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Alsdorfer Heimatfotograf Hubert Schöke zeigt ausgewählte Arbeiten

Von: Berthold Strauch
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„Kolorit der Bergbauzeit”: Dietrich Bündgens schaut da gerne genauer hin bei den Bildern, die Hubert Schöke präsentiert. Er war lange Jahre als Bergmann unter Tage beim EBV beschäftigt. Foto: Berthold Strauch

Alsdorf. Eine ältere Dame steht eher teilnahmslos am Straßenrand, ihre Handtasche fest umklammert. Daneben ein Elternpaar, die Mutter löffelt gerade aus einer Plastikschüssel eine Suppe. Ein kleiner Knirps reckt den kurzen Arm hoch, um etwas von dem Essen abzubekommen.

„Ich auch!”, hat Hubert Schöke mit zartem Bleistiftstrich an den Bildrand geschrieben - und damit ist auch schon alles gesagt. Eine kleine, unscheinbare Alltagsbegegnung aus Alsdorf. Schöke hat ein präzises, waches Auge für solche Szenen - zu arrangieren braucht er nichts, er drückt im richtigen Moment auf den Auslöser seiner Analogkamera. Und auch eine Portion Humor ist oft bei seinen feinen Schnappschüssen dabei.

Seit vielen Jahren ist der pensionierte Lehrer in der Stadt unterwegs, um Auffälliges, Beiläufiges, Ungewöhnliches, Interessantes, Lustiges, Kurioses am Wegesrand einzufangen - kleine Episoden, die eigentlich ohne Worte auskommen, sich selbst erklären.

Die Ergebnisse seines Schaffens stellt er seit dem Jahr 2000 in regelmäßigen Abständen in der Sparkassenfiliale am St.-Brieuc-Platz öffentlich zur Schau. Doch dieses Mal, in der elften Auflage, ist es nicht das Produkt seiner mehr aktuellen Motivsuche aus dem Vorjahr, sondern ein sehr facettenreicher Blick ins persönliche Archiv der letzten 40 Jahre. Hier und da ist ein leichter Schleier des Vergilbens auszumachen.

Seit den 70er Jahren

Die Qualität der gestochen scharfen Aufnahmen ist hoch - und zudem echtes Hand-Werk. Denn es sind allesamt Schwarz-Weiß-Fotografien, die Hubert Schöke dort präsentiert und die er im heimischen Fotolabor selbst abgezogen hat. Im wahrsten Wortsinne hochglänzende Abbilder, Schnappschüsse der Alsdorfer Wirklichkeit seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

„Straßenkarneval” hat er eine Themenrubrik an den Schautafeln überschrieben. Da nehmen drei schmucke Tanzmariechen fröhlich lachend einen Mann in ihre Mitte, der eine abgrundhässliche Maske trägt - kein Problem in den jecken Tagen. Oder: fast ein Stillleben am Rande eines (nicht gezeigten) Umzugs: Der Prinz zeigt sich in vollem Ornat von hinten im offenen Fenster. Für den besseren Überblick hat sich auf einen leeren Bierkasten gestellt. Derweil beratschlagen gleich nebenan im Halbdunkel des Raumes drei Funktionäre die närrische Lage.

53 Fotos stellt Hubert Schöke in der Sparkasse aus. Es ist eine Präsentation von Geschichte und Geschichten aus Alsdorf. Viele Bürger werden sich auf den Bildern wiedererkennen - allein deswegen lohnt ein Besuch. Da lässt Schöke das Kirmestreiben im Burgpark Revue passieren. Und dort hat er wieder die beiläufige Gelegenheit „eingefroren”: der kleine Streifenwagen des Kinderkarussells im Kontrast zu einem ähnlich aussehenden Polizeifahrzeug, das gerade zufällig daneben hält.

„Durch die Reduzierung der Bilder - ohne Farbe - wirken sie noch intensiver”, schwärmt Rudolf Bast, Vorsitzender des Geschichtsvereins, der mit Hubert Schöke befreundet ist. Richtig lebensecht wirken - natürlich - die Schwarz-Weiß-Bilder aus der Zeit, als Alsdorfs Zeche noch blühte - „Kolorit der Bergbauzeit” nennt der Hobbykünstler diese Rubrik.

Einen Blick auf die „gute alte Zeit” kann man noch bis Freitag, 5. Februar, während der Schalterstunden werfen.
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