Würselen - Aquana: Holzliegedeck statt Außenbecken

Aquana: Holzliegedeck statt Außenbecken

Von: ehg
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Gut ausgelastet: Das Aquana zählt rund 250.000 Besucher im Jahr, 80.000 stammen aus Würselen. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Wie kann das Freizeitbad Aquana wirtschaftlicher betrieben werden? Diese Frage stellt sich Rat und Verwaltung jedes Jahr neu, wenn eine Million Euro und mehr zur Deckung der Betriebskosten aus dem Stadtsäckel bereit gestellt werden müssen.

Bei der Suche nach einer Antwort nahm der Rat jetzt externe Hilfe in Anspruch, indem er ein Gutachten zur Wirtschaftlichkeitsberechnung beim auf den Bereich öffentliche Bäder spezialisierten Unternehmensberater Altenburg in Düsseldorf in Anspruch nahm. Anfang April wurde der Auftrag erteilt, der Öffentlichkeit vorgestellt wurde das Ergebnis der Prüfung jetzt. Dass die Ratskollegen nur in bescheidener Zahl Interesse daran zeigten, bedauerte Bürgermeister Arno Nelles.

Ein hoher Erlebniswert

Vorab stellte Altenburg klar, dass es sich beim Aquana um ein attraktives Freizeitangebot mit hohem Erlebniswert – insbesondere für Familien mit Kindern – handele, dessen Existenzberechtigung nicht in Frage gestellt werden dürfe. Handele es sich doch um einen bedeutenden weichen Standortfaktor. Wo im Bad- beziehungsweise Saunabereich („Es ist in Teilen nicht mehr zeitgemäß.“) die funktionalen Schwachstellen liegen, wird in der Expertise detailliert dargestellt. Mit rund 250.000 Besuchern im Jahr sei die Einrichtung – 80.000 stammen aus Würselen – gut ausgelastet. Stimmig seien auch die Eintrittspreise.

Zu bedenken gibt Altenburg, dass an Wochentagen der Personalbestand der geringeren Auslastung als am Wochenende angepasst werden müsse. In die Überlegungen einbezogen wurde, dass der Wettbewerb im Saunabereich in den letzten Jahren größer geworden sei. Hoch seien mit rund 50 Prozent die Personalkosten im Gastronomiebereich. Dennoch: „Das Bad steht kostenseitig und was das Angebot im Vergleich mit anderen Einrichtungen anbetrifft, gut da.“

Montags schließen

Bei den Betriebskosten sind die dicksten Brocken die finanziellen Aufwendungen für Energie und Personal. Wenn in diesen Bereichen nichts passiere, dürften die Betriebskosten bis 2017 um weitere 400.000 Euro auf 3,4 Millionen steigen. Altenburg empfahl, nicht weiter aufzurüsten. Je größer die Anlage sei, um so teurer werde sie, erteilte er einer angedachten Überdachung des Außenbeckens eine klare Absage. Er sieht in einer „operativen Optimierung“ den richtigen Weg, die ständig steigende Unterdeckung und die damit verknüpfte Belastung des städtischen Haushaltes in den Griff zu bekommen. Sie beinhaltet zunächst, dass das Ganzjahres-Außenbecken, das nur 80 bis 100 Tage genutzt werde, geschlossen wird. An seiner Stelle sollte ein Holzliegedeck gebaut werden.

Die Attraktion sollte durch eine Waterclimbing-Wand weiter gesteigert werden. Altenburg setzt für diese Maßnahmen 270.000 Euro an. Um Energie und Personal einzusparen, schlug der Unternehmensberater vor, das Bad montags zu schließen. Ansonsten liege es mit den Öffnungszeiten gut „im Rahmen“. Dass sich die Besucher den Öffnungszeiten anpassen werden, daran hegte er keinerlei Zweifel. In den Ferien sollte das Aquana wie bisher geöffnet werden. Mit den Preisen sollte an Wochenenden, wenn die Ausnutzung am höchsten ist, auf Langzeitgäste gesetzt werden. Die Stellen dürften sich durch die vorgeschlagenen operativen Veränderungen – so die Expertise – von bisher 50,4 auf 45,8 reduzieren lassen.

Der Stadtrat ist am Zug

Rat und Verwaltung werden nunmehr aus den Ergebnissen des vorgelegten Altenburg-Gutachtens ihre Schlüsse ziehen müssen, wenn sie gemeinsam die Unterdeckung der Betriebskosten in den Griff bekommen wollen. Die entsprechenden Beschlüsse werden möglichst bald gefasst werden müssen.

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