Herzogenrath - Alte Linde: Baurecht geht vor Baumschutz

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Alte Linde: Baurecht geht vor Baumschutz

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
Denkmalwürdig, aber ohne Schu
Denkmalwürdig, aber ohne Schutz: Bürger setzen sich für die alte Linde an der Kleikstraße ein. Foto: Oprée

Herzogenrath. Es sieht nicht gut aus für die altehrwürdige Linde an der Kleikstraße, wenn auch mittlerweile eine lange Unterschriftenliste besorgter Anwohner an Bürgermeister Christoph von den Driesch übergeben worden ist.

Zum einen hat die Städteregion den Antrag von Stefanie Weskott auf Ausweisung des auf 200 Jahre geschätzten Baumes als Naturdenkmal abgelehnt.

Dabei dürfte wohl eine Rolle gespielt haben, dass an dieser Stelle eindeutig Baurecht besteht. Ein Bau- und ein Abrissantrag liegen bei der Stadt vor. „Baurecht geht vor Baumschutz”, erläutert Stephan Mingers, Fachbereichleiter Stadtentwicklung und Umwelt.

Grundsätzlich habe die alte Linde Denkmalwert, aber bei Bäumen gebe es - im Gegensatz zu Häusern - einen Ermessensspielraum. Wird der Baum unter Schutz gestellt, hat der Bauherr aufgrund der Rechtslage einen Entschädigungsanspruch - und zwar gegen die Behörde, die die Unterschutzstellung ausspricht.

Der geltende Bebauungsplan, aufgestellt im Zuge der Innenstadtgestaltung Am Schürhof ist sechs Jahre alt. Die Linde ist hier zwar vermerkt, aber seinerzeit nicht als schützenswert eingestuft worden. Ob sie damals niemandem aufgefallen ist oder der politische Wille zur Innenstadtentwicklung Priorität genoss, sei dahin gestellt.

Rein rechtlich gilt eine Siebenjahres-Frist, innerhalb derer die Stadt entschädigungspflichtig wäre, sollte ein in den Rahmen passender Bauantrag aufgrund von nachträglichen Änderungen nicht zum Tragen kommen. Mingers: „Das könnten leicht 400 000 bis 500 000 Euro sein.”

Es darf davon ausgeganen werden, das weder Städteregion noch Rodastadt so tief ins Säckel greifen wollen respektive können. Eine Lösung im Sinne des Baums und seiner Bittsteller könne daher nur im Einvernehmen mit dem Bauherrn bestehen. „Zwingen können wir den Antragsteller nicht”, erklärt Mingers. Allerdings: „Der Bauantrag ist noch weit weg von der Entscheidung.” Vorher gibt es auch keine Fällgenehmigung.

Die Entscheidung in dieser vertrackten Frage obliegt nun der Politik: Die Bürgeranregung zum Erhalt des Baumes wird im Umwelt- und Planungsausschuss am 11. September beraten.
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