Auch Windsor darf Ruhestand auf der Arche genießen

Von: hst
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Würselen. Was geschieht, wenn ein Pferd alt oder krank wird, wenn es immer häufiger den Tierarzt braucht und teure Medikamente, wenn es aufwendig gepflegt werden muss, aber nicht mehr geritten werden darf? Für die meisten Pferdebesitzer ist das ein klarer Fall: Partner Pferd bekommt einen artgerechten und geruhsamen Lebensabend.

Aber leider werden alte und kranke Pferde auch immer wieder abgeschoben - aus welchen Gründen auch immer. Manche Tiere landen nach einem mehr oder weniger langen Leidensweg bei Tierschützern auf einem Gnadenhof. Seit mittlerweile 31 Jahren kümmert sich der Tierschutzverein Arche Aachen um alte, kranke und schwer vermittelbare Tiere.

Geduld und Zuwendung

Im Mittelpunkt stehen dabei die Pferde, aber auch Hühner, Katzen und Hunde finden auf dem Bauernhof in Würselen-Euchen ein - meist vorübergehendes - Zuhause. Das erklärte Ziel des ehrenamtlichen Vereins ist es nämlich, alle Tiere wieder in Familien zu vermitteln. Was bei Hunden und Katzen noch relativ einfach ist, gestaltet sich bei Pferden ungleich schwieriger. „In der Regel sind unsere Pferde hier nicht mehr reitbar.

Deshalb können wir sie nur als Begleitpferde vermitteln”, erklärt Peter Küppers, der Ehrenvorsitzende des Vereins. Oft dauert es Jahre, bis die körperlichen und seelischen Wunden bei den Tieren geheilt sind. Wie bei dem vierzehnjährigen Haflinger Windsor, der bei einem Kutschenunfall schwer verletzt wurde und auch später völlig verstört war. Mit viel Geduld und Zuwendung ist jetzt wieder ein freundliches Pony aus ihm geworden, das sogar wieder geritten werden kann. Vermittelt wird Windsor allerdings nicht mehr, er darf auf der Arche bleiben und den Rest seines Lebens genießen.

Bis vor zwei Jahren standen noch 16 Pferde und Ponys auf dem Hof, und etwa 120 Kinder und Jugendliche kamen regelmäßig, um die Vierbeiner zu versorgen. Doch aus finanziellen und auch organisatorischen Gründen musste der Verein den Bestand stark reduzieren, schließlich sind gerade Tiere aus schlechter Haltung betreuungsintensiv und teuer in der Haltung. „Wir bekommen jede Woche Anfragen wegen Pferden, aber wir können ja keine Tiere aufnehmen, wenn wir sie dann nicht verantwortungsbewusst versorgen können. Dann ist den Tieren ja auch nicht geholfen”, sagt Peter Küppers.

Auch Sandra Siekmeier, eine der ehrenamtlichen Helferinnen, betont diesen Aspekt: „Hier handelt es sich einfach um Tierschutz mit Herz und Verstand, das ist für mich auch sehr wichtig.” Rund zehn ehrenamtliche Helfer kommen regelmäßig zur Arche, manche jeden Tag, andere ein- bis zweimal in der Woche. Dann werden die Boxen gemistet, die vier Ponys bewegt, geputzt, wenn nötig verarztet und gefüttert.

Auch die zwölfjährige Hanna macht sich an ihrem ersten Tag auf dem Gnadenhof schon fleißig im Stall zu schaffen. „Ich habe mich schon immer für Tiere interessiert und möchte mich gerne dafür einsetzen, dass es ihnen besser geht”, erklärt die Zwölfjährige, warum sie auf dem Gnadenhof mithelfen möchte. Nun lässt sie sich von den Älteren zeigen, wie die Boxen gesäubert und das Heu verteilt wird.

Diese freundschaftliche Zusammenarbeit ist für Sandra Siekmeier ein weiterer wichtiger Punkt: „Mich fasziniert auch einfach dieses ganze soziale Geflecht hier auf dem Hof, die Gemeinschaft und die Arbeit mit den Jugendlichen und Kindern.”

Wer bei der Arche ehrenamtlich helfen möchte und bereits 14 Jahre oder älter ist, kann sich bei Peter Küppers 02405/425383 anmelden.

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