Würselen - Auf Integrationsbeauftragten wartet jede Menge Arbeit

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Auf Integrationsbeauftragten wartet jede Menge Arbeit

Von: ehg
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Würselen. Wie Kommunen ihre Integrationsbemühungen sinnvoll und erfolgreich organisieren können und müssen, dieser Frage ging Dr. Alfred Reichwein von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) in der Sitzung des Integrationsrates unter dem Vorsitz von Denez Jawher nach.

 Zu Gast war der „Freundeskreis Jülicher Straße 24“, deren Mitglieder sich bei der Diskussion mit ihren Erfahrungen einbrachten. Für Dr. Reichwein war es keine Frage, „dass wir ein Zuwanderungsland sind“. Und: „Die deutschen Kommunen stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen.“

Angesichts der demografischen Entwicklung brauche Deutschland die Zuwanderer immer mehr. Zu bedenken gab Dr. Reichwein: „Die Zahl der Deutschen, die ihr Land verlassen, ist derzeit größer als die Zahl derer, die neu in unser Land kommen.“ Durch ein Management kommunaler Integrationspolitik könne die Voraussetzung geschaffen werden, „dass die Zuwanderer an unserem gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“. Die Aufgaben seien schwer zu definieren.

Dr. Reichwein zeigte auf, dass es viele Handlungsfelder gebe. Die Aktivitäten müssten vernetzt werden und dürften nicht über die Migranten wahllos ausgeschüttet werden. Deshalb sei eine strategische Steuerung die Grundvoraussetzung für deren Erfolg. „Es ist ein mühsamer Prozess, Vertrauen aufzubauen. Schnell ist er verspielt.“ Die Verwaltungsspitze müsse sich an die Spitze der Integrationsbewegung setzen. Das Sahnehäubchen des Integrationsprozesses sei die interkulturelle Öffnung. Die Stadtgesellschaft müsse sich schließlich auch in Rat und Verwaltung abbilden.

Zur Koordinierung und Vernetzung der gesellschaftlichen Öffnung müsse ein Integrationsbeauftragter bei der Verwaltung eingesetzt werden. Das Ziel aller integrativen Bemühungen müsse die Schaffung einer Willkommenskultur sein, womit er beim Sprecher des Freundeskreises, Jürgen Hohlfeld, offene Türen einrannte. Seine Forderung: „Die Bürger müssen zeigen, dass die Menschen, die in unser Land kommen, auch willkommen sind.“

Dass sie sich integrieren können, dazu müsse ihnen die Möglichkeit geboten werden. In der Industrie seien sie nur deshalb willkommen, weil sie gebraucht würden, unterstellte Hohlfeld. Um Ängste abzubauen, sei der unmittelbare Kontakt von großer Bedeutung, erläuterte der Gast, wie die Stadt Bielefeld über Patenschaften einen Schritt voran gekommen sei. Mit Bedauern stellte die Bündnisgrüne Stadtverordnete Ute Wendt fest, dass es im gesamten Rat keinen Abgeordneten mit Migrations-Hintergrund gebe.

Dass die Zuwanderer sich zu wenig für ihre neue Heimat interessieren, beklagte Vize-Bürgermeister Harald Gerling mit neuerlich noch gemachten negativen Erfahrung. „Integration darf keine Einbahnstraße sein!“ In dieser Einschätzung stimmte der Integrationsrat in seiner Gesamtheit mit ihm überein. Dass die Stadt Würselen sich Integration nur über das Ehrenamt leisten könne, wandte der UWG-Fraktionsvorsitzende Theo Scherberich ein. Er dankte dem Freundeskreis, dass er mit leuchtendem Beispiel vorangehe. Es werde vielfältige Integrationsarbeit in den Sportvereinen geleistet, ergänzte 1. Beigeordneter Werner Birmanns. Dr. Alfred Reichwein hatte seine Probleme damit, wenn Integrationsarbeit auf das Ehrenamt abgeschoben werde.

Die Steuerung müsse bei der Verwaltung liegen. „Ohne Beauftragten gehe es nicht.“ Dass hätten viele Städte in Deutschland längst erkannt. In Nürnberg sei der Oberbürgermeister der Integrationsbeauftragte. Auf höchster Ebene müsse Verantwortung wahrgenommen werden. Von Rat und Verwaltung müsse die Initialzündung für Aktivitäten der Integration ausgehen, pflichtete Hohlfeld dem KGSt-Geschäftsführer aus Köln bei. Abschließend schrieb Dr. Reichwein den Verantwortlichen ins Stammbuch: „Integration ist alternativlos!“

Der Freundeskreis informierte den Integrationsrat über die bisher von ihm geleistete Arbeit. Hohlfeld bedankte sich in seinem Namen für die vom ihm unlängst gewährte Unterstützung.

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