Alsdorf - Alsdorfer Gymnasium feiert 100-jähriges Bestehen

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Alsdorfer Gymnasium feiert 100-jähriges Bestehen

Von: Holger Bubel
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Der (vorläufige) Höhepunkt des Gymnasiums wurde gefeiert: der Erhalt eines deutschen Schulpreises in 2013. Foto: S. Schaum
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Schüler, Lehrer und auch Schulleiter: Rudi Bast Foto: H. Bubel

Alsdorf. Maximal zwei Jahre, dann steht das städtische Gymnasium Alsdorf an der Theodor-Seipp-Straße vor dem Aus! Keine Sorge, nicht das Gymnasium an sich, vielmehr der Standort in Ofden wird in absehbarer Zeit aufgelöst und die Bildungseinrichtung selbst startet in ein weiteres Kapitel ihrer dann über 100-jährigen Geschichte.

Der Umzug ins Kubiz steht 2016 auf der Agenda (Spatenstich zu dem Großprojekt im Rahmen Soziale Stadt ist der 12. Mai). Doch bis es soweit ist, wird erst einmal das „Runde“ gefeiert.

Wunsch der Alsdorfer

Dass die Erfolgsgeschichte des Gymnasiums überhaupt startete, war dem ausdrücklichen Wunsch der Alsdorfer geschuldet: „Im Jahr 1913 waren von rund 8000 Alsdorfern 1388 Schüler, viele Talente darunter. Das bürgerliche Klientel – aus dem Bergbau aber auch die zahlreichen Kaufleute – wollten die Möglichkeit einer höheren Bildung für ihre Kinder“, erklärt Rudolf (Rudi) Bast.

Wohl kein Zweiter kennt die Geschichte der Schule so gut, wie der pensionierte Oberstudiendirektor. Denn er hat alle Facetten des Gymnasiums selbst kennen gelernt: als Schüler (ab 1947), Lehrer (ab 1965) und zehn Jahre lang (1991 bis 2001) als Schulleiter.

Gestartet war das heutige Gymnasium 1914 als „Höhere Schule“ im Gesellschaftszimmer des damaligen Casinos – den Status eines Gymnasiums hatte die Schule vor 100 Jahren also eigentlich noch nicht, diese Sporen, so war es üblich, musste es sich erst noch verdienen . Die noch junge Bildungseinrichtung wechselte aber schon bald in das Lazarettgebäude „An der Mariensäule“.

Das Schicksal meinte es zunächst nicht gut mit der Bildungseinrichtung, der Erste Weltkrieg (Beginn 1914 im Gründungsjahr) zwang die Einrichtung zu einem weiteren Umzug – das Lazarett-Gebäude wurde für verwundete Soldaten gebraucht – und es ging an die Cäcilien-straße, dorthin, wo lange Zeit die Alsdorfer Polizeiwache stationiert war.

Ab 1920 durften auch Mädchen die eigentlich als Knabenschule angelegte Einrichtung besuchen. Der erste Entlassjahrgang startete 1921 mit dem der „Mittleren Reife“ vergleichbaren Schulabschluss. Erst 1924, also zehn Jahre nach der Gründung, durfte sich die Schule offiziell als Gymnasium betiteln.

Nur 18 schaffen das Abitur

1930 folgte eine weitere Verlegung in die Brotfabrik an der Karlsmühle (heute ist dort das Bowlingcenter zu finden). In diese Zeit, nämlich 1947, fiel auch die Einschulung des späteren Gymnasialdirektors Rudi Bast: „Mittlerweile kamen die Schüler auch aus den Nachbargemeinden Baesweiler und Würselen und Hoengen an das Alsdorfer Gymnasium. 112 waren es zu meiner Zeit“, erinnert sich Bast. 140 hatten sich beworben, 20 schafften oder wollten später in die Oberstufe. Die Abiturientia bestand letztendlich aus „nur“ 18 Schülern.

Erst 1961 folgte der Umzug an den derzeitigen Standort in Ofden. In dieser langen Zeit haben Generationen von späteren Akademikern und beruflich Erfolgreichen, die Laufbahn am „Städtischen“ absolviert. Ihre Zahl schätzt Rudi Bast auf weit über 3000. „Aus den Ehemaligen des Gymnasiums sind einige Professoren hervorgegangen, Lehrstuhlinhaber auch in Übersee.“

Und auch der jetzige Bürgermeister der Nachbarkommune Baesweiler, Prof. Dr. Willi Linkens, drückte erfolgreich in Alsdorf an der Theodor-Seipp-Straße bis zur Hochschulreife die Schulbank. Der Prominenteste unter den Alsdorfer Abiturienten ist sicherlich der ehemalige DFB-Präsident Egidius Braun, der 1942 sein „Abi baute“ und der auch in seiner erfolgreichen Zeit als Fußball-Funktionär an „seine alte Penne“ erinnerte und Patenschaften für Schulturniere am Gymnasium übernahm.

In die Zeit dieses großen Mannes fiel auch das dunkle Kapitel, dessen Opfer alle staatlichen Gymnasien wurden. Das Dritte Reich nahm Einfluss auf die Bildungseinrichtungen und so wurde auch in Alsdorf aus dem Gymnasium bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine „Deutsche Oberschule“. Nach mehr oder weniger ruhigen Jahren am schönen Standort Alsdorf, gleich neben Weiher und Freizeitpark, soll bald ein weiteres Kapitel aufgeschlagen werden, am Anna-Park, gleich in der City.

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