Arbeitsgruppe zwischen Zeitnot und Begehrlichkeiten

Von: Stefan Klassen
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Kunstrasen für die Aschenplätze am Drischfeld? Das würde geschätzte 400.000 Euro kosten. Foto: Stefan Klassen

Würselen. In den Rathäusern wird sie sehnsüchtig erwartet, die Finanzspritze aus Berlin. Doch klar ist bislang nur eines: die Höhe der Gelder, die im Zuge des Konjunkturprogramms II in die Städte fließen sollen. 3,7 Millionen Euro wird Würselen bekommen - davon sind rund 2,6 Millionen für Bildungsinfrastruktur und 1,1 Millionen Euro für sonstige Infrastruktur projektgebunden vorgesehen.

Doch welche Voraussetzungen müssen die Kommunen erfüllen? Wo genau darf das Geld investiert werden? Und wann kann es losgehen? Noch fehlen eindeutige Vorgaben. Und dennoch „stehen wir unter großem Zeitdruck”, so Ulrich Wigand, Technischer Beigeordneter der Stadt Würselen.

Damit die Entscheidungsträger in der Düvelstadt gewappnet sind, Projekte benennen und Pläne in der Schublade haben, haben Politik und Verwaltung eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die am Mittwochnachmittag erstmals tagte.

Darin vertreten sind die beiden Mehrheitsfraktionen CDU und SPD mit jeweils zwei sowie die kleinen Fraktionen UWG, Grüne und FDP mit jeweils einem Mitglied. Die Federführung hat der Fachbereich Gebäudewirtschaft der Stadtverwaltung, zudem sitzen Mitarbeiter des Fachbereichs 2 (Schulen, Sport, Soziales) und der Kämmerei am Beratungstisch.

Die interfraktionell begleitete Arbeitsgruppe soll nun ein Maßnahmenpaket für die Verwendung der Mittel aus dem Konjunkturprogramm II erarbeiten. „Wir müssen dieses Paket schnell definieren”, betonte Wigand im Ausschuss für Bau- und Gebäudewirtschaft, der einstimmig den Startschuss für die Arbeitsgruppe gab. Das Gremium, so die Maßgabe, soll - je nach Bedarf - sogar mehrfach in der Woche zusammenkommen.

Vertreter aller Fraktionen begrüßten im Ausschuss die vom Bund angekündigten Infrastrukturhilfen. Im Kreuzfeuer der Kritik stand allerdings jemand, der überhaupt nicht anwesend war: FDP-Fraktionschef Hans Carduck. Dieser hatte jüngst nach seiner Wahl zum Bürgermeisterkandidaten der Liberalen vorgeschlagen, mit Geld aus dem Konjunkturpaket II eine neue Straße zu bauen - und zwar auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Friedrich- und Wilhelmstraße (wir berichteten).

Dies führe den innerstädtischen Verkehr zur K30 ab und entlaste die City, so seine Argumentation. CDU-Sprecher Manfred Wirtz sprach von einer „Verunsicherung der Bürger schon im Vorfeld”, SPD-Stadtverbandschef Frank Zimmer warnte davor, „die Begehrlichkeiten vorab zu postulieren”. Schließlich müsse erst klar sein, unter welchen Rahmenbedingungen die 3,7 Millionen Euro nach Würselen fließen. Es gelte, gemeinsam vorzugehen, so Zimmer. „Und es geht nicht um einen Rasenplatz oder eine 400-Meter-Umlaufbahn.”

„Wunschzettel” des Ortsvereins

Derweil geht es dem SPD-Ortsverein Würselen-Mitte unter anderem um „zwei Kunstrasenfelder auf den Aschenplätzen am Drischfeld” und einen „Umbau der Aula des städtischen Gymnasiums”. Es müsse überlegt werden, solche Maßnahmen mit dem Geld aus dem Infrastrukturprogramm zu realisieren, heißt es in einer Erklärung des Ortsvereins. Zudem bringen die Sozialdemokraten weitere Projekte ins Spiel: eine Sanierung der Turnhalle der Realschule, eine Modernisierung des Jugendtreffs im Bahnhof und eine Sanierung der Elmar-Harren-Sporthalle an der Krottstraße.

Den „Wunschzettel”, so Ortsvereins-Vize und Pressesprecher Christoph Küppers, habe Anfang dieser Woche auch die Stadtratsfraktion erhalten.
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