und die greift - das konnten die Mitarbeiterinnen vom Frauennotruf aus den vielen Rückmeldungen von Frauen und Mädchen feststellen. Dabei ist es keine Problematik, die ausschließlich auf Frauen eines bestimmten Alters zutrifft: Unabhängig von Alter und Geschlecht werden die Tropfen verabreicht, um Menschen gefügig zu machen und gegebenenfalls auszurauben.

15.000 Euro will der LC 58 in einem Jahr sammeln, um die Präventionsarbeit finanziell zu unterstützen. Ein dafür initiiertes Benefizprojekt findet am Sonntag, 4. März, in Alsdorf statt. Um 11.30 Uhr wird im Cinetower Kinopark Alsdorf die Gangsterkomödie „Das gibt Ärger” mit Reese Witherspoon gezeigt. Der Eintritt beträgt zehn Euro - fünf Euro davon erhält der LC 58 als Spende für soziale Projekte. Für Sebastian Stürtz, Betreiber des Cinetowers, stand die Zustimmung für dieses Projekt außer Frage: „Diese Arbeit ist enorm wichtig, da helfen wir gerne.”

Vor der Filmvorführung wird zwischen 10 und 11.30 Uhr für 7,50 Euro ein Frühstück angeboten. Der verbilligte Preis, den Stefan Hanrath als geschäftsführender Gesellschafter der Gastronomie Cinetower anbietet, ist ebenfalls ein Benefizbeitrag. Beide Angebote - Kino und Frühstück - sind nicht zwingend aneinander gekoppelt und können getrennt voneinander wahrgenommen werden.

Den Erlös der Filmvorführung lässt der LC 58 hälftig zwei Projekten zukommen: Einerseits dem Frauennotruf für seine Präventionskampagne und andererseits dem nationalen Serviceprojekt des LC Deutschland. „Save me online” heißt die Internetberatungsstelle, bei der Kinder und Jugendliche, die Cyber-Mobbing erfahren haben, konkrete Beratung durch pädagogische und psychologische Fachkräfte bekommen.

Anmeldungen zum Frühstück und Karten für die Kinovorführung sind beim LC 58 unter info@lc58.de oder an der Kinokasse des Cinetower Kinopark Alsdorf erhältlich.
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