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Apotheker lassen Kunden nicht in der Kälte stehen

Von: Stefan Schaum
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Bedienung inklusive Information: In der Alsdorfer Rathaus-Apotheke gehörten zum gestrigen Aktionstag auch Flugblätter und selbst gebastelte Notdienstklappen. Foto: Stefan Schaum

Nordkreis. Hin- und hergerissen haben sich am Donnerstag viele Apotheker im Nordkreis gezeigt. Zwar wurde der Vorschlag der Apothekerverbände begrüßt, mit einer konzertierten Aktion auf die von der Politik zugesagte, aber nicht umgesetzte Notdienstpauschale aufmerksam zu machen.

Doch die Kunden vor verschlossenen Türen stehen zu lassen – das brachte keiner übers Herz. undesweit waren die Apotheken aufgerufen, am gestrigen Donnerstag von 12 bis 13 Uhr ihre Kunden nur so zu bedienen, wie es nachts üblich ist: durch die Notdienstklappe. „Wir wollen in diesem Wetter aber niemanden draußen stehen lassen“, sagte in Baesweiler Dr. Reiner Kreutz. So blieb die Kreuz-Apotheke geöffnet, wie auch die übrigen in der Stadt. Kreutz: „Wir haben gemeinsam entschieden, dass man die Aktion angesichts der heftigen Grippewelle keinem zumuten kann.“ Bei der Vielzahl der Kunden dieser Tage sei es zudem schlich unmöglich, jeden einzelnen über die Hintergründe der Aktion aufzuklären.

Dass die Apotheken im Notdienst pro Patient eine Gebühr von 2,50 erheben können, was nicht kostendeckend sei, wie Apotheker argumentieren – wer sollte dafür Verständnis zeigen, wenn er draußen in der Kälte Schlange stehen muss? So hat auch Dietmar Heuchel die St.-Josef-Apotheke in Herzogenrath geöffnet gelassen. „Gute Idee, aber ganz schlechter Zeitpunkt“, nennt er die Aktion. „Im Sommer hätten wir bestimmt mitgemacht.“ Für diese Einschätzung zeigt Apotheker Stephan Jüsten in Alsdorf wenig Verständnis. Denn er hat mitgemacht – wenngleich mit einer Kompromisslösung.

Die Türen der Anna- und Rathausapotheke blieben offen, aber selbst gebastelte Notdienstschalter aus Pappkarton waren über die Kassen gestülpt. „So können wir Kunden drinnen bedienen, aber auf das Problem aufmerksam machen.“ So viel Kreativität hätte er sich auch von anderen Apothekern gewünscht. Doch mit der Solidarität sei es oft nicht weit her. „Es gibt offenbar viele Kollegen, die historisch bedingt solch eine Aktion nicht mehr nötig haben“, sagt er. Soll heißen: Wer lange Zeit gut verdient hat, braucht jetzt nicht mehr um eine Pauschale zu ringen.

Verständnis für die Aktion

Den Apotheker Dr. Horst Josef Pelzer kann Jüsten nicht gemeint haben, denn der hat sich beteiligt. Punkt 12 Uhr war die gläserne Tür der Engel-Apotheke in Würselen verschlossen – und die Haustür wenige Meter daneben geöffnet. Als Ersatz für die Klappe. So standen die Kunden im Flur und wurden dort bedient. „Es hat niemand gemeckert“, sagt Pelzer. Im Gegenteil. Es gab Verständnis für die Aktion. Aber im Hausflur war es auch schön warm.

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