Altkleider-Beseitigung: Kommerzielle Sammler sind unerwünscht

Von: Holger Bubel
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Folge der unregelmäßigen Leerung der Container: Säcke und Textilabfälle verschandeln das öffentliche Bild. Foto: Holger Bubel
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Zwei Dutzend weggeräumte „wilde Container“ lagern derzeit auf dem Betriebshofgelände. Der kaufmännische Leiter des Eigenbetriebs, Stephan Maaßen, beklagt ein drohendes Platzproblem. Foto: Holger Bubel

Nordkreis. Vielerorts hat man die Nase voll von den gewerblichen Altkleider-Sammlern, vor allem von deren Containern, die das Stadtbild nicht unbedingt verschönern. Die profitorientierten Unternehmen schert das wenig, das Geschäft lohnt sich: Bis 450 Euro pro Tonne Textilien Kaufwert sind derzeit marktüblich.

Die zumeist bundesweit aktiven Sammler von Altkleidern, Schuhen oder anderen Textilien vernachlässigen allzu oft ihre Container, leeren nicht regelmäßig, pflegen nicht die Standorte. Die Folge: Überquellende Behälter und Müll, der nicht selten säckeweise neben solche Container gestellt wird. Die Kommunen wollen nun durch das Aufstellen „eigener“ Sammler in Verantwortung des Entsorgungszweckverbands Regioentsorgung auf diesen Missstand reagieren.

In Baesweiler etwa hat der Stadtrat Anfang des Monats einen Grundsatzbeschluss einstimmig verabschiedet, der vorsieht, dass die Regioentsorgung künftig die alleinige Erlaubnis zum Aufstellen von Containern auf städtischem Gebiet hat. Kooperationen mit bisherigen, gemeinnützigen Aufstellern sind dabei erwünscht.

Auch in Alsdorf ist laut Beschluss von 2006 das Aufstellen von Altkleider-Containern im öffentlichen Raum untersagt. Zumindest dann, wenn keine Sondernutzung erteilt wurde. Im jüngsten Betriebsausschuss für den Eigenbetrieb Technische Dienste (ETD) stellte die Regioentsorgung ihr Konzept vor, das den Ausbau eines kommunalen Erfassungssystems vorsieht. Dass Rat und Verwaltung eine schnelle Umsetzung dieses Konzepts forcieren wollen, ist dem Umstand geschuldet, dass ein privates, kommerzielles Unternehmen 500 Standplätze in der Städteregion beantragt hat.

Das Konzept der Regioentsorgung sieht für Alsdorf das Aufstellen von 45 Altkleider-Containern (pro 1000 Einwohner ein Depotsammler) vor, aufgestellt in unmittelbarer Nähe zu Altglas- und Elektrokleinteil-Containern. Das erleichterte die Logistik und die Pflege des „Entsorgungsangebots an einem Ort“, hieß es im Vortrag von Projektleiterin Stephanie Pfeifer von der Regioentsorgung. Auch die Abholung von Altkleidersäcken bei Privathaushalten sei vorgesehen. Hier wolle man mit den karitativ tätigen Institutionen wie DRK, Kolpingsfamilie und anderen kooperieren.

In Aussicht stellte Pfeifer den Ausschussmitgliedern „ein flächendeckendes, bürgerfreundliches, transparentes System“. Und: Bei steigenden Erlösen je Tonne Alttextilien, könnten die allgemeinen Abfallgebühren für die Bürger gesenkt, zumindest aber stabil gehalten werden. Dies setzte natürlich voraus, dass die Bürger auch „ihre eigenen“ Container zur Entsorgung von Textilabfällen nutzen und nicht mehr die rein kommerziellen von privaten Anbietern.

Noch im März will – so wie bereits in Baesweiler geschehen – der Alsdorfer Stadtrat das Aufstellen von Sammelbehältern auf öffentlichen Verkehrsflächen „in eine Hand an die Regioentsorgung“ vergeben.

Würselen hingegen setzt weiterhin auf einen privaten Entsorger: „Wir haben durchaus positive Erfahrungen damit gemacht. Das Unternehmen arbeitet mit den Maltesern zusammen, die für eine regelmäßige Leerung und ein sauberes Umfeld sorgen“, sagt Stadtsprecher Bernd Schaffrath. Derzeit gibt es 26 Altkleider-Container auf städtischem Gebiet. Der Vertrag mit dem Bremer Entsorger läuft noch bis 2017. Danach „sehen wir weiter“. In Herzogenrath wird sich der Umwelt- und Planungsausschuss am 1. April in einer Sondersitzung auch mit der Thematik auseinandersetzen, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus.

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