Nordkreis - Ansturm auf die rotierenden Waschbürsten

Ansturm auf die rotierenden Waschbürsten

Von: Daniel Gerhards
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Foto1 bis 3: Schmutzige Autos durch anhaltenden Schnee und immer neues Salz. Wer durch die Winterlandschaft fährt kommt mit einem dreckigen Auto nachhause. Foto: Daniel Gerhards

Nordkreis. Vorbei ist es mit der weißen Pracht. Wo in den vergangenen Tagen noch Pulverschnee sein Dasein fristete, schauen nun wieder grüne Wiesen, braune Äcker und graue Straßen hervor. Und unappetitlich klebt ein Gemisch aus Salz und Dreck an den Autos.

Da hilft nur eins: Ab in die Waschstraße. Denn der Cocktail aus Schmutz, Nässe und Streusalz greift Lack und Dichtungen an.

Fallen die Temperaturen zu tief, bekommen aber selbst die Wasch-Profis Probleme. „Unter minus zwei Grad wird es kritisch”, erklärt Ludwig Wirtz, Inhaber eines Autowaschparks in Alsdorf-Neuweiler. „Die Fahrzeuge werden vor der Fahrt in die Waschstraße abgespritzt, denn das Eis auf den Autos kann bei der Wäsche den Lack beschädigen.

Wenn es zu kalt ist, frieren die Autos sofort wieder zu.” Drei Tage lang musste Wirtz seine Waschanlage komplett schließen. Drei weitere konnte er nur in der warmen Mittagssonne öffnen. „Das war schon ein starker Verlust für uns.”

Neben den Schäden, die durch Eisrückstände beim Waschen auftreten können, sieht Wirtz auch das Risiko zugefrorener Türen. „Die Autos werden zwar getrocknet, in den Gummidichtungen bleibt aber immer etwas Restfeuchtigkeit. Bei extremem Frost können die Türen zufrieren.”

Horst Radermacher, Chef der Waschstraße an einem Alsdorfer Einkaufsmarkt, sieht dieses Problem nicht. Er hat seine Waschstraße mit einem Rolltor und einem zusätzlichen Ofen nachgerüstet.

Dazu werden die Autos vor dem Waschgang mit 50 Grad-heißem Wasser abgespritzt. „Wir hatten während der Dauerfrostperiode durchgehend geöffnet. Bei minus 15 Grad müssten wir auch schließen.” So weit ist es nicht gekommen.

Stattdessen herrscht nun Hochbetrieb: „Das ist jetzt unsere Saison, denn jetzt sind die Autos dreckig.” Er kennt die Angst vieler Kunden vor zugefrorenen Schlössern, wenn die Autos nach der Wäsche nachts draußen geparkt werden müssen.

Aber: „Die Autos werden ja trocken geblasen. Wer die Dichtungen und die Schlösser richtig behandelt, hat kein Problem.” Bei den aktuell etwas milderen Temperaturen kann der Waschgang sowieso gelassener angegangen werden.

Für Uwe Müller aus Merkstein ist die Fahrt in die Waschanlage mehr eine praktische als eine kosmetische Angelegenheit. „Die Scheiben habe ich mit dem Lappen gar nicht mehr richtig sauber bekommen. Jetzt muss erstmal der gröbste Dreck runter. Es geht mir in erster Linie um die freie Sicht. Der Wagen ist gleich sowieso wieder schmutzig.” Auch Dirk Schuster aus Baesweiler rückte dem Dreck auf seinem Mercedes mit Hochdruckreiniger und Schaum zu Leibe. „Ich möchte erstmal den gröbsten Dreck runterholen, damit sich das Salz nicht in den Lack frisst.” Max Roosen aus Baesweiler will lieber noch etwas abwarten. „Normalerweise putze ich mein Auto mit der Hand, dafür brauche ich ein bis zwei Stunden. Wenn ich das jetzt mache, wird der ja sowieso wieder dreckig.” Dafür darf sich Roosens Audi dann auf das volle Pflegeprogramm freuen. „Dann fahre ich in die Waschstraße und mache das komplette Programm mit Unterbodenwäsche.”

Das ist allerdings kein ganz billiges Vergnügen. Die Rundum-Pflegeprogramme der Waschstraßen kosten um die zehn Euro. Sedik Hodzic will trotz dieser Kosten nicht auf Unterbodenwäsche und Heißwachs verzichten: „Der hat das jetzt nötig. Das Auto sieht ja aus wie Sau. Das ist mir das Geld wert.”

Während das Geschäft für die Betreiber der Waschstraßen an den frostigen Tagen eher schleppend lief, ist nun ein großer Ansturm auf die rotierenden Bürsten angesagt. Ludwig Wirtz: „Wir wollen unsere Verluste jetzt wieder reinholen und die frostfreie Phase ausnutzen.” Wichtig sei auf jeden Fall, dass Lack, Bleche und Dichtungen jetzt behandelt werden. „Wer weiß, was uns in den nächsten Wochen noch bevorsteht.”
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