Auf Entdeckungsreise durch die Heimatstadt

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
Vorstellung des neuen Info-Fly
Vorstellung des neuen Info-Flyers: Stadtsprecher Bernd Schaffrath (v.r.), Bürgermeister Arno Nelles, Stadtführer Rolf Rüland, Dieter van Horn, Stadtführer Harald Gerling, Seniorenbeauftragter Dieter Juschka und Stadtverordneter Gottfried Kern. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Auf Entdeckungsreise in der Heimatstadt Würselen gingen jetzt per Bus rund 50 Repräsentanten von Vereinen und Vereinigungen. Leiter war Stadtführer Rolf Rüland, der mit ihnen tief in die Stadtgeschichte eintauchte.

Präsentiert wurde dabei der von der Stadt herausgegebene Flyer, der - so sagt Pressesprecher Bernd Schaffrath - Appetit auf eine Stadtführung machen soll.

Als Stadtführer bieten sich neben Rolf Rüland ehrenamtlich auch Vize-Bürgermeister Harald Gerling und Stadtverordneter Winfried Hahn an. Die Gäste an Bord des heimatverbundenen Busfahrers Dieter van Horn begrüßte Bürgermeister Arno Nelles: „Wir zeigen Ihnen, was Würselen zu bieten hat.” Der Flyer, der Neubürgern an die Hand gegeben wird, kann auch im Internet unter www.wuerselen.de heruntergeladen werden.

Nicht Wurm sondern Rhein

Gestartet wurde gegenüber dem Seniorenzentrum St. Antonius. „Hier sollte ursprünglich das erste Würselener Krankenhaus errichtet werden”, wusste Rüland zu berichten. Die Schervier-Schwestern aus Aachen richteten im einstigen Kloster eine Näh-/Koch-Sonntagsschule ein.

In unmittelbarer Nähe das neue Rathaus, das, nach Plänen des Architekten-Ehepaares Parade aus Düsseldorf erbaut, 1986 seiner Bestimmung übergeben worden ist. Für das alte Rathaus war 1904 an der Kaiserstraße der Grundstein gelegt worden. Es wurde wie das Schüller-Haus nebenan im neugotischen Stile nach Plänen von Kreisbaumeister Heinrich van Kann errichtet. An der Kaiserstraße 43 befand sich die erste Poststelle der Stadt, was durch ein Wappen in der Front dokumentiert ist.

Stadtführer Rolf Rüland wartete mit einer eigenen Interpretation von Wormsalt (Würselen) auf. Für ihn ist das nicht der Saalhof an der Wurm, sondern die Höhe über der Wurm. Der Fluss im Wappen der Stadt, die 1924 ihre Stadtrechte erlangte, ist laut Rüland nicht die Wurm. „Es ist der Rhein. Würselen gehörte nämlich zur damaligen Zeit zur Rheinprovinz”, erläuterte er.

Dass in Würselen im späten Mittelalter Waffen hergestellt werden sollen, zählte ebenfalls zu den historischen „Neuheiten”. Dann ein Blick den Markt hinauf auf den mächtigen „Dom”, dessen 1905 geschaffene Kuppel ebenfalls die Handschrift van Kanns trägt. Rülands Vision: Wieder ein Turm mit spitzem Helm wie vor dem 2. Weltkrieg. Die älteste Tochterkirche von St. Sebastian war von 1604 an St. Germanus in Haaren. Es folgten St. Lucia, St. Balbina, St. Marien und St. Pius X., aber auch St. Hubertus in Verlautenheide.

Ob die Weidener Gäste im Bus es hören wollten oder nicht: Weiden gehörte lange Zeit zu Würselen, bevor die Gemeinde Broichweiden als selbstständige Gemeinde installiert wurde. Für eine Landgemeinde habe Würselen im Mittelalter große Selbstständigkeit gehabt. Vorbei ging es an St. Lucia, wo - so erklärt Rüland - aus statischen Gründen der Helm auf dem Turm nicht aufgesetzt werden kann. Dann das historische Gebäude Gut Delahaye, einer von mehreren Kanthöfen in Weiden und Linden-Neusen.

Die auf ehemals Jülicher Territorium 1847 bis 1849 errichtete evangelische Kirche in Vorweiden, „Prototyp für ein sparsames Gotteshaus in deutschen Landen”. Angefahren wurde auch das Gut Paffenholz, eine auf das Jahr 1191 datierte Zehntscheune. Von ihrem Wassergraben ist nur noch ein Teich übrig geblieben.

Eine Festung das Grafen von Jülich war die Burg Wilhelmstein im heutigen Ortsteil Bardenberg, der drei Jahre früher als Würselen, also 867 bereits, urkundlich erwähnt wurde. In Augenschein genommen wurden auch das Hühnernest und der Ortsteil Pley, wo die Nationalsozialisten ihre Lager unterhielten. Schließlich noch der Broicher Hof, ein Rittergut aus dem Jahre 1198.

Wer weiß heute noch, dass an der Aachener Straße bei Cornely nicht nur der Düvelstropfen gebrannt, sondern auch Bier gebraut wurde? Oder dass der Stadtgarten auf einer Müllkippe - Kriegsschutt - angelegt wurde? Die Stadtrundfahrt förderte dies und noch viel mehr zu Tage.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert