Herzogenrath - Artco-Sommerausstellung: Mit Werken von Pop-Art-Ikone Kaufmann

Artco-Sommerausstellung: Mit Werken von Pop-Art-Ikone Kaufmann

Von: Nina Krüsmann
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Galeristin Jutta Melchers zeigt unter anderem Arbeiten von Pop-Art-Ikone Herbert Kaufmann. Foto: Krüsmann

Herzogenrath. „In unserer diesjährigen Sommerausstellung zeigen wir Papierarbeiten deutscher Künstler“, erklärt Galeristin Jutta Melchers. Zu sehen sind Arbeiten auf Papier von Pop-Art-Ikone Herbert Kaufmann sowie von Karl Fred Dahmen, Felix Droese, K.O. Götz, Jörg Immendorff, Hanns Pastor, Bernard Schultze und Günther Uecker.

„Der 2011 verstorbene Künstler Herbert Kaufmann ist die deutsche Pop-Art-Ikone schlechthin“, betont Jutta Melchers. Durch seine Zeitungscollagen und Litfaßsäulen wurde der gebürtige Aachener Herbert Kaufmann, einer der wichtigsten Vertreter der abstrakten Kunst Westdeutschlands nach 1945, auch international berühmt. Nach seinem Studium an der staatlichen Kunstakademie Düsseldorf entwickelte er sich immer in Richtung Pop-Art.

Schlüsselerlebnis für den Beginn seiner abstrakten Phase war ein Spaziergang, bei dem er ein Stück Holz im Zustand der Verkieselung fand. Die feinen Struktur und die Gesetzmäßigkeit der Linien haben ihn zur Abstraktion angeregt. Als malerischen Biologismus bezeichnen Experten die großflächigen, organischen Gebilde, die im Folgenden entstanden.

Ende der 50er entstehen Collagen aus aufgerissener Wellpappe oder dicht übereinandergelegten Papierfetzen. Die Erfahrung des Krieges schlägt sich in diesen Bildern nieder.

Sie gleichen von Asche zerfurchter Erde. Ab den 60er Jahren endete seine informelle Phase, er wandte sich konsequent der Collage zu, verarbeitete aktuelle Elemente der zeitgenössischen Medien-Welt wie Zeitungsausschnitte, Symbole, Schriftfragmente und Logos.

Dabei wird durchaus eine gewisse Kritik an der wachsenden Reizüberflutung durch die modernen Massenmedien laut, die heute ihren Höhepunkt erreicht hat. Die gemalten Collagen mit dem Logo des „Stern“, mit Papier-, Wort- und Buchstabenfragmenten sowie die mit Informationen überladenen Litfaßsäulen, eine „Hommage à Litfaß“, wurden zu seinem Markenzeichen. „Es waren Künstler wie Dahmen, Pastor und Götz, die sich wie viele Vertreter der Avantgarde jener Zeit schon früh nach Paris orientierten, um dort Kontakte zu gleichgesinnten Künstlern und Galerien aufzunehmen. Damit haben sie einen wesentlichen Beitrag zum Anschluss Westdeutschlands an die internationale Kunstszene geleistet“, betont Galerist Joachim Melchers.

Die ausgestellten Künstler seien Pioniere der informellen Malerei und haben in den vergangenen Jahrzehnten international hohe Wertschätzung erfahren. „Trotz sehr verschiedenartiger Biografien und späterer künstlerischer Entwicklungen der einzelnen Persönlichkeiten haben sie jeder für sich den Aufbruch in der Kunst des Westens mitgeprägt.

Die Artco-Sommerausstellung mit Arbeiten auf Papier in der ARTCO-Galerie an der Apolloniastraße 1 ist bis 13. September dienstags bis freitags von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

Infos unter www.artco-ac.de

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