Auch Küken stehen auf Roda-Rock

Von: mabie
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Trotz Regens abgerockt: Auch die Merksteiner Lokalheroen von „Blunt“ hatten beim Rodarock-Festival natürlich ihre Fans. Foto: Markus Bienwald
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Federvieh steht auf Musik: Julia Bleilevens (l.) und Ida Seiber gehörten zu denjenigen, die den natürlich passend schwarz „gekleideten“ Küken immer wieder zurück ins Gehege halfen. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Was genau es nun war, das die Küken von der nahen Gastronomie am Samstag immer wieder auf das Freigelände hinter dem Hallenbad an der Bergerstraße zog, konnte letztlich nicht herausgefunden werden. Fest steht aber, dass die jungen Hühner mit ihrem schwarzen Federkleid nicht nur optisch bestens zum mittlerweile achten Rodarock-Festival in Herzogenrath passten, sondern ihnen auch die druckvollen, bisweilen sehr harten Klänge nichts ausmachten.

Gerade darum waren aber viele hundert junge Fans der metallenen Musikrichtung ins Wurmtal gepilgert, um sich einmal zwölf Stunden lang live die Ohren verwöhnen zu lassen. „Obwohl zwölf Stunden schon manchmal etwas lang sein können“, wie Besucherin Sara Azarang zu verstehen gab, „da bin ich froh, nicht weit weg zu wohnen, man kann dann mal ganz schnell wegfahren und wiederkommen“.

Ungezwungene Atmosphäre

Neben dem großen Line-Up mit vielen auch lokal bekannten Bands, lockte natürlich die ungezwungene Festival-Atmosphäre die vor allem jungen Menschen an. „Ich bin hier, weil Freunde hier spielen“, sagte beispielsweise Nikolas Stumvoll aus Übach-Palenberg. Angesichts des Wetters teilte er sich mit Timo Seidel und Sara Azarang eine blaue Plastikmülltüte als Sitzunterlage auf dem nassen Rasen. „Das mit dem Regen ist natürlich etwas doof“, sagte er, doch er winkte gleich ab, als er gefragt wird, ob das schlimm sei. Nein, das war es bestimmt nicht, auch wenn der Himmel am Samstag öfter mal den großen Wasserhahn ganz aufdrehte. Das Publikum nutzte die improvisierte Tanzfläche vor der höchst professionell von TBM-Event gebauten Bühne mit satter Klangkulisse auch im stärksten Regenfall. Es schien teilweise beim wilden Tanz sogar darum zu gehen, die Choreographie so abzustimmen, dass einer der beiden meist hüpfenden Füße garantiert immer in eine Pfütze platschte.

Headbangen und Tanz

Zu echten Schlammschlachten wie sie beispielsweise beim ebenfalls mal klein gestarteten Wacken-Open-Air zu beobachten sind, kam es dabei aber nicht, egal, wie hart die Musik auch war.

Für die gesunde Härte sorgten übrigens Bands wie „From Earth“, „Haribo macht Kinder froh“, „Unchained Breathing“, die Merksteiner Lokalheroen von „Blunt“, „His Statue Falls“, „Heart in Hand“ oder auch „All Hail the Fallen“.

Nach dem etwas dünner besuchten Nachmittag, füllte sich das Festivalareal im Laufe des Tages bis zum Abend hin immer mehr und sorgte so für viel Vergnügen. Gitarren en gros und am Meter waren dabei zu hören, auch Elektronik mischte sich ins Klangbild und die Sänger konnten nach den Shows meist nicht mehr viel von sich geben, denn manchmal schien etwas zu viel der Stimmgewalt auf der Bühne ins Mikro geflossen zu sein. Aber genau diesen Mix lieben die Fans an ihrem Metal-Festival im Wurmtal, auch wenn sie beim Auftritt des mit viel Spannung erwarteten Headliners „War From a Harlots Mouth“ einen kräftigen Wehmutstropfen zu schlucken hatten. Denn die Jungs werden nach ihrem Auftritt in Herzogenrath eine unbefristete Auszeit in Angriff nehmen. Umso mehr Grund für die Gäste, ihre Heroen mit Headbangen und Tanz ausgiebig zu feiern. Allerdings musste zu dieser Uhrzeit schon die exzellente Lichtanlage alles geben, um Gitarren, Drums, Bässe und Sänger ins rechte Licht zu rücken.

Mollig warm im Stroh

Die Küken konnte das nicht mehr kratzen, denn die lagen dann schon längst sicher im mollig warmen Stroh und zwinkerten vielleicht ab und zu mit den schwarz glänzenden Augen. Und sie träumten vielleicht vom Morgen danach, wenn das Equipment der Zweibeiner eine Grundreinigung brauchte und die Wiese wieder ganz ihren feinen Schnäbeln zur Verfügung stand.

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