Würselen - Auf „Christoph Europa 1” ist stets Verlass

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Auf „Christoph Europa 1” ist stets Verlass

Von: Elisa Zander
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Schon über 50 000-mal im Eins
Schon über 50 000-mal im Einsatz: Der in Würselen-Merzbrück stationierte Rettungshubschrauber leistet unschätzbare Dienste bei der schnellen Versorgung von Unfallopfern und Patienten in der Region. Ein kompetentes Team an Bord ist dabei Foto: Elisa Zander

Würselen. Man hört ihn wesentlich eher, bevor er sich in seinem strahlend hellem Gewand den Blicken freigibt: Der in Merzbrück stationierte Rettungshubschrauber „Christoph Europa 1”. Mehrmals täglich startet er, um mit dem zugehörigen Team Menschen zu retten.

Seit bereits 37 Jahren hebt der Rettungshubschrauber in Würselen ab - damals war es noch das SAR 72. Am 18. Mai war er zum 50.000 Mal im Einsatz. Bis heute besetzen ausschließlich Mitarbeiter des Medizinischen Zentrums (MZ) der Städteregion den Hubschrauber. Flogen in den Anfangsjahren auch Ärzte anderer Fachrichtungen mit, so bilden heute in der Regel Anästhesisten des MZ als Notärzte das Rettungsteam.

„50.000 Einsätze, das heißt auch 50.000 Mal erfüllte Hoffnung für den Patienten”, sagt Falko Rapp, Geschäftsführer des MZ. So auch beim Jubiläumsflug, bei dem bei einer Patientin aus Baesweiler Anzeichen eines Herzinfarktes festgestellt worden waren. 40 Minuten vergingen zwischen dem eingegangenen Notruf und dem Beginn der Operation. „Das hätten wir mit einem Krankenwagen nie in dieser Zeit schaffen können”, betont der zu dem damaligen Zeitpunkt leitende Notarzt Dr. Norbert Bindels.

Hohe Kompetenz

Der Hubschrauber kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn in gleicher Zeit kein Rettungswagen an die Unfallstelle gelangen kann. Möglichst wird der Patient nach der Erstversorgung jedoch mit einem Rettungswagen transportiert. „Aufgrund der räumlichen Enge kommen wir im Helikopter nur an den Kopf des Patienten heran”, erklärt Dr. Frank Eichwede, Chefarzt der Klinik für Anästhesie-, Intensiv- und Notfallmedizin am MZ. „Käme es zu einem Herzstillstand müssten wir erst landen, um eine Reanimation beginnen zu können.”

Es sind Entscheidungen, die binnen von Minuten getroffen werden müssen und über den Gesundungsverlauf des Patienten erheblich entscheiden. So spielen die hohe Kompetenz des Teams bei der Behandlung, Sicherheit und Kommunikation untereinander ebenso eine große Rolle, wie die anschließende Diagnostik und Therapie im Schockraum des aufnehmenden Krankenhauses.

Den hohen Anforderungen an sich selbst ist es zu verdanken, dass das MZ nun erfolgreich die Zertifizierung zum „Regionalen Traumazentrum” absolviert hat. Ein gutes Jahr lang hat sich das Team intensiv vorbereitet. „Wir haben die Behandlungsverfahren und diagnostische Möglichkeiten zielstrebig ausgebaut und viel Arbeit in die Festlegung der Abläufe und Zuständigkeiten in unser Schockraum-Team investiert”, erklärt Dr. Markus Graf, ärztlicher Direktor des MZ und Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie.

Zwischen zehn und 20 Personen aus verschiedenen ärztlichen Bereichen und Pflege sind in der ersten Stunde an der Behandlung des Notfallpatienten beteiligt. „Da muss alles Hand in Hand gehen”, betont Dr. Peter Thomas, Leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesie-, Intensiv- und Notfallmedizin und Projektleiter Traumaversorgung am MZ. Eine sechsstellige Summe hat das Krankenhaus in die Ausbildung der Mitarbeiter und Verbesserung der Ausrüstung investiert.

Eine weitere stattliche Summe wird angelegt, um auf dem geplanten Neubau am Betriebsteil Marienhöhe einen Hubschrauberlandeplatz zu realisieren. „Die Möglichkeiten, sicherer zu landen, steigern sich enorm”, erklärt Frank Eichwede. Momentan befindet sich der Landeplatz am MZ, Betriebsteil Marienhöhe in der Parkanlage hinter dem Haupthaus, eine Landung in der Dämmerung stellt an den Piloten eine besondere Herausforderung dar.

Etwa im Jahr 2015 soll das Vorhaben fertig sein, mit inbegriffen ein Fahrstuhl, der die Patienten direkt zum Schockraum bringt. „Wir können damit eine Zeitverkürzung von 50 Prozent erreichen”, sagt Frank Eichwede. „Und bei Trauma-, Herz- und Schlaganfallpatienten zählt jede Minute.”
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