Andere Seiten der Kunst kennenlernen

Von: Elisa Zander
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Eine starke Gruppe: Die gemeinsamen Workshop-Tage und der interkulturelle Austausch im Frauenkommunikationszentrum haben allen Künstlern auch neue Perspektiven eröffnet. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Die Lieblingsfarbe von Leo Brenner, Maler aus Aachen, ist Blau. Uta Göbel-Groß mag lieber satte Rot-Töne. Tatjana Brock ist da nicht wählerisch, gestaltet aber lieber Skulpturen als Bilder. Und Branka Bukumirovic de Franceski führt den Betrachter der Kunst am liebsten in die unergründeten Weiten der Ozeane.

Es sind nur vier von zehn Künstlern, die sich im Rahmen von „Dialogs” zusammengefunden haben. Sechs von ihnen stammen aus der Künstlergruppe „Dreieck.Triangel.Driehoek e.V.” aus der Städteregion, vier kommen aus Belgrad.

Es ist ein Künstleraustausch, der in dieser Form bereits zum zweiten Mal stattfindet. Im Jahr 2008 waren die Deutschen erstmals in Belgrad, um in einem Workshop andere Seiten der Kunst kennenzulernen und grenzüberschreitend zu arbeiten. Auslöser war damals die Idee von Uta Göbel-Groß, die bei der Eröffnung des Frauenkommunikationszentrums „Frauen.Komm Gleis 1” im Jahr 2007 in Herzogenrath noch Vorsitzende war. „Noch im gleichen Jahr nahm der Gedanke Formen an”, erinnert sie sich heute. Nun trifft sich die Gruppe erstmals in Deutschland.

Acht Tage auf engstem Raum

„Dialogs” - das heißt acht Tage lang arbeiten auf engstem Raum, den Austausch und das Zwiegespräch miteinander suchen, Ideen kommunizieren und neue Materialien ausprobieren. Schließlich sollten von jedem Teilnehmer etwa 15 Arbeiten entstehen. Zu Beginn nahmen sich alle die Zeit, gemeinsam an Bildern zu gestalten. Auf einem Tisch ausgebreitet lagen weiße Formate, auf die jeder nach Lust Ideen projizieren konnte. Schließlich wurde aufgeteilt, jeder der Künstler bekam zwei angefangene Formate, die er fertig stellte. Das Ergebnis ist einheitlich farbenfroh.

Dennoch lassen sich die einzelnen Handschriften erkennen. Die Kulturkreise werden sichtbar, jeder lässt sich von seinem Nachbarn inspirieren. Branka Gostivic etwa. Die Kunstgeschichte-Professorin, die seit über 50 Jahren nahezu ausschließlich mit Ölfarben malt und zu einer Erkundung mit Acryl gedrängt wurde - „Ölfarben riechen stark und haben uns sehr benebelt”, erinnert sich Uta Göbel-Groß -, kreierte verschiedenste Brustbildnisse. Tatjana Brock hatte neben ihr gearbeitet und Plastiken hergestellt. „Dabei sind es die Hüllen von Eicheln”, erklärt sie. Mit Tape und Klebeband umwickelt die Künstlerin aus Aachen einen von ihr angefertigten Stein, der bereits die vorgegebene Form hat.

So unterschiedlich die Menschen, so verschieden sind auch die Ergebnisse ihrer Arbeiten. Acryl, ein bisschen Ölfarbe, Wachs, Sand - der Kreativität wurden kaum Grenzen gesetzt. Manche Bilder entstanden innerhalb weniger Stunden, andere waren erst nach einigen Tagen fertig.

Grenzen überschritten

Die Ergebnisse dieses besonderen kulturellen Ereignisses, wie Bürgermeister Christoph von den Driesch es nannte, ist bis zum 17. Juli im Nell-Breuning-Haus, Wiesenstraße 17, zu sehen. Dort sind auch ältere Werke der Teilnehmer ausgestellt. Den interkulturellen Dialog haben sie gesucht, alle nehmen individuelle Erfahrungen und Inspirationen mit. Sie haben Grenzen überschritten - geographische, künstlerische, und persönliche -, haben sich aufeinander eingelassen und nie das Ziel aus den Augen verloren. Sie werden sich wieder treffen. Ob in Herzogenrath oder in Belgrad, das steht noch nicht fest. Aber eins weiß Uta Göbel-Groß: „Der Dialog hat gerade erst angefangen.”
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