Alsdorf - Auf Bastian Pastewkas Wunschzettel steht Zärtlichkeit

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Auf Bastian Pastewkas Wunschzettel steht Zärtlichkeit

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:

Alsdorf. So richtig bekannt wurde er Ende der 90er Jahre durch die „Wochenshow“, die Zuschauer liebten ihn als Brisko Schneider und Ottmar Zittlau: Bastian Pastewaka. Seitdem hat sich viel getan im Leben des 42-jährigen Komikers, Synchronsprechers und Schauspielers.

In der Serie „Pastewka“ spielt er sich selbst und lässt (vermeintlich) hinter die Kulissen eines ganz normalen Fernsehstars und die Branche blicken. Im Interview ist er da vorsichtiger, nicht jede Frage und Antwort möchte er abgedruckt sehen. Über sein Hörspiel „Paul Temple und der Fall Gregory“, das er „mit seinen Komplizen“ am 26. Februar 2015 (20 Uhr) in der Stadthalle präsentiert, seine Serie „Pastewka“ und das Weihnachtsfest im Hause des Komikers sprach er mit unserer Zeitung im Wochenend-Interview.

 

Herr Pastewka, herzlichen Glückwunsch: Sie haben es in unser Wochenendinterview geschafft. Das gelingt sonst fast „nur“ lokalen Protagonisten – Ehrenamtlern, Blutspendern, Vereinsvorsitzenden.

Pastewka: Wow. Das macht mich aber jetzt stolz. Das sind eindeutig verdientere Gesprächspartner als ich es bin.

Aber der lokale Bezug ist ja da: Sie treten mit ihrem Hörspiel „Paul Temple und der Fall Gregory“ in der Alsdorfer Stadthalle auf.

Pastewka: Da freue ich mich drauf. Es ist ein Live-Hörspiel in verteilten Rollen, komisch und spannend zugleich. Meine Komplizen und ich sind alle große Fans der klassischen Paul-Temple-Radio-Serie und haben viel Spaß an unserer kleinen Hommage an Francis Durbridge.

Eigentlich wollte ich mit Ihnen lieber über „Pastewka“ sprechen. Wie viel von Ihnen steckt eigentlich in der Serie „Pastewka“? Führen Sie in der Realität auch so ein Lümmel-Leben? Weil: Viel Arbeiten tun Sie in den Folgen ja nicht . . .

Pastewka: (…) Sagen wir mal so: Der Serien-Pastewka ist eine sehr großzügige Auslegung des realen Pastewkas. Die beiden haben auf jeden Fall deutliche Gemeinsamkeiten. Leider.

Sie ziehen in der Serie das Medium Fernsehen, aber auch Ihre Kollegen und sich selbst durch den Kakao. War darüber schon mal jemand sauer?

Pastewka: Kein einziger. Wir leben aber auch in einer Zeit, in der sich Kollegen nicht mehr verunglimpft fühlen. Wir fragen allerdings auch vorher nach, ob der eine oder andere Scherz (…) ok ist. Manche melden sich auch selbst und haben eigene Ideen für die Serie. Hugo-Egon Balder etwa merkt vor jeder Staffel an: „Leute, jetzt macht ihr es aber mal richtig.“

Ihr Kollege Christoph Maria Herbst hat seine Serie „Stromberg“ mit einem großen Kinofilm beendet. Kann man auch bei „Pastewka“ damit rechnen?

Pastewka: Nein, ein solcher Film ist nicht geplant. Pastewka ist auf Staffellänge ausgerichtet, pro Folge 22 Minuten. Aber der Stromberg-Film gehört zum Besten, was ich in diesem Jahr gesehen habe. Da war ich hin und weg. Was das ganze Team da vollbracht hat: Hut ab.

Mal nebenbei: Werden Sie eigentlich häufig mit Markus Maria Profitlich verwechselt?

Pastewka: Nein, eigentlich nie, aber mit Jörg Pilawa.

(...) Das meinen Sie nicht ernst!

Pastewka: Doch. Ich vermute wegen der Ähnlichkeit der Zunamen.

Sie sind Einzelkind und Studienabbrecher. Bleibt einem bei diesen Voraussetzungen nur der Weg ins Comedy-Fach?

Pastewka: Als ich mit 19 erste Bühnenerfahrung sammelte, waren die Voraussetzungen noch schlechter, denn es kamen einfach keine Zuschauer, da mich zu recht niemand kannte. Ich spielte mit meiner ersten Comedy-Gruppe überall, wo man uns gelassen hat, selbst in Eisdielen und Blindenheimen. Es kamen meist 7 Zuschauer, von denen sich 3 in der Veranstaltung geirrt hatten und nach 5 Minuten gingen. Es war schauderhaft, aber ich hatte keine Idee, was ich sonst machen sollte.

Sie sind Schauspieler, Komödiant, Synchronsprecher: Bleibt Ihnen trotzdem manchmal auch das Lachen im Halse stecken und verschlägt es Ihnen die Sprache?

Pastewka: Aber natürlich. Wenn ich etwa die Nachrichten sehe, geht es mir so.

Was ist die dämlichste Frage, die man Ihnen bislang gestellt hat?

Pastewka: (...) Ich hatte Glück bisher. Da fällt mir nichts ein. Obwohl: kürzlich wurde ich gefragt, ob ich häufig mit Markus Maria Profitlich verwechselt werde…

 

Unweigerlich muss ich Sie in dieser Jahreszeit fragen . . .

Pastewka: Also mein Weihnachtsprogramm sieht so aus: meine gesamte Familie kommt zu Besuch, ich genieße diese Stunden, das Zusammensein, die Gespräche. Heiligabend wird um 18 Uhr lecker gegessen und um 22 Uhr liege ich auf der Couch und gucke „Stirb langsam“.

Und was kommt auf den Teller?

Pastewka: Das erfahre ich um 17.59 Uhr. Meine Frau kümmert sich darum. In der Angelegenheit bin ich leidenschaftslos.

 

Aber offensichtlich ein großer Bruce Willis-Fan.

Pastewka: Nein, aber „Stirb langsam“ ist ein Klassiker wie „Der kleine Lord“, „Ist das Leben nicht schön?“ oder „Loriots Weihnachten bei Hoppenstedts“.

„Zwei Weihnachtsmänner“ mit Ihnen und Christoph Maria Herbst lief aber auch nicht zum ersten Mal in der Adventszeit.

Pastewka: Stimmt. Der Film entwickelt sich scheinbar ebenfalls zum Klassiker.

Was wünscht sich ein Mann, der sich eigentlich alles selbst leisten kann zu Weihnachten?

Pastewka: Zärtlichkeit! Und schreiben Sie das bitte mit einem Ausrufezeichen.

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