Arbeitskreis will Linden-Neusen nach vorn bringen

Von: Stefan Schaum
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Eine Kirche im Dorf, und auch sonst viel zu bieten: Nils Lenzen, Paul Thelen und Guido Wirtz (v.l.) wissen die Vorzüge Linden-Neusens zu schätzen. Die preisen sie auch über die Dorfgrenze hinaus an. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Es soll Leute geben, die Linden-Neusen vor allem recht lang finden. Ein typisches Straßendorf eben. Häuser links, Häuser rechts und eine Hauptstraße mittendurch. Das Ganze dann auch noch am äußersten Rand von Würselen. „Am Zipfel sind wir hier tatsächlich“, sagt Guido Wirtz. Aber ab vom Schuss oder gar langweilig?

„Auf keinen Fall!“ Linden-Neusen hat was, findet Wirtz und kennt eine Menge Menschen in seiner Nachbarschaft, die das ganz genau so sehen. Seit gut drei Jahren sind er und seine Mitstreiter des Arbeitskreises „Unser Dorf“ so etwas wie die inoffiziellen Tourismusbeauftragten.

Herausgeputzt

Den Start hatte seinerzeit die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ markiert. Das war 2010. Damals wurden Nachbarn und Vereine aktiviert und Gärten verschönert, das ganze Dorf wurde hübsch herausgeputzt. Das gefiel der Bewertungskommission, die 2011 zu Gast in Linden-Neusen war. „Die waren einen Tag bei uns unterwegs – und der halbe Ort hat sie dabei begleitet.“ Dieses zur Schau getragene Wir-Gefühl mag mit dazu beigetragen haben, dass es zu einem dritten Platz im Wettbewerb reichte. Dieses Wir-Gefühl haben sie dann einfach beibehalten. „Wir haben im Arbeitskreis 20 Leute im harten Kern und viele andere, die sich mit einbringen“, sagt Paul Thelen. Als passionierter Bergsteiger hat er schon etliche Länder bereist. Doch an diesem bekannten Spruch sei was dran: Zuhause ist es doch am schönsten!

Ruhe und Landluft

Warum das so ist? „Wir bieten hier ganz viel Ruhe und gute Landluft und doch ist man im Nu über die Autobahn in Aachen“, nennt Arbeitskreis-Mitstreiter Nils Lenzen einen Vorzug. Für Guido Wirtz - einen Mann mit jahrelanger Jungenspiel-Erfahrung – ist es der Zusammenhalt. „In Linden-Neusen ist das Vereinsleben noch richtig ausgeprägt. Rechnet man die Mitgliedschaften in den rund 60 Vereinen zusammen, dann sind das mehr als wir Einwohner haben.“ Und Menschen gibt es etwa 2500, denn Linden-Neusen ist größer als man beim Durchfahren denkt. „Da sind links und rechts einige schöne Wohngebiete entstanden“, sagt Guido Wirtz.

Die Infrastruktur stimme auch sonst, sagt er, selbst wenn vor gut 15 Jahren der letzte Lebensmittelladen dicht gemacht habe. Eine Apotheke, zwei Banken, eine Metzgerei und zwei Ärzte hat das Dorf zu bieten. Seit kurzem macht ein fahrender Laden regelmäßig Station in Linden-Neusen. Weil sich der Arbeitskreis dafür eingesetzt hatte, kommen nun frisches Brot, Eier und Gemüse bis vor die Haustüren gerollt. Vorsprechen will das Team auch im Rathaus. „Wir fallen dort wohl oft aus dem Blick raus, wenn es um städtebauliche Entscheidungen geht“, fürchtet Guido Wirtz. Druck machen will der Arbeitskreis etwa, damit der Linden-Neusener Fußballverein einen Kunstrasenplatz bekommt. Der täte nicht bloß den Sportlern gut, sagt Wirtz. „Wenn der Platz kommt, dann ist auch der angrenzende Dorfplatz gesichert.“ Andernfalls fürchten die Linden-Neusener, dass er bebaut werden könnte. Das wollen sie verhindern. Ein Dorf – und sei es noch so lang – brauche eine klare Mitte und einen Platz zum Feiern. „Wo soll denn sonst ein Festzelt hin“, fragt Wirtz?

Tafel für den Dorfplatz

Momentan sammeln sie in Linden-Neusen Spenden, um dem Platz eine schöne Tafel zu spendieren. Dazu soll auch ein Vortrag von Paul Thelen dienen (siehe Infobox), der der Auftakt für weitere Veranstaltungen sein soll. Linden-Neusen als neue Adresse für die Kultur? Wirtz: „Warum nicht?“ Wie man das auf die Beine stellt, werden sie schon herausfinden.

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