Alsdorf - Angehende Mechaniker fördern mit „Kunst aus Schrott“ die Kreativität

Angehende Mechaniker fördern mit „Kunst aus Schrott“ die Kreativität

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In der Kreativwerkstatt: Künstler Willi Lemke (Mitte) erklärte Schüler Tim Sachs, wie er bei seinem Drachen den richtigen Schwung findet. Foto: Nina Krüsmann

Alsdorf. Mit großem Eifer sind Paul Karabanow und Serkan Kaya in der Schweißerwerkstatt bei der Arbeit – und die Funken Sprühen an diesem Sommertag. Das Projekt „Kunst aus Schrott“ ist für die zehn Teilnehmer im Berufskolleg Alsdorf eine schöne Abwechslung zum Schuljahresende.

Künstler Willi Lemke leitet die angehenden Konstruktionsmechaniker der Abschlussklasse an, ihrer Kreativität einmal freien Lauf zu lassen.

„Ziel ist im Rahmen der Erweiterung der dualen Ausbildung, das kulturelle Schulprofil zu entwickeln. Seit 2012 läuft das auf drei Jahre ausgelegte und vom Land NRW geförderte Projekt, Kunst in unseren Schulalltag zu integrieren“, erklärt Sabine Heister, zuständig für die kulturelle Schulentwicklung am Berufskolleg. Von Theater über Literatur bis hin zu orientalischem tanz reicht das Angebot, sich zu betätigen.

„Unsere Schüler kommen ja am Berufskolleg normalerweise nicht mit Kultur und ihren verschiedenen Ausprägungen in Berührung, denn Fächer wie Kunst oder Musik haben wir nicht“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Jürgen Weckler.

Nach einem Vortrag darüber, was Kunst eigentlich ist, besuchte Lemke mit den Schülern einen Schrottplatz in Heerlen, um Material zu sammeln. Drei Schubkarren voll Schrott haben sie schließlich mit in die Schule gebracht. An zwei Tagen wurden dann im Berufskolleg die Plastiken zusammengebaut.

Nicht starr nach Lehrplan arbeiten

„Es geht darum, dass die Schüler auf der Grundlage des Basiswissens einmal nicht starr nach dem Lehrplan arbeiten. Der Beruf des Metallers ist ja eher geradlinig. Ich bringe nun Schwung und Bewegung in die Sache, schaffe Raum für kreative Entfaltung“, erklärt Lemke. Da sprudeln die Ideen für Skulpturen bei den zehn jungen Leuten ganz von alleine los: Der eine baut einen Skorpion, ein anderer einen Turm aus 150 Einzelteilen und einer sogar einen kleinen Drachen. Dabei erhalten die Schüler eine neue Sichtweise, die sie sonst im Mathematikunterricht etwa nie für sich entdecken würden. Der 19-jährige Tim Sachs arbeitet zum Beispiel an einem Drachen. „Das war meine persönliche Idee. Wir können hier alle Wünsche einbringen, was wir schon immer einmal gerne herstellen wollten“, erzählt der Schüler.

„Den rechten Winkel mal links liegen zu lassen, schafft neue Inspiration“, freut sich Lemke.

Durch neue Zusammenhänge und externe Mitarbeiter würden die Schüler neue Talente entdecken und sich auch untereinander neu kennenlernen.

„Für die Persönlichkeitsentwicklung sind solche Erfolgserlebnisse enorm wichtig“, betont Heister. Deshalb sollen die Ergebnisse in Form einer kleinen Ausstellung nach den Sommerferien der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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