Archive waren seine Leidenschaft: Josef Aretz gestorben

Von: fs
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Hinterlässt ein großes Werk: Rektor i.R. und Heimatforscher Josef Aretz aus Kohlscheid. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Der Heimathistoriker und frühere Rektor der Hauptschule Kohlscheid, Josef Aretz, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Mit ihm verliert Herzogenrath eine Persönlichkeit, die das Leben in der Stadt maßgeblich mitgeprägt hat. Als er im Jahre 1992 in Pension ging, war er sich im klaren darüber, dass er es nicht beim „Ruhestand“ bewenden lassen wollte. In besonderem Maße widmete er sich der Erforschung der Geschichte Kohlscheids, dem Bergbau und dem Vereinsleben in der Gemeinde.

Zahlreiche Veröffentlichungen folgten, vorausgegangen waren lange Sitzungen in Archiven in Aachen, Brühl, Köln oder Düsseldorf, in denen er dicke Bände wälzte und aus teils vergilbten Schriften wichtige Daten für die Heimatgeschichte ermittelte. Seine Familie war ihm dabei stets eine helfende Hand.

Was Josef Aretz in den vergangenen 15 Jahren erforschte, findet Niederschlag in zahlreichen Bänden zur Heimat- und Bergbaugeschichte.

Zudem schrieb er ungezählte Festschriften für Kohlscheider Vereine und Institutionen. Im kirchlichen Raum für die katholische Pfarrgemeinde St. Katharina mit dem Thema: „200 Jahre – die Kirche im Dorf – St. Katharina 1804-2004“. Ein sehr aktueller Beitrag, der über die Pfarrgemeinde hinaus großen Anklang fand. So auch bei einem renommierten Geschichtsprofessor, der über den Autor und Heimatforscher meinte: „Wer über Kohlscheids Geschichte schreibt, kommt an Josef Aretz nicht vorbei.“

Wie bedeutungsvoll Josef Aretz‘ Arbeiten sind, wurde ihm und der Stadt Herzogenrath immer wieder bestätigt. Ohne Josef Aretz ist die Region um einiges ärmer. Seine Schaffenskraft wurde stets motiviert durch die große Hilfe in der Familie.

Aber auch übergeordnete Institutionen erkannten seine Arbeiten und Geschichtsforschungen an. So erhielt Aretz den Rheinlandtaler, die Bundesverdienstmedaille und viele Auszeichnungen und Ehrungen von Vereinen.

Seiner guten alten Schreibmaschine hatte der umtriebige Autor und Schriftsteller längst „ade“ gesagt. Wurde das erworbene Wissen früher fein säuberlich auf Karteikarten getippt für die Nachwelt erhalten, setzte Josef Aretz ab 1986 auf EDV. Sohn Hermann Josef sagte bei der Vorstellung des Bandes Nr. 4 der „Spuren der Vergangenheit“ über seinen Vater: „Es ist schon bewundernswert, er hat auch im Alter nie Berührungsängste mit der neuesten Technik gehabt. Das hat uns allen die Arbeit natürlich vereinfacht.“

Der Auferstehungsgottesdienst für Josef Aretz wird am heutigen Samstag, 29. Dezember, 10.30 Uhr, in der Pfarrkirche St. Katharina Kohlscheid gehalten. Anschließend findet die Beisetzung auf dem Friedhof Oststraße statt.

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